Geschätzte Bürger

Hochschule und Stadt Rottenburg hoffen auf verständnisvolle Vermieter

Die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) möchte ihren Studierenden helfen und hat zusammen mit der Stadt Rottenburg einen ungewöhnlichen Appell veröffentlicht.

08.07.2020

Auch im kommenden Wintersemester werden eher wenige Studierende vor Ort an der HFR sein. Archivbild: Rainer Mozer

Rottenburg. Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Stadt und Hochschule in Rottenburg appellieren gemeinsam an die Vermieter/innen studentischen Wohnraums: Sie sollen entgegenkommend auf die derzeit besonderen (finanziellen) Schwierigkeiten der Studierenden reagieren.

Wegen der Corona-Pandemie mussten viele Studierende schon im jetzigen Sommersemester erhebliche Kosten tragen: Zum einen verloren etliche ihre Jobs und zum anderen blieben viele auf den Mietverträgen ihrer Zimmer sitzen – ohne, dass sie in ihnen wohnen konnten. Schließlich haben die Hochschulen nahezu alle Lehrveranstaltungen in digitaler Form angeboten und die Studierenden mussten gar nicht vor Ort sein. Im Gegenteil: Aus gesundheitspolitischen Gründen war es gar nicht erwünscht, dass sie am Studienort sind. Viele Vermieterinnen und Vermieter gehören aufgrund ihres Alters zu den sogenannten besonderen Risikogruppen für eine Corona-Infektion mit schwerem Verlauf.

„Es war deshalb zweifellos richtig und verantwortlich, den Lehrbetrieb an den Hochschulen des Landes auszusetzen. Auch an der Hochschule in Rottenburg“, erklärt die HFR in einem Presseschreiben.

Auch das kommende Wintersemester wird in Rottenburg überwiegend digital stattfinden – mit einzelnen, kurzen und klar festgelegten Präsenzphasen für die Studierenden. Das ist der Hintergrund für den gemeinsamen Appell von Stadt und Hochschule an die Vermieter. Sie weisen ausdrücklich auf die in „normalen Zeiten“ erhebliche wirtschaftliche Bedeutung der Studierenden als Bürger/innen und Konsument/innen in Rottenburg und in der Region hin und machen damit deutlich, dass der Zimmermarkt nicht alleine ein Angebot an die Studierenden ist, sondern auch eine attraktive Einnahmequelle für Haus- und Wohnungseigentümer sowie die Grundlage für öffentliche Gelder an die Stadt.

„Wir wissen, dass die Haus- und Wohnungseigentümer unsere Studierenden als Mieterinnen und Mieter sehr schätzen. Und wir nehmen außerdem wahr, dass ein ganz erheblicher Teil ihrer Konsumausgaben in der Region bleibt“, so der Rektor der HFR, Bastian Kaiser. „Deshalb sind wir zuversichtlich, dass viele Vermieterinnen und Vermieter ihren Mietern in dieser schwierigen Situation entgegenkommen werden.“

Konkret schlagen Stadt und Hochschule vor, ausnahmsweise auch wochenweise zu vermieten, den Studierenden die „Weitergabe“ von Mietverträgen und Mietverhältnissen an andere HFR-Studierenden mit anderen Zeiten des jeweiligen Praxisblocks zu ermöglichen sowie die Mieten zu senken.

„Am liebsten sind uns alle Lösungen, die es für die Studierenden auch weiterhin sinnvoll erscheinen lassen, ihren Erstwohnsitz in Rottenburg anzumelden“, erklärt Oberbürgermeister Stephan Neher, „nur dann bekommen wir dieselben Zuwendungen von Bund und Land, die von der Einwohnerzahl abhängig sind. Ein Rückgang der hier mit Erstwohnsitz gemeldeten Studierenden um 600 bis 900 Personen würde uns treffen und die ohnehin schwierige Lage zusätzlich erschweren.“ TA

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Erstellt:
8. Juli 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
8. Juli 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. Juli 2020, 01:00 Uhr

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