Der Kommentar

Komplett im Eimer

Von Dennis Duddek

Seit mittlerweile mehr als einem Jahr haben wir alle mit der Corona-Pandemie und den Folgen zu kämpfen. Immer wieder wurden Lockdowns verhängt – und vor allem Schulschließungen. Dabei fällt der Politik nichts besseres ein, als immer nur in den Online-Unterricht zu wechseln. Für alle ist die Situation schwierig, doch in Sachen Schule versagen wirklich alle – meiner Meinung nach.

Den ganzen vergangenen Sommer hatte das Land Zeit, die Konzepte für Fernunterricht online zu erarbeiten. Schließlich hat man mit etwas menschlichem Verstand davon ausgehen können, dass es im Herbst und Winter nochmal einen Lockdown geben wird. Und was kam dabei heraus? Mal wieder nichts!

Es gab zu Beginn des neuen Schuljahres genau die gleichen Probleme wie im Schluljahr zuvor: Die Onlineplattform „Moodle“ stürzt ständig ab und das Kultusministerium sagt dazu nur: Die Server sind überlastet. Da fragt man sich, wieso man nicht wissen konnte, wie viele Schülerinnen und Schüler auf dem Server sein werden. Den größten Nachteil dabei haben wir Abiturientinnen und Abiturienten. Unsere ganze Oberstufenzeit haben wir halb zu Hause und halb in der Schule zugebracht: Die ganze Oberstufe komplett im Eimer. Keine Möglichkeit, so zu lernen, wie die Generationen vor uns. Die Lösung vom Kultusministerium? Abitur nach hinten verlegen und 30 Minuten mehr Zeit pro Prüfung. Das soll zwei Jahre Durcheinander entschädigen? Und dazu immer wieder die grundsätzliche Diskussion darüber, ob das Abitur abgesagt wird – und nun kommt es doch.

Sowohl Lehrerkräfte als auch Schulleitungen sind schon lange völlig überfordert: Täglich kommen neue Infos, die man schnell umsetzen soll; keiner weiß, was man darf und was nicht. Völlige Unsicherheit und Überforderung!

Nun kann man nur noch hoffen und beten, das man sich jetzt kurz vor der Abitursprüfung nicht mit Corona infiziert – denn das wäre dann ist das eigene Problem.


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28.04.2021, 01:00 Uhr