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Flexibler Idealist

Jochen Gekeler freut sich über viel Schnee

Regen statt Schnee im Winter. Was bedeutet das für die Betreiber von Skiliften wie Jochen Gekeler, Gesellschafter der Wintersportarena Holzelfingen auf der Schwäbischen Alb?

03.01.2018

Im Durchschnitt läuft der Lift von Jochen Gekeler in Holzelfingen an 30 Tagen im Jahr. Bild: Böhm

TAGBLATT ANZEIGER: Was machen Sie, wenn im Winter der Schnee ausbleibt?

Jochen Gekeler: Unsere wichtigsten Eigenschaften sind viel Flexibilität und Idealismus. Die Schwäbische Alb ist nun mal nicht so schneesicher wie die Alpen. Durchschnittlich haben wir 30 Lifttage jährlich. Es gibt auch Jahre, wo Skifahren gar nicht möglich ist und dann auch wieder 65 Tage, an denen der Betrieb läuft.

Beobachten Sie ein Abnehmen von Kälte und Schneemenge?

Nein, das kann man nicht sagen. Es war wechselhaft, so lange ich mich erinnern kann. Mein Vater hat Anfang der 60er Jahre in Holzelfingen den ersten Skilift auf der Alb gebaut. Neben dem Lift im Heutal war ab 1975 auch der Lift Salach in Betrieb. Werner Goller und ich, beide aus der zweiten Generation der Liftbetreiber, haben dann 2007 zusammen mit unseren Eltern die Wintersportarena gegründet.

Kommen die Gäste vorwiegend aus dem Raum Reutlingen?

Von Reutlingen aus fährt man nur eine Viertelstunde zu uns. Deshalb nutzen viele die Gelegenheit, nach Feierabend schnell noch ein paar Abfahrten zu machen. Durch die Flutlichtanlage ist das bis 21.30 Uhr möglich. Aber wir haben auch sehr viel Kundschaft aus Stuttgart bis nach Frankfurt. Am Wochenende haben wir bis zu 2000 Gäste, von denen zwei Drittel nicht aus Reutlingen kommen. Wir sind mittlerweile eine Alternative zum Schwarzwald.

Was macht ein Skiliftbetreiber im Sommer?

Mein Haupterwerb ist als Kfz-Meister mein Autohaus in Holzelfingen mit zehn Mitarbeitern. Die Wintersportarena ist sozusagen nur ein Nebenerwerb, allerdings für mich einer, der mir sehr wichtig ist. Die Skihütte „Herzl’alm“ am Salach wird im Sommer für große Gesellschaften bei Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern vermietet. Eine Verwendung haben wir auch für die sehr kostspieligen Pistenraupen gefunden. Sie können für das Schieben von Maissilage für Biogasanlagen umgebaut werden. Die enorm großen Maisberge sind mit normalen Traktoren nicht mehr zu bewältigen.

Was kommt auf Sie zu, wenn Schnee angesagt ist?

Drei Festangestellte halten die Hütten und Anlagen das ganze Jahr über in Schuss. Zusätzlich gibt es noch 80 Kurzzeitbeschäftigte, meist Rentner oder halbtags Tätige. Sie werden nach vorher aufgestellten Schichtplänen bei Schneefall per Whatsapp alarmiert. Dann heißt es, schnell für den Hüttenbetrieb einzukaufen und die Pisten herzurichten. Sowas kann richtig stressig werden. Auch in den Alpen sind die Lifte ein Saisongeschäft. Die Mitarbeiter arbeiten im Sommer zum Beispiel als Landwirte, im Tourismusverband oder als Servicekräfte auf Mallorca.

Was können die Gäste bei Ihnen erwarten?

Wir bieten das Komplettprogramm für die ganze Familie. Sie können bei uns Skifahren, Langlaufen, Rodeln und Wandern. Im Skiverleih stehen 200 Garnituren zum Ausleihen bereit. Zwei Skihütten, Aprés-Ski-Partys und ein Kinderprogramm mit dem Maskottchen Fridolin, einem Kinder-Skilift mit Iglu, Zauberwellen und Schanzen, sorgen dafür, dass die Gäste sich wie in den Alpen fühlen.

Kann man auch Unterricht nehmen?

Ja. Wir arbeiten mit Skischulen in Holzelfingen, Eningen und Reutlingen zusammen.

Wie kann man sich über die Wintersportarena informieren?

Ob die Arena gerade in Betrieb ist oder demnächst in Betrieb geht, können die Gäste im Internet, über eine App oder unseren Newsletter erfahren. Zwei Webcams liefern alle 30 Sekunden Livebilder aus der Wintersportarena ins Netz.

Fragen von Gabriele Böhm

www.wintersport-arena.com

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Erstellt:
3. Januar 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
3. Januar 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. Januar 2018, 01:00 Uhr

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