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Der Bullenhitze getrotzt

Ein paar Hundert Läufer und Läuferinnen zogen in Lustnau ihre Runden

Harte Säue sind das schon, mag man sich da denken. Beim 100-Kilometer-Staffellauf im Institut für Sport in Lustnau zogen sie unermüdlich ihre Runden, als wäre da nicht so ein gelbes Ding am Himmel, das sich mit 40 Grad in die Haut brannte.

03.07.2019

In der Wechselzone wird übergeben – hier an Reiner Frey (Spitzbergdreppler). Bild: Werner Bauknecht

Tübingen. „Wir haben auch alles dafür getan, dass die Läufer und Läuferinnen sich gut fühlen“, erklärte Mitveranstalter Wolfgang Amann vom Post SV. Und da hatte er recht. Gemeinsam mit den Gesamtkoordinatoren Ingrid Arzberger, Michael Belz und Juliane Moll hatten sie dafür gesorgt, dass immer genug Wasser für die Athleten zur Verfügung stand. Das hieß: Die Sprenkler im Stadion waren auf die Bahn ausgerichtet, es standen Wassereimer mit 50 Schwämmen im Ziel bereit, die Zieleinläufer wurden prompt mit einer Wassersalve begrüßt und Getränke konnte man sich am Stand noch und nöcher abholen. Aber auch Obst gab es, Schatten unter Bäumen, Beine-in-die-Ammer-hängen und Massagen von der PT-Akademie, der Schule für Physiotherapie. „Das ist alles Luxus hier“, so Amann lachend. Was ihm auch gefällt – es kommen immer mehr Teams, bei denen Eltern und ihre Kinder gemeinsam laufen.

Am Samstag waren insgesamt 41 Teams am Start. Außer den üblichen Verdächtigen war auch mal wieder ein reines Frauenteam dabei, die Mädels vom Krokodil in Mössingen. So recht wollten sie mit der Sprache nicht heraus, aber trainiert wird offensichtlich nicht. „Der Lauf ist das Training“, war ihr Motto. Ewald Walker, Urgestein der Laufszene, war zum 21. Mal Betreuer der BZN-Frösche vom HAP-Grieshaber-Gymnasium in Reutlingen. „Das ist ein Superlauf“, schwärmt der Lehrer, „da wird zwischen Schülern und Lehrkräften ein ganz besonderes Verhältnis aufgebaut.“ Er ist übrigens zum letzten Mal als Lehrer dabei – er geht in Rente.

Klar, dass die Veranstaltung wieder reibungslos verlief. „Wir machen das bereits so lange“, meinte Amann, „da sind wir ein eingespieltes Team.“ Viele der Helfer sind, man mag es kaum glauben, seit Beginn dabei. Also seit mehr als 30 Jahren. Aber auch sie staunten nicht schlecht, als sie sahen, dass ein Team mit Walkie Talkies ausgestattet war. Immer dann, wenn sich das Läuferpaar so langsam der Zielgerade näherte, wurde das übernehmende Paar damit benachrichtigt, nach dem Motto: Seid bereit, wir kommen.

Die Läufergruppe des TSV Hirschau, die Spitzbergdreppler, schafften es mal wieder, zwei Teams an den Start zu bringen. Und zwar eines mit Top-3-Ambitionen. Das schafften sie am Ende auch, unter anderem mit Hilfe von Markus Weiß-Latzko. Der war immerhin den Marathon schon unter 2:20 Stunden gelaufen und hatte etliche der regionalen Läufe im Vorbeigehen, sprich: als Trainingslauf gewonnen. Lohn der Mühen: „Die kriegen alle eine Rote von mir“, so Lauftreff-Chef Winne Laube.

Sieger am Ende aber waren die Cracks vom Lauftreff Holzgerlingen. Bei denen rannte sogar ein LAV-Jungspund, Levin Maurer, mit. Da konnte auch der Post SV nicht eingreifen. „Wir sind sowieso eine Spaßgruppe“, meinte Gerold Knisel, der neue 1. Vorsitzende. Er selbst ließ laufen – seine beiden Söhne Fabian und Marius nahmen die Piste unter die Sohlen. Auch sie hatten, wie fast alle Teams, ihren Pavillon mitgebracht. Darunter passte dann Ausrüstung, Getränke und ein Tisch. Viele der lokalen Renner hatten am Vortag bereits beim Spendenlauf der Stadtwerke Tübingen mitgemacht. Da war die ganze Strecke im Schatten. Aber auch am Samstag zogen alle klaglos ihre Runden. „Wem es zu heiß ist“, sagte Oliver Ruckaberle, „der soll halt langsamer laufen.“

Doch der Ehrgeiz war bei den meisten groß genug, um zu zeigen, was man so drauf hatte – okay, nicht alle Teams überzeugten läuferisch. Und so überquerten nach 3:05 Stunden die Holzgerlinger im Triumphzug die Ziellinie. Sie waren zwar nicht zum ersten Mal bei der Veranstaltung als Starter, aber es war ihr erster Gesamtsieg. Gut, nicht alle angetretenen Mannschaften schafften ihre 100 Kilometer nach den vorgeschriebenen 4:10 Stunden. Aber man kann davon ausgehen, dass sie sich fühlten als ob. Werner Bauknecht

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Erstellt:
3. Juli 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
3. Juli 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. Juli 2019, 01:00 Uhr

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