Der Kommentar

Schaltjahr – Kaltjahr

Von Martina Fischer

Februar ist der Name für den zweiten Monat des Jahres – lateinisch: februarius, eigentlich „Reinigungsmonat“. Der Name ist abgeleitet von lateinisch februare = reinigen und erklärt sich aus den Sühne- und Reinigungsriten, die in diesem Monat unter anderem von den alten Römern vorgenommen wurden.

Er ist der „Schaltmonat“, denn Caesars Julianischer Kalender konnte ein Problem nicht lösen: Das Jahr war etwas zu lang, und die Differenz zwischen dem tatsächlichen Zeitablauf, den man mit der Sonne messen kann und dem Jahr, das der Kalender zeigt, wurde im Laufe der Jahrhunderte zu groß. So führte Papst Gregor XIII im Jahr 1582 den Gregorianischen Kalender mit Schaltjahren ein. Und so hat der Februar alle vier Jahre 29 anstatt 28 Tage. Im Volksmund heißt es: „Schaltjahr, Kaltjahr.“

In den Februar fällt auch die Fastnacht, weswegen er auch „Narrenmond“ genannt wird. Aber nicht immer erfreute sich die Fasnet der heutigen Beliebtheit, denn die Kirche sah es nicht gerne, dass ihre „Kinder“ vom Altar zum Narrentreiben gezogen wurden.

Auf die Fasnet folgt die 40-tägige Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch beginnt. An ihm wird den Gläubigen beim Messebesuch Asche auf das Haupt gestreut, als Zeichen der Buße und Umkehr. Der Februar trägt deshalb auch den Namen „Fastenmonat“.

Wie am Aschermittwoch das Wetter war, so hält es sich das ganze Jahr. Ende Februar geht gewöhnlich die Kraft des Winters zu Ende und Vorfrühlingsblüher wie Zaubernuss und Seidelbast lassen sich nicht mehr beeindrucken vom „Taumonat“ oder „Schmelzmond“.

Früher musste in diesem Monat mit den knapp werdenden Wintervorräten und dem Futter für die Tiere gehaushaltet werden. Besonderes Augenmerk galt den Mäusen, die sich gerade in der Nachwinterzeit vermehren.

Bis Ende Februar soll der Baumschnitt fertig sein. Bauer und Bäuerin sind mit Dungfahren und Mistbereiten beschäftigt. Auch Pflug und Egge stehen schon bereit, denn bald fängt das einst für die bäuerliche Familie samt ihrer Helfer so beschwerliche Arbeitsjahr wieder von neuem an.


Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

(c) Alle Artikel und sonstigen Inhalte der Website sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.


12.02.2020, 01:00 Uhr