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Den Ping-Pong-Effekt vermeiden

Ergebnisse unserer Telefonaktion zu sexuell übertragbaren Infektionen

Wie schützt man sich beim Sex vor Infektionen? Welche Tests gibt es, welche sind sicher? Welche Impfmöglichkeiten bestehen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt unserer Telefonaktion am 14. November. Hier sind die Antworten der Beraterinnen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

20.11.2019

Wenn der Partner eine Chlamydien-Infektion hat, sollte man sich unbedingt behandeln lassen. Sonst kann ein Ping-Pong-Effekt entstehen, bei dem sich beide Partner immer wieder gegenseitig anstecken. Bild: ©Andrey Burmakin - stock.adobe.com

Ein Test ergab, dass ein Freund von mir HIV-positiv ist. Wird er irgendwann Aids bekommen?

Eine HIV-Infektion muss heute nicht mehr zur Vollerkrankung Aids führen. Denn Medikamente können die Vermehrung der HI-Viren im Körper verhindern, so dass die Betroffenen kaum noch ansteckend sind und eine fast normale Lebenserwartung haben. Allerdings, ohne entsprechende Behandlung treten - in der Regel erst nach vielen Jahren - lebensbedrohliche Erkrankungen auf. Dann spricht man vom vollen Krankheitsbild Aids.

Ich hatte intensiven Kontakt mit einer Zufallsbekannt- schaft – keinen Sex, sondern Zungenkuss und Schmusen. Falls er HIV hat - wäre es möglich, dass er mich angesteckt hat?

Nein, beim Küssen, Schmusen, Niesen, Husten kann HIV nicht übertragen werden. Eine Infektion ist nur möglich, wenn eine ausreichende Menge von HI-Viren über Schleimhäute oder offene Wunden in den Körper von anderen Menschen gelangt. Der Hauptübertragungsweg ist ungeschützter Sex, gefolgt von gemeinsamer Nutzung einer Spritze beim Drogenkonsum.

Vor ein paar Wochen bemerkte ich ein Knötchen am Penis. Das ging aber zurück. Muss ich trotzdem zum Arzt?

Ja, um abzuklären, ob es sich um eine sexuell übertragbare Infektion (STI) handelt. Denn die Infektion kann immer noch im Körper sein und die Gesundheit auf Dauer schwer schädigen. Durch eine medikamentöse Therapie sind die meisten STI heilbar.

Seit einem One-Night-Stand habe ich etwas Ausfluss. Könnte es sein, dass ich mich angesteckt habe?

Ungewöhnlicher Ausfluss kann ein Anzeichen für eine STI sein, genau wir Juckreiz, Ausschlag, Hautrötungen, Bläschen, Warzen, Geschwüre, verstärkter Harndrang, Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen sowie Schmerzen beim Vaginal- oder beim Analsex. Sie sollten umgehend einen Arzt aufsuchen - einen Urologen, Gynäkologen, Dermatologen oder den Hausarzt.

Ein Test ergab, dass ich Chlamydien habe. Sind die ansteckend? Muss sich mein Partner auch untersuchen lassen?

Chlamydien gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Ihr Partner sollte sich unbedingt mit behandeln lassen, da sonst ein Ping-Pong-Effekt entstehen könnte, bei dem sich beide Partner immer wieder gegenseitig anstecken.

Die HPV-Impfung wird ja jetzt sogar für Jungen empfohlen. Ab welchem Alter soll geimpft werden?

Mädchen und Jungen sollten im Alter von 9 bis 14 gegen Humane Papilloma Viren geimpft werden. Das zahlen die Kassen.

Einige HP-Viren können Krebs verursachen – vor allem am Gebärmutterhals, aber auch am After, Penis und im Mund und Rachen. Die Impfung senkt sowohl das Risiko für diese Krebserkrankungen als auch für Feigwarzen deutlich.

Bis zum 18. Geburtstag kann unter Umständen nachgeimpft werden. Um optimal vor Krebserkrankungen schützen zu können, sollten alle Teilimpfungen vor dem ersten Sex durchgeführt werden.

Unser Hausarzt empfahl für meine Söhne (11 und 14 Jahre) eine Hepatitis-B- Impfung, da sie als Kleinkinder nicht geimpft wurden. Ist eine Hepatitis B wirklich so schlimm, dass man sie nicht durchstehen kann?

Die Hepatitis B ist eine schwerwiegende Erkrankung. Die akute Infektion geht einher mit schwerer Erschöpfung und Gliederschmerzen, oft begleitet von Übelkeit und Erbrechen. Sie heilt bei einem Teil der Infizierten nach Monaten aus, andere werden zu chronischen Trägern des Hepatitis B Virus. Die Leber kann zunehmend geschädigt und die Infektion an andere Menschen weitergegeben werden. Gut zu wissen: Bis zum 18. Geburtstag zahlt die Krankenkasse die Impfung. TA

Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche

Aufklärung (BZgA) für HIV und STI: Von Montag bis Donnerstag zwischen 10 und 22 Uhr sowie zwischen Freitag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr unter der Festnetz-Nummer (0221) 89 20 31.

Kostenloses Info-Material unter www.bzga.de, Rubrik Infomaterial, HIV/STI-Prävention

www.liebesleben.de

BZgA-Seite zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen

www.welt-aids-tag.de

Plattform für den Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember

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Erstellt:
20. November 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
20. November 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. November 2019, 01:00 Uhr

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