Frühlingszeit ist Gartenzeit

Ohne Torf und Gift: Ökologisch und naturnah gärtnern für die Artenvielfalt

Auch wenn der Frühling dieses Jahr etwas verspätet startet, gibt es im eigenen Garten oder auf dem Balkon schon einiges zu tun. Mit ein paar Handgriffen und Tricks kann der heimische Garten zum wertvollen und gesunden Lebensraum werden.

31.03.2021

Die Saison beginnt: Gartenfreunde können sich wieder daran machen, einzusäen, zu jäten und Gartenbesuchern unterschiedlichster Bein-Anzahl zu begegnen. Archivbild: Ulrich Metz

„Ökologisch gärtnern hilft nicht nur Bienen, sondern auch vielen Insektenarten, Vögeln und vielen weiteren tierischen Gartenbesuchern. Gärten erfüllen so mehrere Zwecke: Sie sind schön anzusehen, eine Oase für unsere Erholung und nützlich für den Erhalt unserer Biodiversität“, sagt Almut Sattelberger, Naturschutzreferentin beim BUND Baden-Württemberg.

Jetzt im März ist der ideale Zeitpunkt, überwinternde Pflanzen und Kübelpflanzen zurückzuschneiden, in frische Erde umzutopfen und neue Obstbäume oder Beerensträucher zu pflanzen. „Doch Gärtner/innen sollten auch auf das Klima achten und ausschließlich torffreie Pflanzenerde einsetzen“, sagt Christoph Schramm, Referent für Landwirtschaft beim BUND-Baden-Württemberg.

Die meisten Blumenerden bestehen überwiegend aus Torf – dem Stoff, aus dem die Moore sind. Ein Torfabbau von zwei Metern zerstört ein Werk der Natur von 2000 bis 5000 Jahren. Lange Zeit wurde die Bedeutung von Mooren für den Klimaschutz unterschätzt. Dabei werden allein in Deutschland durch Trockenlegung und Abbau jährlich 42 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt, was 4,5 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands entspricht. „Unzählige Gärtner/innen befeuern weltweit ganz unnötig mit dem Einsatz von Torf die Klimaerhitzung.“

Auch die ersten Gemüse- und Kräutersamen können ab März ins Beet. „Achten Sie beim Kauf von Saatgut auf samenfeste Sorten, die Sie auch selbst vermehren können. Wenn F1 auf dem Tütchen steht, handelt es sich um Hybridsaatgut, dieses kann nicht vermehrt werden,“ gibt Sattelberger zu Bedenken.

„Wer früher seinen Großeltern im Garten geholfen hat, erinnert sich bestimmt daran, dass es üblich war, von ausgereiften Pflanzen Samen abzunehmen, zu trocknen und im nächsten Jahr neue Pflanzen daraus zu ziehen. So hat man über Jahrtausende eine große Vielfalt an unterschiedlichem samenfestem Saatgut genutzt. Das Saatgut konnte sich an die Standortbedingungen anpassen und dadurch immer robuster werden. Es ist eine unschätzbare Vielfalt von Kulturpflanzen entstanden. Zudem machen Sie sich so von Konzernen unabhängig“, so Sattelberger.

Egal ob Garten oder Balkon: Chemisch-synthetische Pestizide und Dünger sind tabu. Unerwünschte Kräuter im Beet werden gejätet und gegen ungewollte Insekten helfen Nützlinge wie Marienkäfer und Schlupfwespen. „Mit pflanzlichen Stärkungsmitteln wie zum Beispiel Brühen oder Jauchen aus Rainfarn, Brennnessel, Schachtelhalm, Beinwell oder Schafgarbe helfen Sie Ihren Kulturpflanzen, gesund zu bleiben“, empfiehlt Schramm.

TA

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Erstellt:
31. März 2021, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
31. März 2021, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 31. März 2021, 01:00 Uhr

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