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Der Kommentar

Happy Birthday, Puppenkiste!

28.02.2018
  • Angelika Brieschke

Vor einiger Zeit gab es in einer Fernsehsendung eine kuriose Straßenumfrage zu sehen: Der Mann mit dem Mikro wollte von den Leuten wissen, in welcher Stadt die „Augsburger Puppenkiste“ ist. Ob Sie es glauben oder nicht, die meisten wussten es nicht. Manche tippten sogar auf München oder Berlin. Das war sehr lustig.

Zum einen. Zum anderen aber kann man an dieser dämlichen Fehlleistung etwas ganz Besonderes erkennen: Die „Augsburger Puppenkiste“ ist eine starke Marke – so sehr nämlich, dass man den einen Namensbestandteil gar nicht als Ortsnamen wahrnimmt. Es gab auch keinen einzigen unter den Befragten, der nicht wusste, was die „Augsburger Puppenkiste“ ist. Und mal ehrlich: Wer kann nicht mindestens ein Stück der Puppenkiste nennen? „Urmel aus dem Eis“, „Der Löwe ist los“, „Der Räuber Hotzenplotz“, „Kleiner König Kalle Wirsch“, „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Sehr eindrücklich in Erinnerung ist mir immer noch diese grauenvolle Krabbe mit den Riesenscheren, die sich in einer unterirdischen Grotte langsam auf das Urmel zubewegte. Hilfe!

Als wir im Urlaub mal einige Tage in Augsburg verbrachten, war ein Besuch der „Puppenkiste“ fest eingeplant, obwohl unser Sohn eigentlich über das Alter dafür hinausgewachsen war – was er im Vorfeld auch unmissverständlich und deutlich kundgetan hatte. Nun sind nostalgisch aufgelegte Erwachsene durch sowas natürlich nicht zu stoppen und so saßen wir dann in einem wunderlich antiquierten Theatersaal mit Blick auf zwei Kistendeckel, deren Fernseh-Zwillinge früher Sonntag für Sonntag ins heimische Wohnzimmer gekommen waren. Ich zumindest freute mich riesig auf die Aufführung – fast wie Jahrzehnte zuvor auch. Die gezeigte Geschichte war, muss ich leider sagen, langweilig. Und dennoch war die Theaterstunde im Nu vorbei: Die Aufführung – die Puppen, das Bühnenbild – hatten einen unglaublichen Zauber versprüht. Und das war keineswegs nur Nostalgie. Angelika Brieschke

Die Augsburger Puppenkiste feiert 70. Geburtstag. Am 26.2.1948 eröffnete die Familie Oehmichen im ehemaligen Heilig-Geist-Spital in Augsburg ihr Puppentheaterhaus. Fünf Jahre später begann die Fernsehkarriere der Fadenpuppen.

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28.02.2018, 01:00 Uhr
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