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Ruinen, Wunschbaum, Tulpenmeer

Hinaus ins Grüne: Über den Stöffelberg und das Wiesaztal nach Gönningen

Diese abwechslungsreiche Rundwanderung führt uns zu einer ganzen Reihe von Highlights in und um Gönningen: Das Aussichtsparadies Stöffelberg, der Wunschbaum, die Gönninger Seen mit dem Tuffsteinlehrpfad und, als fulminanter Abschluss, das alljährliche Tulpenmeer im Ort.

11.04.2018

Wir beginnen unsere Wanderung am imposanten Gönninger Rathaus im Ortszentrum. Von hier spazieren wir durch die Torstraße nach Osten und halten uns vor Haus Nr. 17 links. Ein Fußweg führt uns über die Wiesaz und wir kommen zwischen lauschigen Gärten hoch zur Lichtensteinstraße. Wir halten uns rechts, queren die Straße und wandern durch den Rostellweg weiter bergauf. Am Ortsrand spazieren wir auf dem Schotterweg geradeaus weiter und folgen dem mit einem liegenden blauen Y markierten Wanderweg in ein Wiesentälchen mit schönen Ausblicken auf Gönningen und den Roßberg. Schließlich sind wir im Wald und folgen weiter dem Wanderzeichen durch einen Bannwald mit alten Buchen hoch zum 736 Meter hohen Stöffelberg. Hier oben befand sich die Burg Stöffeln oder Stöffelburg, von der noch einige Gräben und Erdwälle im Wald erkennbar sind. Die weitläufige Höhenburg „Stofola“ mit Vorder- und Hinterburg sowie zwei Kernburgen wurde im 12. Jahrhundert von den Edelfreien von Stöffeln erbaut. Die Stöffler sorgten auch dafür, dass Gönningen zur Stadt erhoben wurde. Nachdem sie um 1300 Burg und Stadt an Württemberg verkaufen mussten, ist das Stadtrecht bald wieder eingeschlafen. Im Städtekrieg besetzten die Reichsstädte Gönningen und zerstörten 1388 die Burg. Die Ruinen wurden nie mehr aufgebaut. Oben gibt es eine Infotafel, auf der die imposante Burganlage abgebildet ist. Wir gehen hier kurz links hoch und haben von einem Aussichtspunkt einen schönen Ausblick auf die Alb und das Vorland.

An der Infotafel gehen wir dann geradeaus, folgen dem blauen Y, wobei wir immer an der linken, nördlichen Traufkante bleiben und nicht rechts abbiegen. Wir passieren einige Burgwälle und halten uns an einer Kreuzung links (weiter dem Y folgen). Der Weg führt in ungefähr die gleiche Richtung bis zu einer Forsthütte. Dann schwenkt er in südwestliche Richtung nach rechts und wir gehen für eine Weile durch den Wald.

Schließlich erreichen wir eine größere Wegkreuzung, wo wir uns links Richtung Pfullinger Berg halten. Nach einiger Zeit erreichen wir eine weitere Weggabelung. Wer gerne einen Abstecher zum Naturschutzgebiet „Hochwiesen-Pfullinger Berg“ und dem Pfullinger Wunschbaum machen möchte, der folgt der Ausschilderung zum Gielsberg erst links hoch und dann auf dem Wiesenweg nach rechts Richtung „Gielsberg AP“. Das Naturschutzgebiet ist im Sommer ein wahres Blüh-Eldorado und Paradies für Schmetterlinge und bildet mit den umliegenden Bannwäldern ein wichtiges Zentrum im Biosphärengebiet. Im nächsten Wäldchen erkennt man den originell geschnitzten Wunschbaum schon von weitem an den vielen Wunschzetteln in den Ästen.

Danach geht‘s wieder an die Wegkreuzung zurück. Wir folgen ab hier der blauen Raute geradeaus. Der Weg führt hinab ins Wiesaztal. Der Bannwald mit seinen Felsen und umgestürzten Baumriesen ist urig, wir befinden uns hier in der Kernzone des Biosphärengebiets. Nach dem Parkplatz erreichen wir zwei Bachläufe aus dem Ramstel und unterqueren die Straße nach Genkingen mittels einer Unterführung. Auf der anderen Seite folgen wir dem Bach und kommen bald an die Gönninger Seen. Am sommerlichen Badeparadies herrscht jetzt angenehme Stille, ein herrliches Plätzchen zum Verweilen und um die Wasservögel zu beobachten.

Wir gehen weiter und folgen nun dem mit einem blauen „T“ ausgeschilderten Kalktufflehrpfad an der Wiesaz Richtung Gönningen. Austretende kalkhaltige Quellwässer bildeten die im Wasser sichtbaren Kalktuffe. Der Kalk sammelte sich an sogenannten Kalktuff-Barren oder setzt sich durch Ausfällungen an den Terrassenstufen ab. Der Gönninger Kalktuff war um 1900 ein beliebter Werkstein, der hier entlang der Wiesaz abgebaut wurde. Auch die Gönninger Seen verdanken ihre Entstehung diesem Abbau. Nach einem Parkplatz verlässt der Weg leider das Flüsschen und wir folgen dem Buochweg links am Hang durch den Wald. Nach einiger Zeit erreichen wir wieder Gönningen. Rechts führt eine Brücke hinüber zum Seniorenzentrum mit dem Tulpencafé, eine Einkehrmöglichkeit auf der Strecke. Es lohnt sich auf jeden Fall, zum Steg hinunter zu steigen, der Blick auf den Wasserfall der Wiesaz, die hier mit Getöse in die Tiefe stürzt, ist einfach zu schön.

Anschließend halten wir uns oben links und kommen in den Gönninger Tulpenfriedhof. Das alljährliche Naturschauspiel mit den vielen bunten Tulpen hat schon eine lange Tradition. Wir verlassen den Gottesacker wieder am anderen Ende und folgen der Konradstraße nach rechts bis ins „Ländle“, wo wir uns links halten. An der Kreuzung steht das Käshaus (Nr. 2) mit seinem imposanten Erker, einer früher legendären Weinstube und Samenhandlung. Die windschiefen, teilweise über 400 Jahre alten Häuschen zwischen lauschigen Gärtchen sind heute ein beliebtes Refugium für Künstler und Naturliebhaber. Früher lebten hier oberhalb der Wiesaz Samenhändler, Handwerker und Kleinbauern und das Ländle versprüht noch immer einen ganz besonderen Charme. Gönningen wurde durch seine schöne Lage und die günstigen Mietpreise ab Mitte der 1970er Jahre zu einem Magneten für die alternative Szene aus Reutlingen und Tübingen. Es entstanden verschiedene Landwohngemeinschaften und teilweise leerstehende Häuser wurden in Eigenleistung bewohnbar gemacht. Diese Zeit ist bis heute in Gönningen zu spüren.

Wir erreichen nun die evangelische Kirche St. Peter und Paul. Das imposante Schiff und der obere Teil des Turms aus heimischem Kalktuff wurden im 19. Jahrhundert gebaut, der Chor und die unteren Stockwerke stammen aus dem 12. Jahrhundert, als Peter und Paul noch die stolze Kirche der jungen Stadt Gönningen war. Wir gehen gerade aus und halten uns in der Kirchstraße rechts. Links steht das „Neue“ Schulhaus. Den Eingang der einstigen Mittelschule aus Gönninger Kalktuff schmücken heute zwei originelle Schülerskulpturen der Künstlerin Ulla Frenger. Wir sind wieder in der Torstraße und somit fast am Ausgangspunkt.Arndt Spieth

Gute Wanderschuhe sind zu empfehlen.

Länge: 8,5 Kilometer

Gehzeit: ungefähr 3 Stunden

Höhenunterschied: 225 Meter

Einkehrmöglichkeiten:

Tulpencafé im Seniorenzentrum,

Kulturgaststätte Schwan (Hauptstraße 12): gute regionale Küche, Kaffee und Kuchen

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11.04.2018, 01:00 Uhr
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