Devise: Ausprobieren

Kreisweiter Aktionsplan für blühende Landschaften

Zum Start des Projekts „Blühender Kreis Tübingen“ wurden vergangene Woche die ersten Nistkästen für heimische Vögel angebracht. Landrat Joachim Walter stellte im Anschluss den fünfjährigen Aktionsplan vor.

31.03.2021

Dieser Nistkasten ist für Meisen ausgelegt. Das erkennt man an der Größe des Einfluglochs, das für jede Vogelart angepasst ist. Den ersten Projekt-Nistkasten befestigen hier Joachim Löckelt, Joachim Walter und Stefanie Notter.Bild: Julia Trender

Kreis Tübingen. „Die Vogelhäuser sind nur der Startschuss“, betont Landrat Joachim Walter. Er steht auf einer Wiese zwischen den Gebäuden des Landratsamtes und erklärt den Aktionsplan des Projekts „Blühender Kreis Tübingen“. Dieser umfasst gleich eine ganze Reihe von einzelnen Projekten. Für die kommenden Monate ist beispielsweise auch eine Hilfsaktion für die Sandbiene geplant, der dringend geholfen werden muss, weil ihre einzige Futterpflanze die sogenannte Zaunrübe ist. Auch wird es Tipps zur Gestaltung des eigenen Gartens geben, um für Insekten und andere Tierarten einen optimalen Lebensraum zu schaffen.

Im ersten Jahr des Projekts liegt der Schwerpunkt vor allem auf der Aufklärung der Bevölkerung. Man wolle zeigen, wie man mit einfachen Mitteln etwas für die biologische Vielfalt vor der eigenen Haustür tun kann. So wollen die Landratsamtsmitarbeiter Anregungen geben, wie jeder selbst zu einer großen Artenvielfalt (Biodiversität) beitragen kann. „Wir können alle was dafür machen“, ergänzt Landrat Walter. So ist das Team vor allem auf seine „Tomatenchallenge“ stolz: Dabei soll neben Tomatenpflanzen auch ein Steinkraut und eine Katzenminze gepflanzt werden. Der Wettbewerb richtet sich an die Bevölkerung und wird durch Fotos dokumentiert. Und zu gewinnen gibt es sogar auch etwas. „Es ist ganz wichtig, dass man es mit Sachverstand angeht“, meint Walter. Gerade deswegen will das Aktionsteam mit ihrem Projekt die Bevölkerung unterstützen und Hilfestellungen geben.

So auch bei den Vogelnistkästen. „Ich stehe total auf Kokosband“, sagt Löckelt. Dieses kann man nämlich verwenden, um den Nistkasten beispielsweise an einem Baum zu befestigen. Nägel oder Schrauben seien ungeeignet, da ansonsten der Baum verletzt wird. Ideal ist es auch, wenn man den Nistkasten Richtung Osten oder Südosten ausrichtet. „Ausprobieren ist hier aber die Devise“, erklärt der Biodiversitätsbeauftragte Löckelt. So kann man den Nistkasten auch ersatzweise an einem Pfosten aufhängen. Denn mit jedem Kasten entstehe eine neue Chance. Julia Trender

Infos zum Aktionsplan „Blühender Kreis Tübingen“ befinden sich auf der Website des Landkreises unter www.kreis-tuebingen.de/landwirtschaft.

Dort ist auch eine Anleitung zum Bauen und Anbringen von Nistkästen zu finden.

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Erstellt:
31. März 2021, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
31. März 2021, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 31. März 2021, 01:00 Uhr

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