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Marcus Hölz über den Beitrag des Café Pausa zum Erhalt der regionalen Streuobstwiesen
Ein Ort der Inklusion und Nachhaltigkeit

Marcus Hölz über den Beitrag des Café Pausa zum Erhalt der regionalen Streuobstwiesen

Marcus Hölz ist Sozialpädagoge und einer der beiden Geschäftsführer bei der Arbeit in Selbsthilfe (Ais) Mössingen, einer Tochtergesellschaft der KBF Neckar-Alb. Der 49-Jährige startete vor sechs Jahren gemeinsam mit der Stadt Mössingen und dem Netzwerk Streuobst erste Projekte, um die Mössinger Streuobstwiesen zu erhalten, neu zu beleben und mit aktiver Inklusion behinderter Menschen zu verbinden. Und er gehört zu den Initiatoren des Café Pausa, das vor Kurzem in Mössingen eröffnet wurde.

04.04.2018

Tagblatt Anzeiger: Wie kam die Arbeit in Selbsthilfe zum Erhalt der Streuobstwiesen?

Marcus Hölz: Seit 25 Jahren arbeite ich bei der KBF und habe selbst viel mit dem Thema Streuobst zu tun gehabt. Der damalige Landrat hatte gemeinsam mit der KBF ein Projekt zum Thema Inklusion, Streuobst und Tourismus geplant. An diesem wollte ich gerne mitwirken und so wurde mir die Verantwortung für die Entwicklung des Konzeptes übertragen. Zuerst mussten Fördergelder beantragt werden. Als diese von der Aktion Mensch bewilligt wurden, konnte vor etwa vier Jahren das Projekt „Grüngruppe“ starten.

Was genau ist die Grüngruppe?

Die Grüngruppe wurde gegründet, um die Streuobstwiesen der Stadt Mössingen zu erhalten und zu pflegen. Naturschutz und Inklusion sind auch hier das Thema, weil die Arbeiten von behinderten Menschen ausgeführt werden. Zu den Aufgaben gehört vor allem der Schnitt der Bäume, weil diese ohne Pflege eingehen würden. Das Angebot wird mittlerweile auch viel und gerne von Privatpersonen aus der Umgebung genutzt, wodurch wir immer sehr gut ausgelastet sind.

Wie kam es dann zum Projekt Café Pausa gemeinsam mit dem Ais?

Es war ein Café geplant, aber es gab noch kein wirkliches Konzept dazu. Mein Wunsch war, ein Projekt zu starten, welches sich rund um das Streuobst dreht und dieses Thema erlebbar macht. Ohne die tolle Zusammenarbeit zwischen der Stadt, den vielen Ehrenamtlichen, dem Netzwerk Streuobst, dem Verein Streuobstparadies und der KBF wäre das alles so nicht möglich gewesen. Nachdem die Grüngruppe so erfolgreich gestartet war, konnte auch das Projekt für das Café Pausa starten. Wichtig war für uns, dass die Produkte der Streuobstwiesen wieder mehr in Wert gesetzt werden. Dazu gehört der Erhalt der Streuobstwiesen mit ihrem ganz eigenen Ökosystem, aber auch die Ernte, die Verarbeitung und natürlich auch die Verköstigung der Produkte durch unsere Gäste.

Spiegelt sich das auch in Ihrer Speisekarte wieder?

Natürlich, wir achten sehr darauf, die Lebensmittel aus der Region zu beziehen. Viele stellen wir auf dem Kastanienhof in Bodelshausen sogar selbst her. Auch die Getränke auf der Karte sind dem angepasst, es gibt beispielsweise nur leckere Säfte von Mössinger Streuobstwiesen.

Welche der Produkte des Regionalladens stellen Sie selber her?

Viele, aber natürlich nicht alle. Da kooperieren wir mit anderen regionalen Herstellern. Die Säfte stellen wir aber alle selber her - von Apfel, Apfel-Birne bis Apfel-Rhabarber. Ab diesem Herbst kommt noch eigenes Dörrobst dazu.

Wie viele Beschäftigte hat das Café?

Aktuell beschäftigen wir zehn Personen mit und ohne Behinderung. Wir bieten auch immer wieder Praktika für die Auszubildenden der KBF Schulen an. So sehen wir auch gleich, welche Potenziale der Einzelne hat. Hier wird Inklusion ganz offen gelebt, das motiviert die Mitarbeiter und kommt auch bei den Gästen gut an.

Fragen von Nadine Beisswenger

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04.04.2018, 01:00 Uhr
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