Dubiose Methoden

Klimaschutzagentur warnt vor schwarzen Schafen in Photovoltaikbereich

Das gestiegene Interesse an der Solarenergie lockt auch unseriöse Geschäftemacher an. Die KlimaschutzAgentur und Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnen vor Firmen, die versuchen, mit dubiosen Methoden Hausbesitzer zu schnellen Geschäftsabschlüssen bei Photovoltaikanlagen zu bewegen.

29.07.2020

Die Klimaschutzagentur hilft bei der Planung einer Fotovoltaik-Anlage. Bild: © il-fede - fotolia

In den vergangenen Wochen sind vermehrt Beschwerden über Firmen eingegangen, die Verbraucher am Telefon oder an der Haustür Solaranlagen verkaufen wollen. „In unseren Beratungsgesprächen hören wir immer öfter von grenzwertigen Vertriebsmaschen, Verweigerung von Widerrufsrechten und falsch eingebauten Komponenten“, so die Energieberater der KlimaschutzAgentur und Verbraucherzentrale. Besondere Vorsicht ist geboten, da die Unternehmen oft vorgeben, im Auftrag von lokalen Stadtwerken oder gar der Landesregierung anzurufen. Das ist aber gar nicht der Fall, solche Firmen sind nicht seriös.

Es ist daher wichtig, keine sensiblen Daten wie Zählerstände, Informationen zu bestehenden Verträgen oder Kontoverbindungen weiterzugeben. Wer einen Vertrag am Telefon abschließt, es sich aber anschließend anders überlegt, muss schnell handeln. Denn nur innerhalb von 14 Tagen kann der Vertrag widerrufen werden.

Zudem gibt es seit einigen Jahren das „Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken“, welches Telefonwerbung und damit zusammenhängende Telefonabzocke verhindern soll. So ist ein Anruf bei fehlender Einwilligung ein unerlaubter Werbeanruf, der von der Verbraucherzentrale abgemahnt werden und den die Bundesnetzagentur mit bis zu 300 000 Euro Bußgeld ahnden kann. Generell empfiehlt es sich beim Thema Photovoltaik, mehrere Angebote von verschiedenen Anbietern einzuholen und vorab neutrale Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen.

Verbraucher, die überlegen, eine Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage anzuschaffen, können ein kostenloses Beratungsgespräch der KlimaschutzAgentur und Verbraucherzentrale in Anspruch nehmen. Ein Energieberater der KlimaschutzAgentur beantwortet Fragen rund um Fördermöglichkeiten, Wirtschaftlichkeit und Einschätzung der Dachfläche. Im Anschluss an ein Erstberatungsgespräch kann beim Eignungscheck Solar überprüft werden, ob das Haus tatsächlich für eine Solaranlage geeignet ist. Außerdem erhalten Verbraucher einen schriftlichen Bericht mit konkreten Empfehlungen für die Planung und Errichtung einer Anlage. Diese Ergebnisse können zur Realisierung des Projekts auch Fachfirmen vorgelegt werden.

Die Beratungsgespräche finden derzeit telefonisch statt. In der ersten Augusthälfte bietet die Agentur kostenlose Beratungsgespräche zu folgenden Terminen an: 5. August, 6. August, 10. August und 13. August jeweils nachmittags ab 14:30 Uhr. TA

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Erstellt:
29. Juli 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
29. Juli 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2020, 01:00 Uhr

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