„1 G“ gilt beim Nikolauslauf

Endlich kann der Traditionslauf im Dezember wieder in Präsenz absolviert werden

Nach dem bloß virtuellen Nikolauslauf von 2020 bietet der Post SV in diesem Jahr wieder einen Präsenzlauf an. Auch der virtuelle 10-Kilometer-Lauf steht wieder auf dem Programm.

01.09.2021

Am Ende gilt „1 G“: Vollständig Geimpfte dürfen beim Nikolauslauf teilnehmen. Auch dieses Jahr wird es wieder Vorbereitungsläufe geben. Bild: Werner Bauknecht

Das Angebot eines Präsenzlaufes stellte Projektleiter Gerold Knisel vom Veranstalter Post SV am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Hause des Namenssponsors IT Design vor. Dennoch wird die Veranstaltung in manchen Läufer/innenkreisen für Irritation sorgen.

Knisel stellte den IT-Design-Nikolauslauf nämlich als „1 G“-Lauf vor. Das bedeutet, dass ausschließlich doppelt Geimpfte beim Event mitmachen dürfen. Die zweite Impfung muss mindestens 15 Tage zurück liegen. Der Genesenenstatus oder ein negativer Test reichen zur Teilnahme nicht aus.

Ganz so, als ahnten die Macher vom Post SV bereits, was möglicherweise auf sie zukomme, meinte der ehemalige Vorsitzende des Vereins Wolfgang Amann, dass sie sich „dieser Diskussion gerne stellen“ werden. Tatsächlich gab es mittlerweile auch etliche Rückmeldungen an die Veranstalter – nicht alle davon waren nett, wie Knisel berichtete.

Hauptargumente seien dabei, dass Genesene mindestens denselben Infektionsschutz aufweisen wie nach einer Impfung – wenn nicht gar einen besseren, wie Studien zeigten. Außerdem habe sich gezeigt, dass Geimpfte sehr wohl sich infizieren und Infektionen weitergeben könnten. So bleibt Nichtgeimpften also bloß das Ausweichen auf den virtuellen Zehner. Der kann zwischen dem 27. November und dem 5. Dezember gelaufen und das Ergebnis über ein Online-Portal hochgeladen werden. Die Gewinner von Preisen werden ausgelost.

Der Präsenzlauf startet am Sonntag, den 5. Dezember, und zwar auf der Originalstrecke. „Es gibt einen entzerrten Lauf“, so Knisel, „wir werden in Startwellen laufen lassen.“ Zahlenmäßig wolle er sich noch nicht festlegen, das hänge vom Verlauf der Pandemie ab und den Regeln bis dahin. Immerhin: Es wird die traditionelle Messe vor Ort bei der Geschwister-Scholl-Schule im Tübinger Norden geben.

Die Startnummern kann man nicht selbst abholen, sie werden zugeschickt. Der Transponder wird mitgeliefert. Dieser nunmehr 46. Lauf kostet 29 Euro Anmeldegebühr (Halbmarathon) beziehungsweise 25 Euro für den virtuellen Zehner. Natürlich ist auch dieses Mal ein spezielles Nikolauslauf-T-Shirt im Preis enthalten. Das Motiv entspricht den Farben des Regenbogens, obwohl das „keine explizit politische Aussage enthalten soll“, meinte dazu Knisel.

Für die Unentschlossenen gilt, dass man auch noch am Lauftag vor Ort vom Präsenzlauf auf den virtuellen umstellen kann. Es ist laut Aussage der Organisatoren noch nicht klar, ob die Läufer/innen am Start eine Maske tragen müssen, die sie dann nach etwa 100 Metern ablegen können.

Knisel erwähnte etliche Läufe, bei denen es in Präsenz bereits geklappt hat: In Bad Liebenzell oder in Rechberghausen beispielsweise. Bisher seien bei den Läufen die Zuschauer das Problem, deshalb finde auch der Tübinger Erbe-Lauf im September ohne Zuschauer statt.

„Beim Nikolauslauf sehen wir das Problem nicht“, meinte er. Auch dieses Jahr werden wieder Vorbereitungsläufe im Rahmen des Post SV-Lauftreffs angeboten. Das Programm startet am 19. September. Online für die Läufe anmelden kann man sich ab 11. September. Es gibt dann auch Messestände in der Tübinger Innenstadt.

Von Vereinsseite aus helfen 200 der Mitglieder im Ehrenamt bei der Durchführung der Veranstaltung. „Deshalb brauchen wir auch keinen professionellen Ausrichter“, so Amann. Stolz sei der Verein darauf, dass alle seine Sponsoren an Bord geblieben seien, auch der Namenssponsor IT-Design, in dessen Räumen die Pressekonferenz stattfand. Einer der Vorstände, Christoph Adamczyk, läuft jedes Jahr selbst mit. „Im letzten Jahr konnten wir 80 unserer Mitarbeiter/innen dazu motivieren, beim Nikolauslauf mitzumachen“, berichtete er. Ein Mitarbeiter sei die Distanz sogar virtuell alleine in Toronto gelaufen.

Der traditionelle Sozialpartner ist dieses Jahr der Tübinger Schwimmverein (TSV). „Ich komme aus dem Strahlen nicht mehr heraus“, sagte dessen Vorsitzender Uli Fischer am Donnerstag. Dazu muss man wissen, dass es im vergangenen Jahr an die zwei Partner des Laufes 2020 insgesamt 21 000 Euro zu verteilen gab. Das Projekt des TSV umfasst „Kompakt-Schwimmkurse für Grundschulkinder zwischen 6 und 9 Jahren.“

Für diesen Zweck habe der Verein zahlreiche speziell ausgebildete Trainer. Insgesamt hat der TSV 900 Mitglieder. Durch die Pandemie habe er um die 100 ihrer Mitglieder verloren. „Das kann ich verstehen, es gab keinerlei Schwimmmöglichkeiten.“ Fischer wies auf den Mangel an Wasserflächen in Tübingen hin, zeitweise mussten Schwimmer während der Pandemie sogar nach Reutlingen in die Schwimmhalle ausweichen.

Der TSV biete außerdem, und da sei er bereits ein Partner des Post SV, den Einstieg in den Triathlon an. „Zahlreiche unserer Schwimmer sind auch Triathleten.“ Über das erste Projekt soll am Tag nach dem Nikolauslauf entschieden werden. Klar, dass auch etliche Schwimmer/innen mitlaufen werden. Werner Bauknecht

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Erstellt:
1. September 2021, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
1. September 2021, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. September 2021, 01:00 Uhr

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