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Nebenkosten und zu hohe Mietpreise: Geld lässt sich zurückfordern

21.02.2019

Bild: maho - stock.adobe.com

Tübingen ist eine Universitätsstadt und zeichnet sich durch den deutschlandweit niedrigsten Altersdurchschnitt aus. Alle Jahre wieder führt die hohe Neuvermietungsquote zu Mietpreiserhöhungen, die allerdings nur in bestimmter Höhe erlaubt sind. Wie überhöhte Nebenkostenvorauszahlungen können Mieter auch überteuerte Mietzahlungen wieder zurückfordern.

Mietpreise sind die finanzielle Hauptbelastung

Mietkosten sind für viele Deutsche pro Monat die hauptsächliche Finanzbelastung. Hierbei sind die Nebenkosten nicht zu vergessen, die insbesondere Wasser, Gas und Hausmeisterkosten beinhalten. Weil diese Kosten vorab an den Vermieter bezahlt und am Jahresende oft falsch abgerechnet werden, erkundigen sich Mieter am besten frühzeitig zu ihren diesbezüglichen Rechten und Pflichten Mit einer professionellen Prüfung der eigenen Abrechnung lassen sich Unstimmigkeiten schnell finden.

In Tübingen liegen die Nebenkosten mit 2,23 Euro pro Quadratmeter ohnehin über dem deutschen Durchschnitt. Dasselbe gilt für die durchschnittlichen Mietkosten in der Universitätsstadt, wobei sich beide Kostenfaktoren bei Rechtswidrigkeit vom Vermieter zurückfordern lassen. Während bei Nebenkosten lediglich Einsicht in die Abrechnung verlangt werden muss und bei etwaigen Unstimmigkeiten ein Widerspruch einzulegen ist, verhält es sich mit der Rückerstattung von überteuerten Mietpreisen etwas komplexer.

Aktueller Mietpreisspiegel für Tübingen: rund 13 Euro pro Quadratmeter

Seit fast einem Jahrzehnt ermittelt die Mietpreis-Kommission regelmäßig einen qualifizierten Mietspiegel für die Stadt Tübingen. Mithilfe dieses Spiegels lassen sich Orientierungswerte zur aktuellen Mietpreissituation ermitteln, um zulässige Preise besser einzuschätzen. In Abgrenzung zu einfachen Mietspiegeln zeichnen sich qualifizierte Varianten durch die wissenschaftliche Erfassungsbasis aus, wobei der Analyse eine vom Gemeinderat beschlossene Mieter- und Vermieterbefragung zugrunde liegt. Neben der Wohnungslage, dem Zustand und dem Alter berücksichtigt die Kommission bei der Kalkulation insbesondere die energetische Beschaffenheit und die Immobiliengröße.

Aktuell bewegen sich die Preise gemäß dem Tübinger Mietspiegel zwischen knapp acht und 18 Euro pro Quadratmeter. Auf eben dieser Spanne weisen hochwertige Einzimmerwohnungen in zentraler Lage die höchsten und einfach ausgeführte Wohnungen mit 5 oder mehr Zimmern die niedrigsten Preise auf. Diese Orientierungswerte sollen Mieter vor unzulässig hohen Mietpreisen schützen. Zugleich bilden sie die Grundlage der Mietpreisbremse, die in Tübingen schon seit 2015 gilt.

Bisher waren bei Neuvermietung Mietpreiserhöhungen um bis zu 20 Prozent eine legitimierte Möglichkeit. In der Folge sind die Mieten in der Stadt seit Einführung der Mietpreisbremse weiter angestiegen. Die seit Anfang diesen Jahres verschärfte Mietpreisbremse lässt abgesehen für Altbauten höchstens Erhöhungen von 10 zu, solange keine Modernisierung vorgenommen wurde. Zumindest auf dem Papier, aber wie ist es in der Realität?

Erste Erfolge der verschärften Mietpreisbremse

Für Tübingen spricht Wohnungsbörse.net Anfang 2019 von einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis um die 12,57 Euro. Bei AZ-Online ist es ein Euro mehr und Immobilienscout24 berechnet fast drei Euro weniger. Diese Werte zumindest scheinen sich nahe am qualifizierten Mietspiegel zu bewegen und könnten auf einen ersten Erfolg der nachgebesserten Mietpreisbremse hinweisen. Nichtsdestotrotz sind Mieter noch immer zur Vorsicht aufgerufen, was die Mietkosten betrifft. Wer bei den Neben- oder Mietbelastungen auf überteuerte Preise stößt, legt zunächst schriftlichen Einspruch ein und wendet sich anschließend idealerweise an einen Mieterverein, um zu seinem Recht zu kommen.

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Erstellt:
21. Februar 2019, 15:08 Uhr
Aktualisiert:
21. Februar 2019, 15:08 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2019, 15:08 Uhr

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