Plastik im Essen

Gebrauchte Eisverpackungen nicht für Lebensmittel weiterverwenden

Sommer, Sonne und Eis – das gehört zusammen. Und so tummeln sich in deutschen Tiefkühltruhen zahlreiche Plastikbehälter voller Eiscreme. Ist die Süßspeise verzehrt, nutzen Umweltbewusste oder Sparfüchse die Verpackung zur Aufbewahrung von Essensresten oder frieren darin erneut Lebensmittel ein.

21.07.2021

Manche Verpackungen lassen sich sicher mehrfach für Lebensmittel verwenden, bei manchen wandern schädliche Inhaltsstoffe ins Essen. Bild: digitalstock/fotolia.com

Das ist gut gemeint und praktisch gedacht, birgt jedoch Risiken. Die Verpackungen bestehen zumeist aus thermoplastischen Kunststoffen, die sich bei höheren Temperaturen verformen. Daraus können sich schädliche Substanzen lösen und ins Essen gelangen.

Um auf Nummer sicher zu gehen, rät Rolf Buschmann, Experte für Abfall und Ressourcen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), davon ab, leere Eisverpackungen zur Aufbewahrung von Lebensmitteln zu verwenden: „Eisverpackungen gehören in den gelben Sack oder die gelbe Tonne und sollten fachgerecht recycelt werden. Um erneut Lebensmittel einzufrieren, sind sie nicht geeignet.“

Aus Sicht des Umweltverbandes ist allerdings Müllvermeidung das Beste. Buschmann weiter: „Wir produzieren alle viel zu viel Müll, deshalb gilt: Immer dort, wo es geht, Müll vermeiden. Will man die Eisverpackungen nicht wegwerfen, so eignen sie sich dann noch für eine Zweitnutzung außerhalb des Lebensmittelbereiches, zum Beispiel zur Aufbewahrung von Schrauben oder anderen Kleinteilen, aber bitte nie für Lebensmittel.“

Wer Plastikmüll grundsätzlich vermeiden will, sollte ganz auf verpacktes Eis verzichten und sein Eis selbst machen. Dabei helfen zum Beispiel dauerhaft verwendbare Eisformen mit Stiel, die nur zum Einfrieren genutzt werden. „Auch beim Kauf solcher Förmchen sollten die Verbraucher genau hinschauen“, so der BUND-Experte weiter. „Eisformen müssen nachweislich für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet sein, um gefahrlos verwendet zu werden. Unser Tipp: Achten Sie auf der Rückseite auf das Glas-und-Gabel-Symbol, dann ist dieses Plastikprodukt für Lebensmittel geeignet.“

Mehr als 3,2 Millionen Tonnen Kunststoffverpackungsmüll fielen im Jahr 2019 bundesweit an, von denen fast die Hälfte verbrannt statt recycelt wurde. Ob als Tüte, Trinkbecher, Kinderspielzeug oder Abfall – Kunststoffe belasten durch ihre vielen unbekannten zugesetzten Chemikalien unsere Gesundheit und die Ökosysteme. Die Broschüre „Achtung Plastik“ informiert über verschiedene Materialien und gibt Anregung, wo Plastik vermieden werden kann und welche Alternativen es gibt. TA

Kostenloser Download unter:

www.bund.net/achtung-plastik

Noch mehr Informationen zum Thema plastikfreies Leben hat der BUND zusammen mit der Heinrich-Böll-Stiftung im „Plastikatlas 2019“ zusammengestellt.

Zum Artikel

Erstellt:
21. Juli 2021, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
21. Juli 2021, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2021, 01:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.