Schlossbuckel und Dicke Eiche

Hinaus ins Grüne: Wanderung zum Aussichtsparadies ‚Firstbergrunde‘

23.09.2020

Vom Hornsteg über die Steinlach in Mössingen hat man einen schönen Blick auf die malerisch am Fluss gelegene Gipsmühle.

Diese abwechslungsreiche Rundwanderung führt uns von Mössingen zu herrlichen Aussichtspunkten auf dem Schlossbuckel und entlang des 605 Meter hohen Firstbergs. Von dort geht es durch einen schönen Buchenwald, am Platz der Dicken Eiche vorbei, wieder zurück. Startpunkt ist die Sankt-Peter-und-Paulskirche im Zentrum von Mössingen. Wer eine größere Runde drehen möchte (Variante 2) folgt ab der „Dicken Eiche“ der Firstwaldrunde (circa 3 Kilometer länger).

Wer die Tour etwas abkürzen möchte startet am Mössinger Freibad oder am Parkplatz des Freibads. Dadurch verkürzen sich beide Varianten um circa 2 Kilometer. Die Wege sind gut bezeichnet und gut begehbar.

Wir beginnen diese Rundtour am alten Mössinger Rathaus an der Kreuzung Falltorstraße/Rathof. Von hier gehen wir durch die Straße Rathof Richtung Stadtkirche Sankt-Peter-und-Paul. Am Beginn der Brunnenstraße halten wir uns links und wandern auf dem Hornsteg wieder über die Steinlach. Von der Brücke haben wir einen schönen Blick auf die malerisch am Fluss gelegene Gipsmühle. Die 1836 an Stelle einer bestehenden Mühle gebaute Schleifmühle und Hanfreibe wurde ab 1894 zur Gipsproduktion verwendet.

Oben auf der Hauptstraße angekommen, halten wir uns kurz rechts und folgen dann der Höfgasse und dem Wanderzeichen der blauen Raute Richtung Firstberg. Bald passieren wir das Mössinger Kino. Die Mössinger Lichtspiele haben eine lange und bewegte Geschichte, die bis in die 1930er Jahre zurückreicht. Das 1952 eröffnete jetzige Kino befindet sich bis heute im Familienbesitz und ist fast unverändert erhalten geblieben. Es ist dadurch eine Rarität in der immer kurzlebiger werdenden deutschen Kinolandschaft.

Bald erreichen wir das Mössinger Freibad, folgen der Freibadstraße und dem Wanderzeichen mit der blauen Raute links um das Freibadgelände herum Richtung „ehemaliges Schloss First“. Nach der Unterführung steigt der Weg an und wir folgen am Waldrand für eine Weile dem Premiumweg „Firstwaldrunde“ mit dem roten Apfelsymbol durch die ehemaligen Mössinger Weinberge. Auf diesem Wegabschnitt können wir immer wieder wunderschöne Ausblicke auf das obere Steinlachtal mit den Höhenzügen der Schwäbischen Alb genießen. Nach rund 800 Metern kommen wir wieder in den Wald und erreichen eine T-Kreuzung. Die Firstwaldrunde biegt hier nach rechts, wir aber folgen dem etwas weiter oben als „Wachtweg“ bezeichneten Waldweg nach links. Nun geht es oberhalb eines Bächleins durch ein lauschiges Waldtälchen bergauf und wir erreichen oben eine Waldkreuzung, ab der wir wieder dem Wanderzeichen ‚blaue Raute‘ nach rechts folgen.

Von hier windet sich unser Wanderpfad durch den herrlichen Buchenwald, wobei wir auf die blauen Wanderzeichen an den Bäumen achten sollten. Schließlich erreichen wir oben den Waldrand mit Hochbehälter der Bodensee-Landeswasserversorgung. Wir gehen am Zaun entlang nach links Richtung Öschingen und sind bald auf dem Schlossbuckel, auf dem sich im Mittelalter die Burg der Herren von First (beziehungsweise Fürst) befunden hatte. Eine Infotafel mit einer historischen Zeichnung der einstigen Burganlage gibt uns genauere Informationen über die geschichtlichen Hintergründe. Von der Burg ist seit ihrem Abbruch um 1760 zwar nichts mehr zu sehen, aber der wunderschöne Ausblick auf Öschingen und den Roßberg ist einmalig.

Von hier geht es den nun asphaltierten Feldweg geradeaus weiter und wir kommen auf das Aussichtsplateau des Firstbergs mit weiteren schönen Ausblicken auf den Schönberger Kapf mit dem Roßberg dahinter. Rechts oberhalb von Öschingen er hebt sich der 876 Meter hohe Bolberg und rechts davon der etwas niedrigere Filsenberg mit dem Hohbarn und dem Meisenbühl. Nach einigen Schritten sind wir am Hauhäusle angelangt, dem Wendepunkt unserer Tour. Blicken wir von der Bank vor der Hütte schräg rechts, so sehen wir zwischen den bewaldeten Hängen des Filsen- und Farrenbergs den Kornbühl mit der Salmendinger Kapelle hervorlugen. Durch seine steilen, mit Wachholdersträuchern bewachsenen Hänge fällt er so ganz aus dem Rahmen des ansonsten hauptsächlich mit Buchenwäldern bestandenen Albtraufs.

Ab der Hütte folgen wir dem Wanderzeichen mit dem blauen Dreieck nach links Richtung Bahnhof Nehren. Vom Weg aus haben wir bei guter Sicht in Wanderrichtung einen schönen Blick auf die Burg Hohenzollern. Links davon sehen wir den Dreifürstenstein und den Farrenberg. Etwas unterhalb des Waldrands stoßen wir wieder auf die Firstwaldrunde und folgen ihr und dem Wanderzeichen mit dem blauen Dreieck rechts runter zur „Dicken Eiche“. Nach ein paar Serpentinen erreichen wir eine kleine, mit Infotafeln beschilderte Lichtung im Wald. Bis zum altersbedingten Zusammenbruch im Jahr 1874 stand hier die „Dicke Eiche“, ein über 1000-jähriger Baumkoloss, deren monströser Stamm auch lange danach noch eine Sehenswürdigkeit blieb. Ein fünf Meter langes Stück Holz, der letzte Rest des Giganten, ist heute noch im Nehrener Bürgerhaus zu bewundern und viele Erinnerungen knüpfen sich an das einstige Naturwunder, das einst als größte Eiche Württembergs galt.

Wer die kürzere Variante wählt, folgt ab hier wieder der blauen Raute und den Schildern Richtung Freibad Mössingen. Der Weg führt uns für einige Zeit durch einen schönen Buchenwald und dann oberhalb der inzwischen rekultivierten Deponie „Grube“ vorbei. Kurz danach erreichen wir wieder die Unterführung und das Mössinger Freibadgelände und den Beginn des Höflewegs, der uns zurück zum Ausgangspunkt leitet. Wer die Tour hier gerne noch ausdehnen möchte, folgt an der Dicken Eiche der Firstwaldrunde. Diese Variante ist rund 3 Kilometer länger. Wir spazieren hier erst für einige Zeit auf dem Jägerwegle in nördliche Richtung und queren dabei auf Holzstegen kleine Bachklingen.

Danach wandern wir den Gönninger Weg nach links bis zum NABU-Haus mit einem mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen Barfußpfad. Jetzt führt die Runde weiter in südliche Richtung und wir passieren am Waldrand den Lehrpfad „Bäume des Jahres“. An jedem Baum des Jahres kann eine Infotafel geöffnet werden, auf der einiges zu der jeweiligen Baumart steht. Kurz danach könnte man einen Abstecher nach rechts zum Nehrener Schützenhaus machen, eine Einkehrmöglichkeit. Wir gehen weiter und erreichen die Freizeitanlage Schwanholz mit einem Grillplatz. Von dort wandert man immer in gleicher Richtung weiter bis zur Unterführung und gelangt wieder zum Mössinger Freibad. Und von hier geht es wieder über den Höfleweg zurück nach Mössingen. Arndt Spieth

Länge Variante 1: 9 Kilometer

Variante 2:12 Kilometer

Gehzeit: circa 2,5 / 3 Stunden

Höhenunterschied: 152 Meter

GPS-Track (Variante1): https://out.ac/ueVPH

ÖPNV: Stadtzentrum Mössingen: Haltestelle „Altes Rathaus“: Buslinien 152, 155 / Freibad Mössingen: Haltestelle „Mössingen Freibad“: Buslinien 152, 155, 7615

Einkehrmöglichkeiten: Cafés und Lokale im Stadtzentrum von Mössingen: zum Beispiel Eiscafé San Marco in der Falltorstraße 36 oder Café Pausa am Löwensteinplatz 2, Schützenhaus Nehren

Die Wegvariante 2 folgt einige Zeit dem Jägerwegle und quert dabei mit Holzstegen kleine Bachklingen. Bilder: Arndt Spieth

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Erstellt:
23. September 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
23. September 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. September 2020, 01:00 Uhr

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