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Schlösser, Mordkreuz, Weinidyll

Hinaus ins Grüne: Auf Ritterpfaden zu den SchlössernRoseck und Hohenentringen

Die Weinberge und Täler um Unterjesingen sind hinreißend und das Schloss Hohenentringen ist seit Jahrhunderten ein beliebtes Ausflugsziel. Diese Entdeckungstour führt uns durch eine alte Kulturlandschaft mit Schlösschen, Wäldern und Weinbergen.

06.07.2016

Wir beginnen diese Rundwanderung am Unterjesinger Bahnhof und gehen die Ammertalbahn-straße Richtung Westen, bis rechts die Zeppelinstraße einmündet. Wir folgen ihr kurz und wandern die Winzerstraße, die sich zu einem Fußweg verengt, nach links bis zur Arnoldgasse. Nach einem kleinen Dorfplatz mit Gasthaus queren wir die Rottenburger Straße und kommen durch ein idyllisches Dorfquartier mit liebevoll renovierten alten Wengerter- und Bauernhäusern: die Untere Straße.

Am Ende des alten Dorfkern halten wir uns in der Brunnenhalde rechts und gehen bis zur stark befahrenen Jesinger Hauptstraße hoch, die sich mittels einer Fußgängerampel an dieser Stelle queren lässt. Auf der anderen Straßenseite geht es kurz nach oben und dann folgen wir vor der hohen Kirchhofmauer dem alten Treppenweg durch einen gotischen Torbogen nach oben. In der Kirchenmauer sehen wir noch vier eingelassene alte Grabplatten. Sie erinnern an den alten Friedhof, der früher die Kirche umgab. Rechts steht noch das alte Schulhaus von 1838. Wir gehen um die Kirche herum, biegen nach links und gelangen durch ein malerisches Anwesen. Es beherbergt heute das „Isinger Dorfmuseum“ im sogenannten Zeeb-Haus (Nr. 9) und, auf der rechten Seite, der Rosecker Kelter von 1784. Während in der Kelter die Geschichte des Weinbaus dargestellt wird, bekommt man im historischen Bauernhaus mit großem Gewölbekeller interessante Einblicke in das einfache bäuerliche Leben seiner früheren Bewohner. Es ist jeden 1. Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Wir gehen weiter, halten uns vor Haus Nr. 11 links, und wandern die Kirchhalde bergauf.

Nun geht es am Friedhof vorbei und nach rund 200 Metern kommen wir zu einem mit einem roten Kreuz markierten Fußweg, der nach links abzweigt. Wir folgen ihm und kommen durch ein flaches Tälchen über Staffeln hoch zu einer kleinen Anhöhe und dann wieder hinunter in Enzbachtälchen. Im Hintergrund thront Schloss Roseck wie eine verwunschene Märchenburg über den Weinbergen. Der gekennzeichnete Wanderweg führt uns weiter in gleiche Richtung und wir steigen an den Weinbergen unterhalb von Roseck links den Berg hoch. Nach einiger Zeit biegt der asphaltierte Weg scharf nach rechts, wir aber gehen geradeaus weiter und erreichen das Schloss von Westen her.

Wir wandern nun an der unteren Schlossmauer mit herrlicher Aussicht entlang Richtung Osten und kommen an den Gebäuden des Pferdesportvereins Roseck vorüber. Am Waldrand folgen wir dem Wanderweg mit dem roten Kreuz und kommen durch den Wald zu einer großen Lichtung mit Streuobstwiesen. Hier gehen wir den ausgeschilderten Weg in gleicher Richtung weiter und biegen nach einem Pferdehof links ein zum Schloss Hohenentringen. Nach der Hofeinfahrt gelangen wir in den Schlosshof, in den Sommermonaten beliebter Außenbereich des Schlossgasthofs. Der heimelige Adelssitz aus dem 15. bis 18. Jahrhundert entwickelte sich unter den Freiherren von Ow zu einem traditionsreichen Studentenausflugslokal. Zahlreichen Wappenschilder an den Wänden des ehemaligen Rittersaals erinnern an hier ansässige und eingeheiratete Adelsgeschlechter, nachdem die Gründer der kleinen Burg, die Herren von Entringen um 1300 ausgestorben waren. An der Westseite des Schlosshofes bietet sich bei klarer Sicht ein herrlicher Ausblick über das Ammertal und das Gäu bis zur 1164 m hohen Hornisgrinde im Nordschwarzwald, gut erkennbar am SWR-Sendemasten.

Wir gehen nun wieder ein kurzes Stück auf unserem Wege zurück und folgen nach dem Pferdehof und einer Feldscheune dem mit einem roten Balken ausgeschilderten Weg nach links. Auf dem ins Allgäu führenden Wanderweg HW5 kommen wir an einer Lichtung mit Grillplätzen vorbei und erreichen eine Wegkreuzung. Hier gelangen wir über einen schräg rechts in den Wald führenden Trampelpfad zu einem alten Sühnekreuz aus dem Jahr 1482 das auf einen wohl dort stattgefundenen Mord zurückgeht. (siehe kleines Bild). Eine Legende erzählt, dass hier ein Mönch des nahen Bruderhauses von einem Räuber erschlagen wurde.

Wir gehen zurück zur Kreuzung und spazieren den mit einem roten Punkt markierten Weg geradeaus weiter zum Waldrand, wo wir uns rechts halten und bald wieder in den Wald kommen. Vorbei an einem herrlichen Aussichtspunkt, verengt sich der bis dahin geschotterte Weg und führt geradeaus hinunter ins lauschige Himbachtal. Wir folgen dem plätschernden Bächlein, bis uns nach circa 1,5 Kilometer auf der rechten Seite der mit einem roten Punkt markierten Hagellocher Weg wieder nach oben bringt. Nach einer Linkskurve führt der Weg rechts in den Wald hinein. Nach Eintritt in den Wald ist es wichtig, dass wir an dem mit einem roten Punkt markierten Baum schräg links nach oben wandern, da die Wegführung hier etwas unklar ist und der geradeaus führende Pfad in Sträuchern endet. Wir wandern an dem etwas matschigen, später geschotterten Waldweg mit roten Punkt-Tafeln bergauf, bis wir ganz oben auf eine T-Kreuzung stoßen. Dort gehen wir nach links und folgen nach kurzer Zeit dem nach rechts führenden Wanderschild Richtung Unterjesingen-Bahnhof. Von dem Weg oberhalb der Weinberge haben wir an klaren Tagen immer wieder schöne Ausblicke auf das Ammertal mit Unterjesingen, den Spitzberg und die Höhenzüge der Schwäbischen Alb. Besonders schön sind die Wurmlinger Kapelle und die fernen Türme der Burg Hohenzollern.

Der Weg führt uns immer weiter hinunter und nach dem Wasserreservoir, der Weg ist ab hier asphaltiert, biegen wir links in ein Wengertersträßchen mit Wohnhäusern auf der rechten Seite ein. Wir folgen ihm in einem Bogen durch die Weinberge mit ihren alten Mäuerchen, die seit Generationen mit viel Mühe instand gesetzt werden. An der nächsten Kreuzung halten wir uns rechts und kommen hinunter in den Mönchhütteweg. In der Landhausstraße biegen wir nochmals rechts ein und gelangen über den Klemsenweg hinunter zur Jesinger Hauptstraße. Dort gelangen über die Fußgängerampel in die Straße Bei den Linden, über die wir unseren Ausgangspunkt, den Unterjesinger Bahnhof erreichen. Zugleich eine gute Einkehrmöglichkeit am Ende der Wanderung.

Arndt Spieth / Bilder: Spieth

Tourbeginn- und ende:

Bahnhof Unterjesingen, Ammertalhaltestelle: Unterjesingen Mitte

Tourenlänge: circa 9,5 Kilometer

Höhenunterschiede: circa 240 Meter

Gehzeit: rund drei Stunden

Einkehrmöglichkeiten: Hohenentringen, Bahnhof Unterjesingen

Freizeitkarte Blatt F523 Tübingen Reutlingen, 1:50.000

Wenn das nicht die Toskana im Kreis Tübingen ist: Ausblick über Unterjesingen mit Weinbergen

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Erstellt:
6. Juli 2016, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
6. Juli 2016, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. Juli 2016, 01:00 Uhr

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