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Ein Teil der Familie

Nicole Kammerer und Uli Bäurle leiten seit 25 Jahren eine Tübinger Hundeschule

Die 51-jährige Bühlerin Nicole Kammerer und der 50-jährige Kiebinger Ulrich Bäurle trainieren seit 25 Jahren als Profitrainer Welpen und Hunde in der Tübinger Hundeschule. Die damals erste professionelle Hundeschule im Kreis Tübingen feiert in diesem Jahr ihr 25. Firmenjubiläum.

18.03.2020

Die Tübinger Hundeschule von Nicole Kammerer und Uli Bäurle feiert in diesem Jahr ein Jubiläum.Bild: Dennis Duddek

TAGBLATT ANZEIGER: Wie kamen Sie dazu, eine Hundeschule zu gründen?

Nicole Kammerer: Ich habe schon immer gerne mit Tieren gearbeitet, seit meinem 16. Lebensjahr bin ich aktiv im Tierschutz als Pflegestelle für Problemhunde, aber auch als Päpplerin für verwaiste Haus- und Wildtierbabys. Es gab aber damals leider noch keinen passenden Tiertrainer-Beruf. Deshalb studierte ich Sportwissenschaften und Katholische Theologie in Tübingen.

In dieser Zeit waren wir schon gemeinsam ehrenamtliche Hobby-Trainer in einem Hundeverein. Allerdings haben uns die Ausbildungsmethoden, mit denen die Hunde damals trainiert wurden, gar nicht gefallen, da mit viel Druck und Drill gearbeitet wurde. Wir haben deshalb begonnen, in der Schweiz Kurse zu besuchen, die zu dieser Zeit bereits sehr moderne, gewaltfreie Methoden praktizierten. In einer Schweizer Hundeschule haben wir uns dann zu professionellen Hundetrainern ausbilden lassen.

Nach dem Vorbild unserer Schweizer Lehrer haben wir 1995 die Tübinger Hundeschule gegründet. Die ersten Jahre haben wir in Hirschau gearbeitet, sind dann aber auf ein größeres Trainingsgelände in meine Heimatgemeinde Bühl umgezogen.

Was macht Hunde besonders im Vergleich zu anderen Tieren?

Nicole Kammerer: Hunde sind evolutionär so an das Leben der Menschen angepasst, dass sie sich ideal in eine Familie einfügen und tatsächlich eine Beziehung zum Menschen eingehen. Eine Katze oder andere Haustiere machen das nicht, da hat der Hund eine ganz klare Sonderstellung.

Warum muss man einen Hund überhaupt erziehen?

Ulrich Bäurle: Ganz früher wäre es auch ohne eine Erziehung gegangen, doch in der heutigen industrialisierten Welt, bei der Masse an Menschen, geht es einfach nicht mehr anders. Unsere Gesellschaft wird immer penibler, sodass man sehr schnell Probleme mit dem Gesetz bekommen kann, wenn der Hund zum Beispiel nicht an der Leine läuft. Ohne Leine kann ein Hund heutzutage kaum noch einen Schritt machen.

Gibt es Unterschiede bei den verschiedenen Rassen in der Erziehung?

Nicole Kammerer: Es gibt Hunderassen, wie Schäferhunde, die seit Jahrhunderten gezüchtet werden, um mit dem Menschen gerne und intensiv zu kommunizieren. Diese Rassen sind sehr viel motivierter, Kommandos auszuführen und dem Menschen zu gefallen. Ein Hund, der zur Jagd gezüchtet wurde, ist viel selbständiger und hinterfragt Kommandos eher mal. Wie gerne ein Hund kooperiert und ob er Kommandos umsetzt, ist im Hund genetisch angelegt. Viele Menschen unterschätzen diese Tatsache.

Was lernt man in Ihrer Hundeschule?

Nicole Kammerer: Unser Schwerpunkt liegt darin, den Hund mit effektivem modernen und auf Motivation basierendem Training familien- und alltagstauglich zu machen. Er soll beispielsweise mit in den Urlaub genommen werden können und keine Passanten belästigen. Außerdem sollte ein Hund natürlich auch mit Kindern umgehen können. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist das Verhaltenstraining mit Problemhunden – Vierbeiner, die beißen, jagen gehen, oder starke Ängste haben.

Was sollte man beachten, bevor man sich einen Hund zulegt?

Uli Bäurle: Man sollte auf jeden Fall klären, ob man genügend Zeit hat. Ein Hund kann als Rudeltier maximal vier bis sechs Stunden alleine bleiben, danach steigt der Stress, das ist wissenschaftlich bewiesen. Wenn man also den ganzen Tag berufstätig ist oder viele Hobbys hat, bei denen der Hund nicht dabei sein kann, sollte man sich die Anschaffung eines solchen Tieres genau überlegen.

Außerdem sollte man schauen, ob die Rasse in den Alltag passt. Viele junge Paare machen den Fehler, sich einen Hund zuzulegen, wenn die Frau schwanger ist. Sie denken, dass sie in der Babypause genügend Zeit für das Tier hätten. Das ist leider nicht so. Man sollte lieber warten, bis das Kind im Kindergarten ist oder den Hund so früh holen, dass er zum Zeitpunkt der Schwangerschaft schon erzogen ist.

Fragen von Dennis Duddek

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Erstellt:
18. März 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
18. März 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. März 2020, 01:00 Uhr

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