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Museum für alle

Seit kurzem kann man Objekte des Tübinger Unimuseums online in 3D anschauen

Es ist ein ehrgeiziges Kooperationsprojekt des Museums der Universität Tübingen und des eScience-Centers: Ein Museum in 3D, also in drei Dimensionen, erleben.

07.02.2018

Tübingen. Derzeit sind 28 Exponate über die Homepage des Museums der Universität Tübingens (MUT) abrufbar. Mit VR-Brille (Virtual-Reality-Brille) hat man den eindrucksvollsten Effekt. Es ist so, als würde man vor dem Objekt stehen. Man kann ganz nah heran, es von allen Seiten betrachten. Ein besonderer Hingucker stellt der Sarkophag Taditjaina dar. Durch die dreidimensionale Betrachtungsweise wird unmittelbar klar, dass der Sarkophag aus zweien ineinander gesteckten Särgen besteht.

Neben Statuen, Figuren, Masken, Tierpräparaten und einem urgeschichtlichen Bronzebeil lässt sich auch eine altsteinzeitliche Karthöhle begehen. Von einem Infopunkt („Point of Interest“) lässt sich zum nächsten springen und nach und nach die gesamte Höhle erkunden.

Die Projektleiter Dr. Matthias Lang und Frank Dürr haben vor, dass in einem dynamischen Prozess immer mehr Modelle zugänglich gemacht werden. „Die Tübinger Sammlungen können sich sehen lassen“, sagt Frank Dürr. „Insgesamt handelt es sich mindestens um vier Millionen Stücke. Da haben wir noch ganz schön zu tun.“ Das Verfahren ist günstig, aber zeitintensiv. Die Modelle werden nicht durch Laserscan, sondern durch Bilder zum Leben erweckt. Fotogrammetrie nennt sich diese Technik. Während der Semester geht es durch die Mithilfe der Studierenden schneller voran.

Eines macht das Projekt vor allem besonders, betont Frank Dürr: Die Modelle können nicht nur betrachtet, sie können auch von jedermann heruntergeladen werden, da die Dateien in quelloffenen Formaten zur Verfügung gestellt werden. Wer über die Technik verfügt, kann die Modelle also mittels eines 3D-Druckers selbst ausdrucken.

Angst, dass Besucher/innen aufgrund des 3D-Museums dem realen Museum fernbleiben könnten, haben die Projektleiter nicht. Beide Betrachtungsarten haben nämlich ihre ganz eigenen Vorteile. In 3D kann man ganz nah ran, die Dinge von allen Seiten maßstabgetreu betrachten und es gibt Sammlungsstücke, die für den normalen Besucher schwer oder gar nicht zugänglich sind, und mit der neuen Technik für alle erlebbar werden. Auf der anderen Seite sind beim Originalobjekt die Farben und Konturen schärfer – eben originalgetreuer. Im Idealfall ergänzen sich beide Arten der Ansicht.

Hintergründe für das 3D-Museum ist neben der Demokratisierung von Museen auch der wissenschaftliche Aspekt. Forscher sind dadurch nicht gezwungen, in andere Länder zu reisen, um die Exponate hautnah untersuchen zu können. Einfacherer Austausch ist über weite Distanzen hinweg möglich.

Für die Zukunft schwebt den beiden Projektleitern noch einige Verbesserungen und Erweiterungen vor. So steht die Idee im Raum, schlichte VR-Brillen aus Pappe günstig an der Museumskasse anzubieten, in die der Besucher sein eigenes Smartphone stecken kann. Damit wäre die ergänzende Betrachtung gleich vor Ort im Museum möglich.

Auf der technischen Darstellungsebene wird zudem darüber nachgedacht, die einzelnen Museumsstücke im Originalzusammenhang zu zeigen. Das würde einen fantastischen Mehrwert darstellen. Dadurch wäre es zum Beispiel möglich, den oben genannten Sarkophag in der original rekonstruierten Grabkammer zu bewundern. Philipp Schmidt

Wer weder VR-Brille, noch ein Smartphone besitzt, kann die Modelle auch am Desktop auf der Homepage des Museums betrachten: www.unimuseum.de

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07.02.2018, 01:00 Uhr
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