Keine Schadensminderung

Fachleute sehen E-Zigarette als Suchtmittel

Die E-Zigarette steht seit ihrer Markteinführung bei Fachleuten aus Wissenschaft und Gesundheitswesen in der Diskussion.

29.09.2021

Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse und gesundheits-politische Ereignisse veranlassten die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Grundlagen und Fakten rund um die Thematik erneut zu prüfen. Eine jetzt veröffentlichte DHS-Stellungnahme zur E-Zigarette stellt die Ergebnisse dar. Darin bewertet sie die E-Zigarette eindeutig als Suchtmittel.

„Es ist derzeit kein positiver Effekt von E-Zigaretten in der Gesamtbevölkerung zu sehen, weder für Nichtrauchende, die in der Gesamtbevölkerung mit 75 Prozent die Mehrheit darstellen noch für die meisten Tabakrauchenden“, heißt es in der DHS-Stellungnahme. Wegen gesundheitlicher Risiken warnt sie nachdrücklich vor einer Promotion der E-Zigarette gegenüber der Öffentlichkeit und der Politik. Zudem verlangen die Fachleute nach verstärkter Forschung.

Damit sollen unter anderem weitere Risiken und Nebenwirkungen beim Konsum von E-Zigaretten offengelegt werden. Strittig ist eine Schadensminderung durch E-Zigaretten: Die sogenannte „Harm Reduction“ zielt darauf ab, tabakbedingte Gesundheitsschäden bei Rauchenden durch einen Umstieg auf vermeintlich weniger schädliche Nikotinprodukte zu vermindern.

Wegen der uneinheitlichen Befundlage sieht die DHS eine Schadensminderung durch E-Zigaretten zum jetzigen Zeitpunkt als nicht belegt an. Aktuell rät die DHS allen Rauchenden, die den Ausstieg aus der Tabakabhängigkeit nicht aus eigener Kraft schaffen, sich Unterstützung zu suchen.

Empfehlenswert seien dazu anerkannte Suchttherapeutinnen und sowie und Ärzte, die Strategien in der Entwöhnung anwenden, deren Wirksamkeit nachgewiesen ist, so die DHS. Die sechsseitige Positionierung zur E-Zigarette vom 30. April 2021 steht im Internet unter www.dhs.de/service/aktuelles zum kostenfreien Download zur Verfügung.

Kürzlich erschien zudem eine DHS-Broschüre zum Thema E-Zigarette in Leichter Sprache, die neben Broschüren zu Tabak- und Drogenabhängigkeit, zu Cannabis und synthetischen Drogen unter www.dhs.de/infomaterial zum Download bereitsteht. TA

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Erstellt:
29. September 2021, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
29. September 2021, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. September 2021, 01:00 Uhr

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