Neue Bäume braucht das Land

Gewerkschaft fordert mehr Personal für Baden-Württembergs Wälder

15,8 Millionen Kubikmeter Schadholz liegen in Baden-Württembergs Wäldern. Wird das vom Borkenkäfer befallene Holz nicht zügig entfernt, ist eine Katastrophe wahrscheinlich.

29.07.2020

Dürre, Hitze und Stürme setzen dem Wald zu. Mehr Forstpersonal soll den klimagerechten Umbau heimischer Wälder voranzubringen. Bild: IG Bau

Klimanotstand im Forst: Immer mehr heimische Bäume könnten Dürren, Stürmen und Schädlingen zum Opfer fallen – wenn nicht deutlich mehr für den klimagerechten Umbau der Wälder getan wird. Davor warnt die Gewerkschaft IG Bau und fordert zusätzliches Forstpersonal auch im Landkreis Tübingen. „Zwar hat die Landesregierung angekündigt, 130 neue Stellen für den Forst in Baden-Württemberg zu schaffen. Das ist ein wichtiger Schritt, reicht jedoch angesichts des Ausmaßes der Schäden noch nicht aus“, sagt der Regionalleiter der IG BAU Südwürttemberg, Andreas Harnack. Zudem müsse sichergestellt werden, dass das zusätzliche Personal auch in den Forstbezirken vor Ort ankomme und nicht in höheren Verwaltungsebenen eingesetzt werde.

Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums dürften in Baden-Württemberg 2018 bis 2020 insgesamt rund 15,8 Millionen Kubikmeter Schadholz anfallen. Extreme Wetterlagen und Schädlinge wie der Borkenkäfer werden bis Jahresende eine Waldfläche von 18 000 Hektar vernichtet haben. „Auch wenn zuletzt mehr Regen fiel als in den Vorjahren, bleibt die Lage für die Bäume dramatisch. Neben den besonders anfälligen Monokulturen aus Fichten und Kiefern trifft es mittlerweile sogar die Buche“, so Harnack. Diese seit Jahrtausenden in Deutschland heimische Art leide zunehmend unter ausgetrockneten Böden und Pilzbefall. Um die Wälder für den Klimawandel zu wappnen, müssten Mischwälder angelegt und sogenannte trockenheits- und wärmeertragende Baumarten angepflanzt werden. „Das aber ist eine Mammutaufgabe, für die es viel mehr Förster und Forstwirte braucht als bislang. Betriebe sollten deshalb auch mehr ausbilden und Azubis übernehmen“, betont der Gewerkschafter. Der Nachholbedarf sei enorm, denn Nadelbäume – meist Monokulturen – machen 52 Prozent der 1,4 Millionen Hektar des Waldes aus. TA

Zum Artikel

Erstellt:
29. Juli 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
29. Juli 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2020, 01:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.