Mönche, Grafen, Obstbauern

Hinaus ins Grüne: Wanderwunderland bei Kayh und Mönchberg

19.05.2021

Bergdorf mit Charme. Mönchberg erhielt seinen Namen von einem Hirsauer Klosterhof, der wohl im 12. Jahrhundert entstanden war. Die Hänge wurden damals im Auftrag der Mönche für den Weinbau gerodet. Vom einstigen Klosterhof St. Michael in Obermönchberg steht heute nur noch der Turm der Kirche mit Resten des Chores. Das separat stehende Kirchenschiff stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Diese herrliche Rundwanderung führt uns durch einen besonders schönen Abschnitt des Schönbuchtraufs, der zu den größten zusammenhängenden Streuobstlandschaften Europas zählt. Auf dieser Panoramatour eröffnen sich uns immer wieder atemberaubende Blicke auf das weite Land. Aussichtsbänke und Rastplätze laden entlang der Runde immer wieder zum Ausruhen und Genießen ein. Die Wege sind gut begehbar, rutschfestes Schuhwerk ist aber sehr zu empfehlen. Unsere Tour beginnt und endet in Kayh, das heute zu Herrenberg gehört.

Es wird im Text bei Mönchberg auch eine kürzere Variante beschrieben. Beide Varianten treffen sich oberhalb von Mönchberg auf dem HW5.

Wir starten unsere Tour an der evangelischen Kirche in Kayh. 1487 als Wehrkirche gebaut, war sie „Unserer Lieben Frau“ geweiht. Von hier geht es die Hauptstraße bergauf und am Kelterplatz an der ehemaligen Kelter und dem Kayher Rathaus von 1550 vorbei.

In der Grafenbergstraße halten wir uns rechts und wandern bis zum Ortsrand. Nach den letzten Häusern schwenkt die Straße nach rechts und wir biegen nach links in den asphaltierten Weg, der uns hoch zum „Oberen Weg“ leitet. Dort angekommen, halten wir uns links und kommen auf dem Schotterweg durch eine wunderschöne Streuobstlandschaft mit herrlichen Ausblicken auf das Ammertal, den Schönbuch, den Spitzberg mit der Wurmlinger Kapelle und die Schwäbische Alb.

Unser Weg ist Teil des „Streuobst-Erlebnisweges“ mit interessanten Infotafeln zum heimischen Obstbau und seiner Geschichte. Bald öffnet sich unser Blick nach Westen und wir sehen zwischen Bäumen das exponiert auf einem schmalen Bergrücken liegende Mönchberg hervorlugen, unser nächstes Etappenziel.

Wir folgen dem steilen Weg hoch in den Ort, der sich malerisch wie ein Bergdorf in der französischen Auvergne an den schmalen Bergrücken schmiegt. Dementsprechend eng geht es im Örtchen zu und viele Häuser sind nur durch schmale Gassen erreichbar. Oben gehen wir auf dem Alten Bergweg erst nach links, wo wir nochmals die schöne Aussicht genießen können. An der nächsten Möglichkeit geht‘s rechts durch eine Gasse zum kleinen Kirchplatz bei der Michaelskirche. Dort folgen wir dem Schild Richtung Hotelgasthof Kaiser und spazieren die Kirchstraße rechts hoch. An der Kreuzung Schützenweg/ Waldstraße müssen wir uns entscheiden, ob wie die kürzere oder längere Variante gehen möchten. Wer sich für die kürzere entschieden hat, folgt dem anfangs asphaltierten Schützenweg, der uns weiter oben nach einigen Ziegenställen und schönen Ausblicken auf das Gäu und Herrenberg zum Hauptwanderweg 5 (HW5) bringt. Wir halten uns rechts und wandern vor dem Schützenhaus Parkplatz links hoch zum Grafenberg.

Die längere Variante erreichen wir über die Waldstraße. Wir folgen dieser für kurze Zeit, bis nach einer Feldscheuer eine Straße von links einmündet. An dieser Kreuzung wandern wir auf dem geschotterten Weg dazwischen weiter. Er ist die Fortsetzung des „Streuobst-Erlebnisweges“ und wir folgen nun bis zum Grafenberg dem Wanderzeichen mit dem gelben Kreis. Nach rund 130 Metern schwenkt unser Weg nach links und wir kommen zusätzlich noch auf den mit einem roten Balken markierten HW5 und folgen den Schildern Richtung Naturfreundehaus. Entlang des Panoramawegs gibt es zwischen den Obstbäumen immer wieder schöne Aussichtsplätzchen oder -bänke, von denen man den Blick über das Obere Gäu Richtung Schwarzwald und Herrenberg schweifen lassen kann. Der Weg steigt erst leicht an und fällt bald wieder etwas ab. Nach einer Sitzgruppe folgen wir den Wanderzeichen rechts hoch am Wald hinauf bis zur „Stirners Jagdhütte“. Dort folgen wir dem mit gelben Kreis und grünen „Landtour“-Tafeln ausgeschilderten Waldweg nach rechts Richtung Grafenberg und ab dem asphaltierten „Mönchbergsattel“ wieder dem roten Balken des HW5. Der HW5 schwenkt bald nach rechts Richtung Schützenhaus und wir erreichen wunderschöne Aussichtspunkte wie „Kaiserwirt’s Bergle“ und den 550 Meter hohen Grafenberg, von dem wir an klaren Tagen auch die Höhenzüge des Mittleren und Nördlichen Schwarzwalds sehen können.

Wir folgen weiter dem HW5, der uns durch frühlingsgrüne Buchenmischwälder am Grat des urwüchsigen Schönbuchtraufs entlang führt. Ehemalige Steinbrüche und tief eingekerbte Klingen rechts unten im Gipskeuper oder in den Bunten Mergeln geben uns interessante Einblicke in die Geologie. Beim Kayher Sportplatz angekommen halten wir uns vor dem Parkplatz rechts und gehen auf dem Sträßchen durch den Hohlweg talwärts. Nach zwei Kurven (circa 300 Meter) mündet rechts wieder der (ausgeschilderte) „Obere Weg“ ein. Wir folgen diesem anfangs asphaltierten Weg kurz bergauf und spazieren bald durch ein weiteres Obstbaumparadies mit gemütlichen Ruheplätzen, Liegebänken und vielen weitere schönen Ausblicken. Hier hat uns der Streuobst-Erlebnisweg wieder und er führt uns durch das frühere Weinanbaugebiet Mähdelgut.

Nach rund 800 Metern erreichen wir wieder die Wegkreuzung, an der wir anfangs links gewandert sind. Nun gehen wir den Asphaltweg nach links in den Ort zurück und kommen über die Bebenhäuser Straße und die Hauptstraße danach wieder zum Ausgangspunkt unserer Tour. Arndt Spieth

Länge: 9,1 Kilometer

kurze Version: 6 Kilometer

Gehzeit: 2.40 h / 1,40 Stunden

Höhenunterschied: 169 / 132 Meter

ÖPNV: Buslinie 791 (Entringen – Herrenberg)

GPS-Track: https://out.ac/IOuruV

www.wanderwerkstatt.com/

Auf dem Streuobst-Erlebnisweg gibt es vieles zu schauen und zu lernen. Bilder: Arndt Spieth

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Erstellt:
19. Mai 2021, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
19. Mai 2021, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Mai 2021, 01:00 Uhr

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