Die Tankstelle auf dem Dach

Mit Solarmodulen auf 15 Quadratmetern das E-Auto ein ganzes Jahr lang fahren

Photovoltaikanlagen auf dem Dach liefern nicht nur günstigen, klimafreundlichen Strom für den Verbrauch im Haushalt. Sie können auch dazu beitragen, die Mobilität mit dem Elektroauto umweltfreundlicher zu gestalten.

02.06.2021

Der Strom fürs E-Auto kann auch vom Carport-Dach kommen. Bild: djd/E.ON

Darauf weist das Photovoltaik-Netzwerk Neckar-Alb hin. Mit Photovoltaikmodulen auf 15 Quadratmetern Dach- oder Carportfläche lässt sich beispielsweise so viel Solarstrom erzeugen, um mit einem E-Auto das ganze Jahr über die Straßen zu rollen. Wer sich zu diesem Zweck eine neue Photovoltaikanlage installieren lassen will, sollte dies rechtzeitig zur sonnenreichen Jahreszeit tun, rät Nico Schneider vom Photovoltaik-Netzwerk Neckar-Alb und der KlimaschutzAgentur Reutlingen.

Neue Photovoltaikanlagen sind wirtschaftlich. Der Strom wird entweder selbst verbraucht oder gegen eine Vergütung in das Netz eingespeist. Die Vergütung ist inzwischen nur noch knapp kostendeckend, vor allem der Anteil des selbst genutzten Solarstroms bringt den Gewinn.

Er spart den Kauf von teurerem Strom aus dem Netz. Die Kosteneinsparung beträgt derzeit rund 16 Cent netto pro Kilowattstunde. Da nur rund 30 Prozent des Solarstroms im Haushalt verbraucht werden können, bietet sich das Elektroauto an, um diesen Anteil auf bis zu 50 Prozent zu steigern. „Das senkt die Kosten fürs Autofahren und macht es nachhaltiger“, erklärt Nico Schneider vom Photovoltaik-Netzwerk Neckar-Alb.

Wer plant, ein Elektroauto zu kaufen, liebäugelt zu Recht auch mit einer Photovoltaik-Anlage. Denn klimafreundliche Mobilität lässt sich gerade mit Solarstrom umsetzen. Eine Beispielrechnung zeigt: Wer sich auf 15 Quadratmetern Fläche Solarmodule installieren lässt, erzeugt mit einer installierten Leistung von drei Kilowatt pro Jahr rund 3000 Kilowattstunden Solarstrom. Das ist etwa die Dachfläche eines Carports oder einer Garage. Da ein E-Auto pro Kilometer nur rund 0,2 Kilowattstunden Strom benötigt, reicht die gesamte Solarernte daher rechnerisch für rund 15 000 Kilometer – so viel legen die meisten Autofahrer in Deutschland im Laufe eines Jahres zurück.

Da der Solarstrom aber nicht gleichmäßig verteilt über das Jahr erzeugt wird, sondern abhängig vom Sonnenschein, und das Auto auch in weniger sonnenreichen Jahreszeiten geladen werden möchte, ist es sinnvoll, möglichst das gesamte Dach mit Photovoltaik zu belegen. Strom, der nicht ins Auto fließt, wird von Geräten im Haushalt verbraucht oder in das Stromnetz eingespeist. Je größer die PV-Anlage, desto günstiger wird sie pro installiertem Kilowattpeak, da die Kosten für Gerüst und Elektroinstallation unabhängig von der Anlagengröße sind.

Mehr günstiger und klimafreundlicher Solarstrom kommt mit einer Photovoltaik-kompatiblen Wallbox in das E-Auto. Weitere Informationen beim Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg unter www.photovoltaik-bw.de oder www. klimaschutzagentur-reutlingen.de. TA

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Erstellt:
2. Juni 2021, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
2. Juni 2021, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. Juni 2021, 01:00 Uhr

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