Unterschätzte Risiken

Durchblick für Hausbesitzer: Unwettergefahr per Mausklick erkennen

Immobilienbesitzer und Mieter können jetzt ganz leicht ihr individuelles Risiko ermitteln, von Naturgefahren betroffen zu sein. Dazu hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) den „Naturgefahren-Check“ gestartet.

22.07.2020

Der „Naturgefahren-Check“ verrät, welche Unwetterrisiken im Wohnort herrschen. Er soll Hausbesitzer sensibilisieren. Bild: ZVSHK/Michael Schütze/fotolia.com

Auf der Onlineplattform erfahren Verbraucher nach Eingabe ihrer Postleitzahl, welche Schäden Unwetter in der Vergangenheit am eigenen Wohnort verursacht haben: Wie viele Gebäude im letzten Jahr betroffen waren, wie hoch die teuersten Schäden durch Starkregen, Sturm oder Hagel ausfielen und welche Hochwassergefahr besteht.

Der „Naturgefahren-Check“ soll vor allem Hausbesitzer sensibilisieren und zur Eigenvorsorge animieren. Er ist eine Reaktion darauf, dass eine bundesweite Naturgefahrenplattform mit leicht verständlichen Informationen zu Gefahren und Präventionsmöglichkeiten fehlt.

Bereits vor Jahren hat sich die Ministerpräsidentenkonferenz dafür ausgesprochen. Die Versicherungswirtschaft hat der Politik Vorschläge zur Ausgestaltung übermittelt und Unterstützung angeboten. Ein zentrales Informationsportal der öffentlichen Hand mit standortgenauen Daten kann der „Naturgefahren-Check“ zwar nicht ersetzen. Versicherer wollen aber einen Beitrag leisten, um existenzbedrohende Schäden zu vermeiden oder in ihrem Ausmaß zu verringern.

„Wir zeigen die finanzielle Tragweite von Unwettern konkret am Wohnort der Menschen“, sagt Oliver Hauner, Leiter Sachversicherung beim GDV. „So können Sie Ihr Risiko besser bewerten und Schlussfolgerungen ziehen – etwa Ihren Versicherungsschutz überprüfen, Schutzmaßnahmen umsetzen oder ihre Bauplanung anpassen.“

Jedes Jahr entstehen in Deutschland Unwetterschäden an Häusern, Hausrat, Autos, in Gewerbe und Industrie von durchschnittlich 3,7 Milliarden Euro, die Versicherungen übernehmen. Die teuersten Schäden entstanden im vergangenen Jahr in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Die meisten Schäden durch Sturm und Hagel gab es im Saarland, gefolgt von Sachsen und Rheinland-Pfalz.

Alles was im Keller lagert ist Risiken ausgesetzt: Feuer, Diebstahl, Leitungswasserschäden aber auch Naturgefahren wie Starkregen. Doch der Großteil des Kellerinventars ist ungeschützt. „Nur rund 25 Prozent aller Haushalte haben ihr Inventar gegen Starkregen und Hochwasser abgesichert. Kellerbesitzer sollten deshalb ihre Hausratversicherung überprüfen und Lücken schließen“, sagt Oliver Hauner.

Die Hausratversicherung leistet nicht, wenn Regen oder Hochwasser den Keller fluten. Wer zerstörtes Kellerinventar nicht aus eigener Tasche bezahlen möchte, braucht die erweiterte Naturgefahrenversicherung (Elementarschadenversicherung). Es gibt sie als Zusatzbaustein zur Hausratversicherung. TA

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Erstellt:
22. Juli 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Juli 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2020, 01:00 Uhr

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