Ein Frühlingsgruß

In Wildberg bei Calw gibt es einen „Osterbrunnen“

In Wildberg bei Calw gibt es einen „Osterbrunnen“

So sieht der Wildberger Osterbrunnen in diesem Jahr: Coronabedingt zwar nicht ganz so prächtig wie sonst – aber dennoch eine Augenweide. Bilder: Julia Trender

Wunderschön eingebettet thront der Wildberger Osterbrunnen in historischer Kulisse. Zwischen alten Klostermauern des Klosters Reuthin, dem malerischen Gebäude der Musikschule und einem neu angelegten Park mit Teich und vielen Sitzgelegenheiten erstrahlt der Brunnen jedes Jahr, pünktlich zu Ostern, mit hunderten von Eiern und Frühlingsblumen in pittoresker Farbenpracht.

Für den Wildberger Osterbrunnen, der vom Schwarzwaldverein geschmückt wird, werden über 1000 handbemalte Eier verwendet und in Kränze eingearbeitet, die über den Brunnen gespannt werden. Dieses Jahr allerdings wurde eine kleinere Variante geschmückt, da man für die ganz großen Kränze 15 Leute benötigt, um alles zu binden und festzustecken, berichten Linda Kugler und Walburga Dengler, die sich um das Schmücken kümmern. Wegen Corona durfte aber immer nur zu zweit an dem Brunnen gearbeitet werden.

Eine ganz Woche haben die Beiden gebraucht, um den Brunnen vollständig zu schmücken. Dieses Mal hätten sie „net so viele Eier“ verarbeitet, erzählt Linda Kugler. Es sind etwa 150 Eier in den Farben Rot und Weiß. Das sind nämlich die Farben der Stadt Wildberg. Auch wenn die Farben jedes Jahr dieselben sind, variiert der Schmuck immer etwas in seiner Form: So werden die Kränze zum Beispiel mal gewickelt oder um den ganzen Brunnen gewunden, erklärt Christl Grossmann. Sie ist die Initiatorin des Osterbrunnens, die den Frühlingsgruß für ihre Mitbürger 2015 ins Leben gerufen hat.

Mittlerweile kümmern sich Linda Kugler und Walburga Dengler um diesen Osterschmuck. Dabei wurden sie tatkräftig vom Wildberger Bauhof unterstützt, der vor allem geholfen hat, ein Fundament am Brunnen anzubringen, damit der wahrscheinlich über 200 Jahre alte Brunnen ausreichend geschützt wird. Über diese Mithilfe freuen sich Kugler und Dengler sehr. Ihr Dank geht aber auch an Monika Ochs, die die gesamten Blumen gespendet hat. So erblühen nämlich Osterglocken und andere Frühlingsblüher auf dem Brunnen. Ochs habe immer mit „Rat, Tat und Blumen“ zu Seite gestanden, so Dengler. Zwar komme jedes Jahr etwa ein Ei aus dem Osterbrunnen abhanden, aber bis jetzt sei noch nichts groß passiert, meint Kugler. „Wir haben ja Polizeischutz“, scherzt Dengler. Schließlich grenzt direkt an den Platz des Osterbrunnens das Wildberger Polizeirevier. Auch das ist durch malerische Mauern in das Gesamtbild der schönen Landschaft eingepasst. Julia Trender

Der Brauch des Osterbrunnens stammt vermutlich aus eher katholischen Gegenden. Angenommen wird auch, dass es wohl eine Huldigung an das Element Wasser gewesen sein könnte. In Wildberg dient er aber eher als Frühlingsgruß und österlichen Blickfang.

Der geschmückte Brunnen wird voraussichtlich noch eine Woche lang bis etwa 10 Tage zu sehen sein – nicht zu verfehlen, mitten im Herzen der Anlage in Wildberg (bei Calw).


Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

(c) Alle Artikel und sonstigen Inhalte der Website sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.


31.03.2021, 01:00 Uhr