Erwünschte Gesundheitswirkung

Eine Fettsteuer könnte Junk-Food teurer und damit unattraktiver machen

Eine Steuer auf besonders fetthaltige Lebensmittel könnte sich positiv auf die Ernährungsweise der Menschen auswirken.

16.09.2020

Gesättigte Fettsäuren schmecken, sind aber ungesund und daher in Dänemark besteuert – ein Vorbild? Bild: PeJo / fotolia

Zu diesem Schluss kommt eine in der Cochrane Database of Systematic Reviews veröffentlichte Studie eines internationalen Forscherteams unter Beteiligung der AOK Baden-Württemberg, der Universität Bremen und des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie.

Demnach habe eine Fettsteuer in Dänemark den Absatz von Sahne um fast 6 Prozent reduziert, Hackfleisch sei um 4 Prozent weniger nachgefragt gewesen. „Insgesamt konnten wir beobachten, dass die Dänen 42 Gramm weniger Fett pro Woche und Kopf zu sich genommen haben als vor der Einführung der Fettsteuer“, so Dr. Manuela Bombana, Wissenschaftlerin bei der AOK Baden-Württemberg und Mit-Autorin der Studie.

Angesichts einer wachsenden Zahl übergewichtiger Menschen in Deutschland sei eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten dringend notwendig. „Hierzulande bringt über die Hälfte der Erwachsenen zu viel Gewicht auf die Waage – Tendenz steigend“, so Bombana. Wenn man zugleich wisse, dass Übergewicht einer der Risikofaktoren für Volkskrankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Beschwerden sei, könne man ermessen, wie groß der Handlungsdruck sei. Weitere empirische Forschung sei jedenfalls notwendig. „Unsere aktuelle Studie kann nur erste Anhaltspunkte über die tatsächliche Wirksamkeit einer Fettsteuer geben“, so Bombana weiter. Parallel gelte es, andere bereits bestehende Möglichkeiten wie Gesundheitskurse, Bewegungsangebote oder Ernährungsberatung voll auszuschöpfen, um dem Trend zum Übergewicht entgegenzuwirken.

Der Leiter der Studie, Dr. Stefan K. Lhachimi, Universität Bremen, betont, dass es sich bei der dänischen Fettsteuer um eine verlorene Chance handelt: „Es ist tragisch, dass die dänische Regierung beziehungsweise andere verantwortliche Institutionen es versäumt haben, diese Maßnahme sinnvoll auf die Gesundheitswirkungen hin zu evaluieren.“ Denn eine Steuer auf gesättigte Fettsäuren wie in Dänemark könne ein guter Ansatz sein, um sogenannte Junk-Foods teurer und damit unattraktiver zu machen. TA

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Erstellt:
16. September 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
16. September 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. September 2020, 01:00 Uhr

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