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Kampf gegen die Barrieren

Schüler(innen) entdeckten Tübingen mit dem Rollstuhl

Unter dem Motto „Auf heißen Reifen durch Tübingen“ hatten die Teilnehmer des Tübinger Sommerferienprogramms nicht nur viel Spaß. Die Schüler(innen) erfuhren auch, wie schwierig es ist, sich in der Stadt im Rollstuhl zu bewegen.

22.08.2019

Im Rahmen des Tübinger Ferienprogramms setzten sich Kinder und Jugendliche mit den Barrieren für Rollstuhlfahrer auseinander. Bild: CeBeef

Tübingen. Auf Einladung des Clubs für Behinderte und ihre Freunde (CeBeef) in Tübingen erlebten Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 13 Jahren im Rahmen des Sommerferienprogramms, mit welchen Herausforderungen die Rollstuhlfahrer in der Unistadt konfrontiert werden. „Mit diesem Angebot wollen wir Kindern und Jugendlichen zeigen, dass Menschen mit oder ohne Behinderung in der Schule spielen können, sowie ihre Freizeit zusammen genießen und gemeinsam arbeiten können“, erklärt Brigitte Duffner. „Inklusion bedeutet zusammen zu leben“, betont die Mitarbeiterin von CeBeef im Sozialforum Tübingen. „Das ist in Tübingen schon gut umgesetzt, aber es muss noch mehr für die Inklusion getan werden.“

Die Gruppe startete ihre Tour in der Altstadt. Dort holten die Teilnehmer im Sanitätshaus Nusser und Schaal ihre Rollstühle ab. Damit absolvierten sie verschiedene Übungen an Rampen und Bordsteinkanten. „Versuche es noch einmal, aber jetzt mit dem Rücken voran“, schlug Susi Huth einem Teilnehmer vor.

Während die Schüler gegen die Barrieren kämpften, wurden sie von Brigitte Duffner mit lauten Rufen vor den Gefahren des Straßenverkehrs gewarnt. „Wir müssen immer auf die Autos aufpassen“, gab sie zu bedenken.

Nach den ersten Erfahrung in der Altstadt zog die Gruppe zum Alten Botanischen Garten weiter. Dort gönnten sich die Kinder und Jugendllichen eine Mittagspause und tauschten sich über ihre Erlebnisse mit dem Rollstuhl aus. „Es war schwer für mich, mit dem Rollstuhl zu fahren“, räumt Lisa Back ein. „Ich habe viel Kraft gebraucht. Das ist richtig anstrengende Arbeit. Aber ich bin trotzdem froh, dass ich diese Erfahrung machen konnte.“

„In Tübingen gibt es viele hohe Barrieren, die von Rollstuhlfahrern nur mit großen Schwierigkeiten überwunden werden können“, beobachtet Clarissa Löffler.

Nach dem Mittagessen testeten die Teilnehmer wieder mit verschiedenen Übungen ihre Geschicklichkeit mit dem Rollstuhl. Beispielsweise bekamen sie eine Flasche, die sie während einer Wettfahrt nicht verlieren durften. Clarissa gewann dieses Rennen in einer Zeit von 33 Sekunden. Bei diesem Programmpunkt wurde viel gelacht.

Seit 8 Jahren bringt sich der Club für Behinderte und ihre Freunde mit verschiedenen Terminen in das Tübinger Sommerferienprogramm ein. Dabei wird den Schüler(inne)n geholfen, sich besser in die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung hineinzuversetzen. „Wir versuchen auf spielerische Weise, die Mentalität von Angehörigen der jungen Generation positiv zu beeinflussen“, betont Duffner.

Als Beispiel für hohe Barrieren, die Rollstuhlfahrern in Tübingen das Leben schwer machen, verweist Duffner auf die Rampe am Hauptbahnhof. „Dort fehlt es leider auch an einem geeigneten Geländer.“

Die Mitarbeiter(innen) des CeBeef wünschen sich, dass Menschen mit Behinderung mit Empathie und Respekt begegnet wird. Und dabei erkennen sie vor allem bei
den Autofahrern noch viele Defizite. Vivian Viacava Galaz

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Erstellt:
22. August 2019, 17:01 Uhr
Aktualisiert:
22. August 2019, 17:01 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. August 2019, 17:01 Uhr

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