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Blauhaus, Traumblick und Palmen

Hinaus ins Grüne: Von Tübingens Altstadt zum Steinenberg und Botanischen Garten

Diese spannende Rundwanderung führt uns über die Höhen des Schnarren- und Steinenbergs und die lauschige Niederungen der Sarchhalde und des Käsenbachs. Wir begegnen wegweisenden Architekturbeispielen aus unterschiedlichen Epochen, kommen zum Botanischen Garten und erreichen atemberaubende Aussichtsplätze.

20.11.2019

Italienische Renaissance trifft auf Tübingen: ein Traumblick auf Schloss und Altstadt.

Start- und Zielpunkt dieser Tour in Tübingen ist die Kreuzung Schmiedtor-/Kelternstraße. Wir queren die Kelternstraße und folgen der Schnarrenbergstraße bergauf. Nach Querung der Herrenberger Straße führen uns auf der linken Seite Treppenstufen hoch in die Föhrbergstraße. Linker Hand sehen wir hinter einer hohen Steinmauer in einem lauschigen Garten mit zahlreichen Steinskulpturen des bekannten Künstlers Ugge Bärtle (1907 – 1990). Wir folgen der schmalen Straße und queren die Charlottenstraße. Nun führt uns die Justinus-Kerner-Straße durch ein gehobenes Wohngebiet mit lauschigen Gärten. Völlig aus dem bürgerlichen Rahmen fällt das nach Plänen der Stuttgarter Architekten Martenson und Nagel-Theissen gestaltete Passivhaus Nr. 42. Im Januar 2012 wurde es für seinen geringen Energie- und Flächenverbrauch zum „Blauhaus des Monats“gekürt – in Anspielung an Boris Palmers Motto „Tübingen macht blau“.

An der nächsten Kurve folgen wir der Hallstattstraße weiter bergauf. Immer wieder bieten sich uns nette Ausblicke auf Altstadt, Schloss und Höhenzüge. Beim Kinderhaus Sofie Haug biegen wir nach links und gelangen über den Rosenauer Weg hoch zur Straße Ob der Grafenhalde, in die wir links einbiegen. Wir kommen durch ein kontrastreiches Wohngebiet mit edlen Villen und nüchternen Klinikwohnheimen. Bald haben wir herrliche Ausblicke auf Stadt und umliegende Höhenzüge. Schließlich schwenkt der asphaltierte Weg nach rechts Richtung Kliniken und wir folgen dem parallel verlaufenden Fußweg oberhalb der Aischbachklinge bis zur Hoppe-Seyler-Straße. Wir sind im neuen Klinik-Zentrum auf dem Schnarrenberg angelangt. Eigentlich nicht unbedingt der Ort, wo man gerne seine Freizeit verbringt. Dieses neue Quartier ist aber alles andere als nüchtern und erinnert eher an einen schickes Hotelviertel in Hamburg als an Krankenhäuser. Rechts von uns sehen wir die Crona-Kliniken und Medizinische Klinik der Universität, der moderne Bau direkt vor uns ist die neue Hals-Nasen-Ohren-Klinik, links davon steht die neue Augenklinik. Ein besonderer architektonischer Leckerbissen ist das oval geschwungene Gebäude rechts vor uns mit seinen unterschiedlich gesetzten quadratischen Fenstern.

Seit 2012 ist hier das Gesundheitszentrum des Universitätsklinikums Tübingen. Federführend war das Frankfurter Architekturbüro Woerner und Partner, die für das Bauprojekt die Vision eines großen geschliffenen Kiesels vor Augen hatten, der auf einer Landschaftsplatte, dem einstöckigen Sockelgeschoss des Zentrums, abgesetzt wird.

Wir halten uns in der Elfriede-Aulhorn-Straße kurz links und biegen an der nächsten Möglichkeit rechts ein. Südlich der BG-Unfallkinik und wissenschaftlichen Instituten erreichen wir nun den noch unverbauten Teil des Steinenbergs und folgen dem Fußweg nach links. Zwischen Apfel- und Zwetschgenbäumen haben wir immer wieder herrliche Ausblicke auf das Umland. Nach einigen Schritten quert ein Fußpfad und wir sehen oberhalb von uns den Steinenbergturm hervorlugen, einer bereits 1898 errichteten Stahlkonstruktion auf dem 492 Meter hohen Steinenberg. Wir wandern rechts hoch zum Turm, von dem wir an klaren Tagen herrliche Ausblicke bis zum Schwarzwald und der Schwäbischen Alb genießen können. Nach dem Turm halten wir uns rechts, spazieren am Waldrand entlang, und folgen (nach rund 450 Metern) in der Kurve einem Fußweg nach links. Wir queren den im Wald verlaufenden unteren Wanderweg, kommen zum Uni-Parkhaus Morgenstelle. Hier biegen wir nach rechts ins Univiertel Morgenstelle mit seinen naturwissenschaftlichen Instituten und dem einmalig schönen Botanischen Garten. Der Garten mit seinen faszinierenden tropischen und subtropischen Schaugewächshäusern ist bis 16.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei und ein Besuch lohnt sich unbedingt!

Die Straße Auf der Morgenstelle führt uns nun zwischen dem Botanischen Garten und den Institutshochhäusern bergab und wir kommen links vom Neubau des „Zentrums für Molekularbiologe der Pflanzen“ (ZMBP) hinunter in die Sarchhalde. Mit ihren alten Streuobstwiesen oberhalb des Käsenbachs ist sie eine grüne Oase mitten in der Stadt. Der Flurname könnte mit dem nahen alten Stadtfriedhof und hier gezimmerten oder gelagerten Särgen zusammenhängen. Wir passieren einen Bauernhof und erreichen unten den Breiten Weg. Wir queren die Straße, halten uns rechts und folgen an der nächsten Möglichkeit einem Fußweg hinunter in den Geißweg. Nun geht es an einigen Wohnheimen vorbei Richtung „Tal-Kliniken“. Am Röntgenweg halten wir uns kurz links und folgen dann der Gmelinstraße bis zur Calwer Straße. Rechts sehen wir den Klinkerbau der Frauenklinik, die 1935 als Chirurgische Klinik in damals hypermoderner Stahlskelettbauweise gebaut wurde. Bei ihrer Eröffnung feierte man sie als Deutschlands schönsten und modernsten Klinikbau.

Wir spazieren nun die Calwer Straße bergauf, halten uns nach einem modernen Klinikbau mit Parkplätzen links und wandern vor dem schlossartigen Gebäude der Psychiatrie auf einem ausgeschilderten Fußweg durch einen kleinen Park nach oben. Die „Klinik für Gemüts- und Nervenkranke“, bekannt als „Nervenklinik“, wurde 1891 bis 1894 durch Albert von Bok im Stil der deutschen Renaissance erbaut und zählt zu den prachtvollsten Gründerzeitbauten der Stadt. Der Mediziner Alois Alzheimer stellte hier auf einer Fachtagung 1906 erstmals die von ihm entdeckte Alzheimersche Krankheit vor. Absolutes Highlight ist der an alte italienische Gärten erinnernde Vorplatz mit Puttenbrunnen, von dem aus man einen bezaubernden Blick auf die Altstadt hat.

Wir spazieren nun die Jakob-van-Hoddis-Staffel hinab zum Parkhaus König. Auf dem Dach des Parkhauses Altstadt König halten wir uns links und kommen über weitere Treppenstufen in die Rümelinstraße und sehen bereits den Start- und Endpunkt unserer Wanderung gegenüber der Straßenkreuzung. Arndt Spieth

Länge: circa 6,6 Kilometer

Höhenunterschied: 170 Meter

Gehzeit: 2 Stunden

ÖPNV: Bushaltestelle Stadtgraben (hier hält ein Großteil der innerstädtischen Linien).

Samstags ist das Busfahren in Tübingen übrigens kostenlos.

Arndt Spieth ist Autor des Stadtführers „Kreuz und quer durch Tübingen“.

„Blauhaus“ in der Justinus-Kerner-Straße. Bilder: Arndt Spieth

Im Botanischen Garten gibt es sogar im November Grün satt.

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Erstellt:
20. November 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
20. November 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. November 2019, 01:00 Uhr

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