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Engagierte Einsätze

Robert Köllner ist bei der Freiwilligen Feuerwehr

Robert Köllner ist seit 2011 Wahltübinger. Zuerst hat er am Tropeninstitut als wissenschaftlicher Mitarbeiter an Malariastudien mitgewirkt. Mittlerweile ist er in der Umweltanalytik tätig. Seit seinem sechzehnten Lebensjahr ist Robert Köllner außerdem ein sehr engagiertes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

09.01.2019

Robert Köllner schätzt auch die Gemeinschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr. Bild: Philipp Schmidt

TAGBLATT ANZEIGER: Wie sind Sie zur Freiwilligen Feuerwehr gekommen?

Robert Köllner: Gerade, als ich alt genug war, hat sich in meinem Heimatdorf, Kleinobringen bei Weimar, nach langer Pause wieder eine kleine Löschgruppe gebildet. Wir hatten einen Anhänger mit Pumpe und ein paar Schläuche zur Verfügung. Er hatte kein Blaulicht, aber man konnte ihn schieben, oder von einem Trecker ziehen lassen, immerhin. (lacht) Damit sind wir zum Dorfteich, haben die Pumpe – eine alte Jöhstadt TS 8, Standard Tragkraftspritze in der DDR – abgestellt, dreimal angerissen und das Ding lief. Die Pumpe lief einwandfrei, nur das alte Schlauchmaterial hat die lange Lagerungszeit schlecht überstanden. Das Gummi war spröde, dadurch hat es die Schläuche an mehreren Stellen zerrissen, und etliche Leute sind ordentlich nass geworden. Als ich mit der Schule fertig war, bin ich zum Studium nach Jena gezogen. Für mich war es selbstverständlich, bei der Feuerwehr zu bleiben, also habe ich mich bei meiner Ortsteilfeuerwehr gemeldet und bin eingetreten. In Tübingen war es dann das Gleiche. Ich habe geschaut, wo ist die nächste Feuerwache. Schnell wurde ich auch hier bei der Feuerwehr Stadtmitte gut aufgenommen. Wenn man einmal dabei ist, bleibt man auch dabei.

Es bedeutet ja einen erheblichen Zeitaufwand für eine ehrenamtliche Tätigkeit . . .

Das sind schon etliche Stunden die Woche. Und die Bereitschaft ist 24 Stunden, 365 Tage im Jahr. Wobei es natürlich die Möglichkeit gibt zu entscheiden, nicht zu einem Einsatz zu erscheinen, weil ich eine Gefährdung für mich oder andere darstelle. Zum Beispiel habe ich Husten und Schnupfen und könnte eh keine Atemschutzmaske tragen.

Bedeutet das nicht im Umkehrschluss, dass die hauptberufliche Feuerwehr ihre Aufgaben nicht allein gestemmt bekommt?

Das muss man andersherum betrachten. Im Feuerwehrhaus Stadtmitte gibt es neben der freiwilligen Abteilung auch eine hauptamtliche. Die umfasst den Verwaltungsapparat, die Wartung der Gerätschaften sowie den vorbeugenden Brandschutz, zudem steht eine Truppe im abwehrenden Brandschutz bereit. Während normaler Arbeitstage sind die hauptamtlichen Einsatzkräfte von 7 Uhr morgens bis 17 Uhr am Nachmittag im Haus, teilweise auch über Nacht. Die unterstützen uns, damit die Einsatzgrundzeiten eingehalten werden können. Das Feuerwehrwesen in Deutschland funktioniert seit Beginn an auf freiwilliger Basis. Über 90 Prozent der Feuerwehrarbeit in Deutschland wird von freiwilligen Kräften erledigt. Berufsfeuerwehr gibt es meist nur in Ballungszentren. In der Regel ist alles auf dem Land Ehrenamt. Das betrifft sowohl die Kommandantur, als oft auch die Gerätewarte. Die machen das alles in ihrer Freizeit.

Sind Sie jemals in eine gefährliche Situation geraten?

(denkt nach) Nicht so, dass ich um mein Leben gefürchtet hätte. Aber ich habe schon beeindruckende Einsätze miterlebt. Von der Beseitigung von Sturmschäden, Überschwemmungen, bis hin zu Großbränden.

Können Sie die Faszination für das Feuerwehrwesen in Worte fassen?

Es bedeutet für uns eine Möglichkeit, aktiv an der Gesellschaft teilzunehmen. Dafür zu sorgen, dass schlimme Dinge nicht noch schlimmer werden. Gleichzeitig bedeutet es für mich persönlich einen schönen Ausgleich zu meiner teilweise verkopften Arbeit. Hinzu kommt noch der gemeinschaftliche Aspekt. Es gibt oft Übungen und danach ein gemütliches Beisammensein. Für mich war es auch toll, in eine neue Stadt zu ziehen und gleich Anschluss zu finden. Man lernt eine Stadt auch von einer anderen Seite kennen. Die Arbeit bei der Feuerwehr erdet.

Wie hoch ist der Frauenanteil bei der Freiwilligen Feuerwehr?

Schätzungsweise zehn Prozent, würde ich sagen. Mit steigender Tendenz.

Haben Sie einen Rat für die Leser, was Brandschutz im Alltag angeht?

Rauchmelder sind ein großes Glück. Sie führen zwar auch zu etlichen Fehlalarmen, aber diese kleinen Dinger haben schon einige Leben gerettet. Ansonsten: Wenn ihr Öl in der Pfanne anbrennen lasst, versucht es nicht mit Wasser zu löschen. (lacht) Deckel drauf reicht aus.

Fragen von Philipp Schmidt

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Erstellt:
9. Januar 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
9. Januar 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. Januar 2019, 01:00 Uhr

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