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Die Volkshochschule Rottenburg bietet ein E-Bike-Training an
Angelika Busse und Thomas Steigenberger beim E-Bike-Training in Reutlingen. Bild: Bachmann
WUSCHHHHHHHHHH!

Die Volkshochschule Rottenburg bietet ein E-Bike-Training an

05.09.2018

Ich fahre wirklich viel Rad, nahezu täglich und es kommen an einem Tag schon mal zehn bis dreißig Kilometer zusammen. Allerdings habe ich nur wenig Lust, auf einen von Tübingens sieben Hügeln hinauf zu strampeln. Wären die nicht so steil, wäre meine Fahrradkilometerbilanz noch besser. Ein E-Bike wäre also eine schöne Sache. Ich werde schließlich auch nicht jünger.

Deshalb stehe ich mit Angelika Busse, der Fachbereichsleiterin für den Gesundheitsbereich der Volkshochschule Rottenburg auf einem Parkplatz am Reutlinger Freibad, der von der Kreisverkehrswacht Reutlingen als Übungsplatz genutzt wird und warte auf Herrn Steigenberger und sein E-Bike.

Thomas Steigenberger ist Polizist und bei der Verkehrswacht ehrenamtlich zuständig für alle Arten von Verkehrstraining für alle Arten von Fahrzeugen. Im Auftrag der Volkshochschule Rottenburg bietet er eine Einführung ins E-Bike-Fahren für vor allem ältere Menschen an. „Ein E-Bike verhält sich einfach anderes als ein normales Fahrrad und deshalb ist es wichtig, dass man lernt, wie man anfährt, wie man sich im Straßenverkehr bewegt und vor allem, wie man bremst“, erklärt er.

E-Bikes haben Scheibenbremsen. Wer normale Bremsen gewöhnt ist oder sogar noch ein Fahrrad mit Rücktrittbremse fährt, kann mit einer solchen Scheibenbremse auf die ganz harte Tour fliegen lernen – und zwar geradewegs über den Lenker. „Die meisten E-Bike-Unfälle passieren tatsächlich, weil die Fahrer nicht richtig bremsen konnten“, verrät Thomas Steigenberger. „Vor allem Frauen haben damit oft ein Problem: Sie sind es durch den niedrigen Einstieg bei einem Damenfahrrad oft gewohnt, zum Bremsen vom fahrenden Rad abzuspringen und das funktioniert mit einem E-Bike nicht, weil das viel zu schnell fährt.“

Derweil richtet er mir sein Fahrrad ein. „Achten Sie beim Kauf eines E-Bikes auf eine gute Sitzposition, von der aus Sie einen guten Überblick über das Geschehen auf der Straße haben. Sie sind schneller unterwegs als mit einem Muskelfahrrad und müssen mehr als fünf Meter weit sehen können, was vor Ihnen passiert.“ Ich setze einen Helm auf und fahre los: WUSCHHHHHHHHHH! Thomas Steigenberger hat mir den Turbogang eingestellt und das Fahrrad zischt ab wie eine Rakete, obwohl ich kaum in die Pedale trete. Ich drehe ein paar Runden auf dem Parkplatz und versuche, die Kurven so eng wie möglich zu nehmen, was allerdings erstaunlich schwierig ist. Beim E-Bike-Training wird Kurvenfahren mit einem Hütchenparcours geübt. Auch Einhändig-Fahren will bei dem einen oder der anderen (wieder) gelernt sein, weiß Steigenberger. „Und das müssen Sie wirklich gut beherrschen, denn Radlerinnen, die nicht anzeigen, dass sie abbiegen wollen, sind richtig gefährlich.“

Auch die Blickführung muss trainiert werden. Wer abbiegt, muss sich nach hinten umschauen, während er weiter vorwärts fährt. Klingt das nicht alles furchtbar selbstverständlich? Vor allem für Menschen, die immer Fahrrad gefahren sind?

Thomas Steigenberger ist da anderer Meinung. „In einer Notsituation sind wir immer im Stress und schalten das Gehirn aus. Deshalb muss man so lange üben, bis man bestimmte Vorgänge automatisch macht.“

Ich steige wieder auf das Bike und versuche, bis ganz kurz vor einen Bauwagen zu fahren und dann abrupt zu bremsen. Es fällt mir tatsächlich schwer. Sollte ich mir tatsächlich ein solches WUSCHHHHHHH-Rädle zulegen, werde ich wieder auf diesem Platz stehen, um mit meinem eigenen Bike für den Ernstfall zu üben.

„Raten Sie auch mal jemandem vom Radfahren ab?“, will Angelika Busse wissen. Thomas Steigenberger grinst. “Ich sage niemandem, dass er nicht mehr fahren sollte. Ich sage immer, er solle mehr trainieren. Meistens reicht das auch tatsächlich aus.“ Andrea Bachmann

Das Pedelec-Sicherheitstraining der VHS Rottenburg in Kooperation mit der Kreisverkehrswacht Reutlingen-Münsingen findet an folgenden Dienstagen statt:

25. September und 2. und 9. Oktober, jeweils von 15 bis 17 Uhr.

Verkehrsübungsplatz Reutlingen, An der Kreuzeiche 9, Reutlingen

Gebühr: 15 Euro

Anmeldung: Volkshochschule Rottenburg am Neckar, 07472 / 98 33 0 und 07472 / 98 33 11

www.vhs-rottenburg.de

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05.09.2018, 01:00 Uhr
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