Die E-Zigarette ist ein Suchtmittel

Ob sie weniger schadet als das Rauchen, ist nicht belegt

Die E-Zigarette steht seit ihrer Markteinführung bei Fachleuten aus Wissenschaft und Gesundheitswesen in der Diskussion.

10.11.2021

Fachleute sehen herkömmliche wie auch elektrische Zigaretten als riskante Suchtmittel. Archivbild: Hans-Jörg Schweizer

Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse und gesundheits-politische Ereignisse veranlassten die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), die Grundlagen und Fakten rund um die Thematik erneut zu prüfen. Eine jetzt veröffentlichte DHS-Stellungnahme zur E-Zigarette stellt die Ergebnisse dar.

Darin bewertet die DHS die E-Zigarette eindeutig als Suchtmittel. „Es ist derzeit kein positiver Effekt von E-Zigaretten in der Gesamtbevölkerung zu sehen, weder für Nichtrauchende, die in der Gesamtbevölkerung mit 75 Prozent die Mehrheit darstellen noch für die meisten Tabakrauchenden“, heißt es in der DHS-Stellungnahme.

Wegen gesundheitlicher Risiken warnt die DHS nachdrücklich vor einer Promotion der E-Zigarette gegenüber der Öffentlichkeit und der Politik. Zudem fordern die Fachleute verstärkte Forschung. Damit sollen unter anderem weitere Risiken und Nebenwirkungen beim Konsum von E-Zigaretten offengelegt werden.

Strittig ist eine Schadensminderung durch E-Zigaretten: Die sogenannte „Harm Reduction“ zielt darauf ab, tabakbedingte Gesundheitsschäden bei Rauchenden durch einen Umstieg auf vermeintlich weniger schädliche Nikotinprodukte zu vermindern. Wegen der uneinheitlichen Befundlage sieht die DHS eine Schadensminderung durch E-Zigaretten zum jetzigen Zeitpunkt als nicht belegt an.

Aktuell rät die DHS allen Rauchenden, die den Ausstieg aus der Tabakabhängigkeit nicht aus eigener Kraft schaffen, sich Unterstützung zu suchen. Empfehlenswert sind dazu anerkannte Suchttherapeutinnen und -therapeuten sowie Ärztinnen und Ärzte, die Strategien in der Entwöhnung anwenden, deren Wirksamkeit nachgewiesen ist, so die DHS-Stellungnahme.

Die DHS-Stellungnahme zur E-Zigarette steht zum kostenfreien Download zur Verfügung. Zum Thema Tabakabhängigkeit bietet die DHS eine breite Auswahl von kostenlosen Informationsmaterialien zum Download und zur Bestellung an: www.dhs.de/ infomaterial. TA

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Erstellt:
10. November 2021, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
10. November 2021, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. November 2021, 01:00 Uhr

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