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Lindenhoftheater spielt Kohlenkrisenstück
Pauken in der Pausa

Lindenhoftheater spielt Kohlenkrisenstück

Im Theater Lindenhof laufen die Proben zur neuen Produktion „Brassed Off – Mit Pauken und Trompeten“. Das Stück nach dem Film von Mark Herman thematisiert die Krise der Kohleindustrie in den 1990er-Jahren in England.

16.05.2018

Die äußerst musikalische Hauptrolle spielt Mona Maria Weiblen und feiert damit ihre Premiere in einer Lindenhof-Produktion. Wieder mit dabei als Gast ist Rahul Chakraborty aus Berlin, der schon in der „Winterreise“ als Schubert zu sehen war. Simone Haug vom Theater Lindenhof sprach mit den beiden Schauspielern über ihre Rollen und die Arbeit auf der Schwäbischen Alb.

Mona, im Stück spielst Du die Gloria. Erzähle uns doch ein bisschen über die Rolle.

Mona: Gloria ist mit Musik aufgewachsen. Ihr Großvater war ein toller Musiker und hat auch in der Kapelle gespielt. Musik verbindet sie mit Heimat. Sie ist ja als Jugendliche weggezogen und beruflich ziemlich weit gekommen. Aber es zieht sie auch wieder zurück. Durch die Kapelle versucht sie wieder Anschluss zu finden. Sie kommt selbst aus einer Zechenarbeiter-Familie, somit ist sie von Anfang an auf der Seite der Arbeiter. Dass sie den Job hat, die Zeche auf ihre Rentabilität zu untersuchen, verschweigt sie erstmal. Aber am Schluss ist sie es die, am meisten Hoffnung verbreitet.

Im Stück spielst Du Alt-Saxophon. Wie bist Du selbst zur Musik gekommen?

Ich hatte im Teeny-Alter den ersten Musikunterricht und habe angefangen Saxophon zu spielen. Ab 15 hatte ich Gesangsunterricht und dann ging es mit Unterbrechungen weiter. Meine Ausbildung habe ich an der Musical-Academy in München gemacht.

Rahul, Du spielst im Stück den Andy. Was ist das für ein Typ?

Rahul: Bei Andy ist es etwas anders als bei Gloria. Er ist nie wirklich aus Grimley rausgekommen. Er spielt in der Kapelle mit, weil man das halt so macht. Er ist auch nicht besonders talentiert. Als seine große Jugendliebe Gloria wieder zurück in den Ort kommt, wirft das bei ihm ganz viele Fragen auf. Von seinen Kumpels lässt er sich immer wieder ziemlich runterziehen – klar, es geht bei allen um die Existenz. Dass an der Schließung der Zeche kein Weg vorbei führt, das zeichnet sich für ihn schon früh ab und er wirft Gloria mit ihrer Hoffnung Naivität vor.

Im Stück steht eine komplette Blaskapelle mit auf der Bühne, die Lauchertmusikanten aus Melchingen. Habt Ihr mal mit einer Blaskapelle gespielt?

Mona: Ja. Ich habe tatsächlich in einem Jugendblasorchester mitgespielt und bin auch bei Umzügen mitmarschiert.

Rahul: Das ist schon etwas Besonderes, dass da eine Blaskapelle mitspielt. Ich selbst habe keine Blaskapellen-Erfahrung. Die Lauchertmusikanten sind total fit und disziplinziert – zumindest bei den szenischen Proben. Bei den musikalischen Proben geht es schon lustiger zu und es wird viel gequatscht. Aber sie sind sehr neugierig, was das Theater angeht.

Mona: Tatsächlich waren viele zumindest von den Jüngeren bisher kaum im Theater.

Der Film erschien 1996. Ihr beide kanntet den Film nicht. Ist es schwierig, sich in diese Zeit und das Milieu zu versetzen?

Rahul: Theater ist Theater und Film ist Film. Man muss eben irgendwie in den Proben einen Zugang finden.

Mona: Die persönlichen Themen, die die einzelnen Figuren im Stück haben, sind ja zeitlos. Die Form des Stückes ähnelt jedoch dem Film. Das Stück hat auch viele kurze Szenen.

Rahul: Und etwas vom englischen Humor ist noch drin. Und der proletarische Umgangston.

Was macht Ihr, wenn Ihr nicht im Theater Lindenhof spielt?

Rahul: Ich mache dies und das. Immer mal wieder Fernsehen. Den Regisseur von Brassed Off, Christoph Biermeier, kenne ich aus Schwäbisch Hall, wo ich bei Romeo und Julia mitgespielt habe. Er hat mich für die Melchinger Winterreise ins Theater Lindenhof eingeladen und ich muss sagen, ich fühle mich auf der Schwäbischen Alb sehr wohl.

Mona: Im Moment arbeite ich viel in München. Dort habe ich meine Ausbildung an der Musical Academy gemacht. Ich spiele im Musical „Hair“ am Badischen Staatstheater Karlsruhe mit und bin mit meiner eigenen Chansonrevue „Alles auf Null“ unterwegs – bisher allerdings hauptsächlich im Münchner Raum.

Mona, Du spielst zum ersten Mal in einem Lindenhof-Stück. Wie gefällt es Dir?

Mona: Tatsächlich war ich schon öfter mit Gastspielen in Melchingen, zum Beispiel mit den „Traufgängerinnen“ und „Rulaman“. Ich könnte mir auch gut vorstellen, mal in einem Stück mit Dialekt mitzuspielen. Ich bin ja in St. Johann und Urach aufgewachsen. Schwäbisch ist also kein Problem für mich.

„Brassed Off“ hat am 17. Mai in der Pausa in Mössingen Premiere. Weitere Spieltermine: 18. und 19. Mai und im Juni.

Karten gibt es in den TAGBLATT-Geschäftsstellen und im Lindenhof unter 07126/92 93 94

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16.05.2018, 01:00 Uhr
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