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Naturparadies mit Weitblick

Hinaus ins Grüne: Von Beuren durch die Heide hoch auf den Dreifürstenstein

Diese faszinierende Rundwanderung bietet herrliche Ausblicke auf den Albtrauf mit der Burg Hohenzollern und dem Albvorland. Am Horizont sieht man an klaren Tagen bis zu den Höhenzügen des mittleren und nördlichen Schwarzwaldes.

31.07.2019

Weitblick auf die Burg Hohenzollern vom Dreifürstenstein aus. Bilder: Arndt Spieth

Ein weiterer Pluspunkt für diese Wanderung: In dieser Höhe ist es im Sommer klimatisch angenehmer als unten und da auf der Alb vor allem Buchenwälder mit einzelnen Kiefern, Fichten und Tannen wachsen, wird man da von den Eichenprozessionsspinnern nicht beeinträchtigt.

Das traumhaft gelegene Naturschutzgebiet Beurener Heide ist ein einzigartiges Naturparadies mit vielen seltenen Pflanzenarten. Die Tour ist deshalb auch für botanisch Interessierte ein besonderer Leckerbissen. Die Strecke verläuft außerhalb der Heiden meist im Wald, weshalb man sie im Sommer auch an sonnigen Tagen gut machen kann. Wer nicht so lange wandern möchte, kann die Strecke auch deutlich abkürzen, allerdings ist dieser Aufstieg ein einigen Stellen etwas steil und bei Regenwetter auch rutschig. Da wären Wanderstöcke von Vorteil. Trittsicherheit sowie gutes Schuhwerk sind insgesamt notwendig. Es wird auch empfohlen, genügend zu Trinken und Essen mitzunehmen, weil es unterwegs keine Einkehrmöglichkeit gibt.

Wir beginnen die Rundwanderung in Beuren an der Bushaltestelle „Beuren Friedhof“. Wer mit dem Pkw über Belsen oder Schlatt anreist, kann auch gleich bis zum Wanderparkplatz am Waldrand (Beurener Heide) fahren. Von der Bushaltestelle wandern wir entlang der Bismarckstraße durch den idyllischen Bergweiler und folgen dann dem Sträßchen zwischen Wiesen in gleicher Richtung bis zum Waldrand. Nach Querung eines Bächleins schwenkt unser Weg nach rechts zum Waldparkplatz an der Beurener Heide.

Wir wandern nun in gleicher Richtung weiter, das heißt, wir spazieren an der Kreuzung auf dem rechten Weg auf ungefähr gleicher Höhe durch die wunderschöne Beurener Heide mit Wachholdersträuchern und vielen Magerwiesenblumen. Das Gebiet liegt geologisch gesehen im Brauen Jura und umfasst neben Wacholderheiden auch einzelne Hangquellmoore, die im Bereich der wasserundurchlässigen und rutschfreudigen Ornatentone entstehen. Über 340 Pflanzenarten kommen in dieser Heide vor, darunter 65 gefährdete und geschützte Arten wie das gefleckte Knabenkraut, Pyramiden-Hundswurz, Sumpf-Stendelwurz, die Mücken-Händelwurz, Helm-, Purpur- und das Mannsknabenkraut, die sehr seltenen Fliegen-, Spinnen- und Bienen-Ragwurzen sowie verschiedene Enzianarten. Das Gebiet mit seinem großen Orchideenreichtum und ist dadurch ein wahres Mekka für alle botanisch Interessierten. Allerdings darf man die freigegebenen Wege nicht verlassen. Ein durch die jahrhundertelange Schafbeweidung entstandenes Naturparadies, das von Wäldern und Wiesen umgeben ist. Im Hintergrund thront die Burg Hohenzollern wie ein verwunschenes Märchenschloss.

Nach Betreten des Waldes gibt es nun die Möglichkeit, die Tour abzukürzen und dem Wanderpfad mit dem blauen Dreieck hoch auf den Trauf zu folgen, wobei man sich oben auf dem Albsteig (HW1) links hält. Der Weg ist im oberen Teil an einigen Stellen recht steil und es gibt an nassen Tagen feuchte und rutschige Passagen. Deshalb ist für diese Variante absolute Trittsicherheit und rutschfestes Schuhwerk notwendig.

Wenn wir uns für die längere Variante mit etwas sanfterem Aufstieg entscheiden, folgen wir hier dem Weg durch den Wald nach rechts Richtung Schlatt und Weiherwaldkopf. Er ist hin und wieder mit einer weißen 8 auf schwarzem Hintergrund gekennzeichnet. Dieser 8 folgen wir, bis wir wieder am Wanderparkplatz sind. Der Waldweg beschreibt bald wieder einen Rechtsschwenk und wir gehen entlang einer weiteren Heide bis zur Kapfalm, einem Rastplatz mit Grillstelle. Wir gehen weiter und erreichen den Schlatter Sportparkplatz, an dem wir gerade, in gleicher Richtung, vorbeiwandern. Nach 100 Metern, am Kirchenköpfle oberhalb der alten Schlatter Kirche, biegen wir nach links und folgen dem Wanderweg hoch Richtung Trauf. Wir kommen am Aussichtspunkt Kaspars Kreuz vorbei und wandern zunächst Richtung Weiherwaldkopf. Oben angekommen, folgen wir dem Albsteig (HW1) nach links immer am Trauf entlang bis zum Dreifürstenstein. An vielen Stellen bekommen wir schöne Ausblicke auf den Hohenzollern und den malerischen Albtrauf mit Albvorland.

Der Pfad hier wird von vielen alten Grenzsteinen gesäumt. Die Inschriften „HH“ stehen für Hohenzollern-Hechingen, „B“ für Beuren und „SCH“ für Schlatt. „HS“ über „S“ kennzeichnete das Territorium von Hohenzollern-Sigmaringen und Salmendingen und „KW“ bedeutete Königreich Württemberg.

Am 853,5 Meter hoch gelegenen Dreifürstenstein weitet sich unser Blick auf diese traumhaft schöne Natur- und Kulturlandschaft zwischen Albtrauf und Schwarzwald. Hier gibt es auch eine Schutzhütte mit dahinter liegendem Grillplatz.

Nach einer Legende sollen sich am Dreifürstenstein die drei Fürsten von Fürstenberg, Hohenzollern und Württemberg getroffen haben, um sich zu beraten. Dabei soll über dem Grenzstein ein runder Steintisch gewesen sein, so dass jeder der drei Fürsten auf seinem Territorium bleiben konnte.

Haben wir uns an dem wunderbaren Blick genügend geweidet, folgen wir zuerst dem roten Dreieck und Apfelsymbol und dann dem blauen Dreieck hinunter nach Beuren. Dabei werden wir auf idyllischen Pfaden durch ein Waldschutzgebiet mit urwaldähnlicher Naturlandschaft geführt. Unten angekommen, erreichen wir am Waldrand eine weitere Schutzhütte mit Grillplatz. Ab hier geht es wieder durch die bunt blühende und artenreiche Beurener Heide bis zum Wanderparkplatz und dann durch Beuren zurück zum Ausgangspunkt, der Bushaltestelle „Beuren Friedhof“. Arndt Spieth

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Info: Beuren

Beuren hat rund 180 Einwohner und ist heute der höchstgelegene Stadtteil Hechingens (684 Meter). Es gehörte wohl schon lange den Hohenzollern, der Name des Dreifürstenstein verweist jedoch auf die Grenzlage der Gemarkung. Hier trafen während fast 400 Jahren die Territorien des ehemaligen Großherzogtums Württemberg und der Fürstentümer Fürstenberg und Hohenzollern-Hechingen aufeinander. Auch heute sieht man dies noch an der nahen Kreisgrenze. So gehören die ehemals württembergischen Nachbarorte wie Belsen zum Landkreis Tübingen und die hohenzollerischen Orte wie Beuren zum Zollernalbkreis. Der abgelegene Weiler blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits 786 taucht hier der Name „Purrom“ für eine Siedlung auf, die auf das heutige Beuren schließen lässt. Im 16. Jahrhundert wird es in einer Urkunde „Burron“ genannt. Der Name leitet sich von „Bu“ ab, was „Bau“ oder „Gebäude“ bedeutete. Im 15. Jahrhundert bauten die Beurener ihre erste Kapelle und weihten sie dem Heiligen Johannes Baptist. 1842 ersetzte man sie durch den heutigen, spätklassizistischen Bau. Im Inneren ist vom alten Bau eine gotische Plastik des hl. Johannes des Täufers (um 1430) erhalten geblieben.

Angaben für kurze und die lange Variante:

Gehzeit: 2,3 / 4,5 Stunden

Länge: 7,7 / 13,2 Kilometer

Höhenunterschied:

277 / 490 Meter

Gaststätten in Beuren: Gasthof Dreifürstenstein und Jockele,

Grillplatz Dreifürstenstein (neben Schutzhütte), Grillplatz Kapfalm, Grillplatz Beurener Heide

ÖPNV: Bus Linie 9, Abfahrt Bahnhof/Obertorplatz Hechingen, Ziel: Haltestelle „Beuren Friedhof“. An Samstagen und Ferientagen verkehrt hier ein Linientaxi zum Naldo-Tarif, Anmeldung am Vortag bis spätestens 17 Uhr bei Telefon 0 74 71 / 96 00 00.

Sonntags keine Verbindung.

Alter Grenzstein – „KW“ steht für Königreich Württemberg.

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Erstellt:
31. Juli 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
31. Juli 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2019, 01:00 Uhr

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