Erste Bachelors Professional

Gleichwertigkeit von beruflicher Fortbildung und Studium wird gefördert

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart hat im Februar die ersten Zeugnisse zum „Bachelor Professional“ vergeben.

Gleichwertigkeit von beruflicher Fortbildung und Studium wird gefördert

Als Lohn fürs Büffeln winkt ein Bachelor-Grad als Zusatzbezeichnung für bisherige Abschlüsse. Dies soll auch die internationale Vergleichbarkeit verbessern.Bild: MKS - stock.adobe.com

Eine Fachwirtin für Einkauf trägt nun auch den Titel „Bachelor Professional in Procurement“ und 14 Bilanzbuchhalterinnen und Bilanzbuchhalter haben den Zusatz „Bachelor Professional in Bilanzbuchhaltung“ auf ihren Zeugnissen stehen.

„Die Gleichwertigkeit von beruflicher Fortbildung und Studium wird dadurch sichtbarer“, sagt Marjoke Breuning. „Da die Bezeichnungen international verständlich sind, fördern sie die Mobilität für berufliche Aufsteigerinnen und Aufsteiger auf den weltweiten Arbeitsmärkten“, so die IHK-Präsidentin. „Die Unternehmen können sie problemlos global einsetzen.“

Für Elisabeth Steeb, eine der ersten Absolventinnen zum Bachelor Professional in Bilanzbuchhaltung, war der Zusatz „Bachelor Professional“ eine zusätzliche Motivation: „Durch die Änderung zum Bachelor Professional wird der Titel auch in meinem internationalen Arbeitsumfeld verstanden.“ Elisabeth Steeb ist seit 1. Januar 2021 Referentin im Group Accounting bei der All for One Group SE und konnte sich durch den jetzigen Abschluss beruflich neu orientieren. „Die Fortbildung hat mir geholfen, voranzukommen und meine inhaltlichen Schwerpunkte anders zu setzen“, so Steeb.

Die Absolventin hat bereits ein Hochschulstudium an der Universität Hohenheim im Bereich Management mit dem Master of Science abgeschlossen, dennoch entschied sie sich für eine berufliche Fortbildung: „Im Studium wusste ich noch nicht, was ich in der Zukunft machen möchte. Das hat sich erst mit dem Beruf ergeben. Mit dem Bachelor Professional konnte ich auf mein abgeschlossenes Hochschulstudium nochmal aufbauen. Ich habe mir praktisches Wissen angeeignet, das mir im Studium einfach gefehlt hat“, betont Elisabeth Steeb.

Ermöglicht hat dies das zum 1. Januar 2020 novellierte Berufsbildungsgesetz. Zentrales Element der BBiG-Novelle ist die Einführung transparenter Fortbildungsstufen für die höherqualifizierende Berufsbildung. Abschlüsse können künftig die Bezeichnungen „Geprüfte/r Berufsspezialist/in“, „Bachelor Professional“ oder „Master Professional“ tragen.

Demnach erwerben ab jetzt neue Absolventen dieser Abschlüsse zusätzlich zur bisherigen Abschlussbezeichnung auch die neue Bezeichnung „Bachelor Professional“ oder „Master Professional“. Sie können selbst entscheiden, welche Bezeichnung sie führen wollen. Der Hauptausschuss des Bundesinstitutes für Berufsbildung hat im Dezember 2020 nun für die ersten sechs IHK-Abschlüsse den Weg geebnet und die neuen Verordnungen gebilligt:

Beispiele sind: „Geprüfter Betriebswirt – Master Professional in Business Management“, „Geprüfter Medienfachwirt – Bachelor Professional in Media“, „Geprüfter Fachwirt für Einkauf – Bachelor Professional in Procurement“, „Geprüfter Bilanzbuchhalter – Bachelor Professional in Bilanzbuchhaltung“, „Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Printmedien – Bachelor Professional in Print“.„Geprüfter Meister für Veranstaltungstechnik – Bachelor Professional für Veranstaltungstechnik“.

Alle anderen Abschlüsse werden sukzessive geändert. Bei vielen werden in diesem Zug auch die Qualifikationsinhalte modernisiert und an ein verändertes Arbeitsumfeld angepasst. Aktuell stimmen die beteiligten Partner, also die prüfenden Stellen wie bspw. die IHKs, die Arbeitgeberverbände, die Gewerkschaften und das Bundesbildungsministerium das Vorgehen und den Zeitplan ab.

TA


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07.04.2021, 01:00 Uhr