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Wir spielen, was wir lieben

Die Tübinger Riverside Jazz- und Blues-Band feiert ihre neue CD

Es war wieder mal Zeit für ein neues Hörerlebnis der Riverside Jazz- und Blues-Band, schließlich wurde ihre letzte CD vor fünf Jahren veröffentlicht. Am kommenden Samstag stellt die Band ihre neue CD im Weilheimer Kneiple vor.

06.02.2019

Die sechs Musiker der Riverside Jazz- und Bluesband spielen 13 Instrumente. Bild: Werner Bauknecht

Tübingen. Gegründet wurde die Band bereits 1975, damals noch unter dem Namen Riverside Jazz Band – also noch nix mit Blues. Der kam dann aber dennoch, und auf der neuen CD wird man geradezu verwöhnt mit einigen Klassikern des Genres.

Sechs Musiker an 13 Instrumenten – so kann man es auch kurz fassen, was die Kapelle darstellt. Hochprofessionelle Musiker sind sie alle, meist sogar an Hochschulen und Konservatorien ausgebildet. Dem immerhin möglichen Vorurteil, sie könnten, weil sie so gute Musiker sind, die Musik zu kompliziert machen, widerspricht alleine schon die Art der Musik, die die Jungs von Bühne und CD unters Publikum bringen. „Wir spielen, was wir lieben – und das ist alles vom waschechten New Orleans-Jazz über Swing bis zum Blues“, sagt Gründungsmitglied und Bassist Roland Ekle.

„Blue Lite Boogie“ heißt die neue CD, und sie wurde im Neckartown-Studio in Tübingen aufgenommen. Da passte es natürlich, dass Gitarrist Gerd Waiblinger das Studio gemeinsam mit einem Partner im Sudhaus betreibt. So konnten die Musiker immer wieder mal Studiozeit in Anspruch nehmen, und ohne Druck letzte Hand an die neue CD anlegen. Und das hört man ihr auch an. In Co-Produktion mit Klaus Langeneckert übernahm Waiblinger Aufnahme, Abmischung und Mastering.

Und mit „Sweet as a bear meat“ geht es gleich richtig druckvoll los. Das Stück bekam ein völlig anderes Arrangement als das Original von Johnny Hodges, das eher schwerblütig daherkam, während die Riverside-Jazz- und Blues-Band von Beginn an aufs Tempo drückt. Beim „Blue Light Boogie“ wird sogar gesungen. Waiblinger übernimmt das ausnahmsweise. Ganz lässig spielen sie den Song, mit präzisen Chören von Saxofon (Peter Wolff), Trompete und Flügelhorn (Thomas Pfleiderer, und Posaune (Helmut Schneider). Ganz cool, nicht nur hier, das Rhythmusgespann Ekle und Rüdiger Mayer (Drums). Waiblinger liefert ein quirliges Solo dazu. Beim zackigen „St. Louis Blues“ zeigt Schneider seine Harmonikakünste, bei „Doctor Jazz“ spielt die Band einen hüpfeligen Dixie, dass es eine Freude ist. Mit „Miner“s Swing“ kommt eine Eigenkomposition von Waiblinger. Hier doppeln sich Saxofon und Gitarre, während der Bass drängt und treibt und der Bläsersatz die elegante Hook-Line schmettert. „St. James Infirmary“ mit Gesang von Wolff ist arrangiert wie ein echter Blues-Trauerkloß – zum Weinen. Selbst politisch wird es zum Ende hin, als es im Waiblinger-Song „Fake News Blues“ heißt „Leaders are lying, baby, they cheat and pray“ (auf deutsch: „die Führer lügen, sie betrügen und predigen dazu“). Da kann er dann mal die Sau an der Klampfe herauslassen. Und die Brass-Section bereitet einen weichen Teppich, auf dem sich Bass und Drums ganz lässig bewegen.

Eine runde Sache, die Scheibe, bei der Stefan Veit noch an der Orgel aushilft. Man darf gespannt sein, wie es der Band gelingt, die neuen Songs live zu einem zündenden Jazz ‚n‘ Blues-Gebräu zu machen. Gelegenheit dazu hat die Band genügend bei ihrer „CD Release Tour 2019.“ Dabei können die Tübinger und Gäste von außerhalb sich am Samstag, 9. Februar, im Weilheimer Kneiple davon überzeugen, wie der Riverside-Express auf der Bühne losbretzelt. Beginn der Veranstaltung ist 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, es wird um eine Hutspende gebeten. Werner Bauknecht

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Erstellt:
6. Februar 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
6. Februar 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. Februar 2019, 01:00 Uhr

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