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Klare Kante gegen Rechts

Die Wieslocher Band The Busters stellt ihr neues Album im Sudhaus vor

Hymnische Chöre, jamaikanische Riddims, Gitarrenbretter, Britpop-Anleihen, viel Ska und Reggae und noch mehr Punk-Power: Die Bühnenshow der elfköpfigen Ska-Formation The Busters ist legendär und wird auch bei ihrem Auftritt am 4. Januar, im Sudhaus für beste Stimmung sorgen.

02.01.2020

Die elfköpfige Ska-Formation The Busters rockt das Sudhaus Anfang Januar. Bild: Jürgen Spieß

1987 als lockeres Freizeitprojekt im baden-württembergischen Wiesloch gegründet, gelten The Busters heute als eine der bekanntesten deutschen Ska-Bands, die auch international für Furore sorgt.

Ska, jener rau-rockige und karibische Vorläufer des Reggae wurde zwar schon öfters totgesagt, feierte aber – auch Dank dieser Band – in Deutschland seine Auferstehung. Der Musikstil mit dem beschleunigten Reggae-Rhythmus entstand Anfang der 1960er-Jahre auf Jamaika und kam in den 80er-Jahren durch die englischen Bands Madness und The Specials auch hierzulande in Mode. Die passenden Klamotten dazu waren schwarzweiße Jackets, Sonnenbrille und schmaler Schlips. An diesen Kleiderzwang halten sich die Musiker von The Busters zwar selten und auch der häufig am Ska kritisierten Tendenz zur musikalischen Gleichförmigkeit begegnen sie mit einem abwechslungsreichen Mix aus Two-Tone-, Pogo-, Dancehall-, Reggae- und Rock-Beats.

Seit Beginn ihrer Bandgeschichte vor gut 32 Jahren hat die auf elf Musiker angewachsene Combo um ihre beiden Leadsänger Joe Ibrahim und Richie Alexander vor allem auf ihre Hornsektion gesetzt. Das imponierende Bläserensemble transportiert im Verbund mit der Rhythmusgruppe einen unglaublichen Groove, bringt die Melange aus Ska, Rock‘n‘Roll, Jazz und Reggae zum Kochen und macht ihrem Ruf als „Deutschlands erfolgreichste Ska-Truppe“ alle Ehre. Kein Wunder also, dass es gerade die drei Powerbläser Hardy Appich (Trompete), Robert Solomon (Posaune) und Mathias Demmer (Saxofon) sind, die den Sound dieses Ensembles ganz entscheidend prägen.

Die Ska-Jünger aus Wiesloch bei Heidelberg gehören seit ihrem Debütalbum „Ruder than Rude“ aus dem Jahr 1988 zu den Wegbereitern der deutschen Ska-Szene. Nicht nur, dass sie inzwischen 20 Alben veröffentlicht haben, sie waren auch mehrere Male auf USA- und Japan-Tournee, spielten 1995 als Headliner eines Ska-Abends beim renommierten Montreux Jazz Festival und tourten mit den Toten Hosen und den Ärzten durch Deutschland. Mit dem Ärzte-Gitarristen Farin Urlaub spielten die Busters-Bläser auch ihr Erfolgsalbum „Liebe macht blind“ ein und begleiteten ihn seit 2002 bei seinem Soloprojekt „Racing Team“ auf dessen Tourneen. Zudem drehte Regisseur Jonas Grosch 2010 mit den Busters den Dokumentarfilm „Eine Band für die Ewigkeit“ und ließ die Bandmitglieder bei der Musical-Komödie „Die letzte Lüge“ mitspielen.

Am meisten begeistern sie jedoch bei ihren Livekonzerten, denn hier heißt die Losung Tanzen und Spaß haben, wenn die Jungs eine Rhythmus-Rakete nach der anderen zünden. Souverän und mit viel Spielwitz spult die Band ihr Programm nicht einfach herunter, sondern variiert es geschickt mit langsameren Balladen und augenzwinkernden Ärzte- und The-Clash-Persiflagen. Der sauber gespielte Off-Beat-Rhythmus und Partykracher wie „Summertime“, „Mickey Mouse in Moscow“, „No Risk, No Fun“, oder „Ruder than Rude“ treiben das Publikum regelmäßig zu wahren Tanzorgien.

Aber The Busters sorgen mit ihrem schrägen Ska-, Punk- und Reggae-Sound nicht nur für ausgelassene Stimmung im Saal, sie setzen sich auch vehement gegen Rassismus, Hass und Egoismus ein. Das alles kann man am Samstag, 4. Januar, 20 Uhr im Sudhaus oder auf ihrem neuen Album „The Busters“ nachhören. Jürgen Spieß

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Erstellt:
2. Januar 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
2. Januar 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. Januar 2020, 01:00 Uhr

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