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Der Kommentar

St. Gallen lässt den Schnee fallen

04.10.2018
  • Martina Fischer

Der Oktober hat seinen Namen daher, weil er im altrömischen Kalender, der mit dem März begann, der achte Monat war; entlehnt aus dem Lateinischen „mensis october“, (octo = acht). Nach der römischen Kalenderreform unter Julius Caesar, die das Jahr mit dem Januar beginnen ließ, blieb der Name auch für den nunmehr zehnten Monat erhalten.

Das Namensfest des Heiligen Gallus am 16. Oktober war allgemein ein Schlachttag, denn ab dann war es kühl und Fleisch und Wurst konnten nicht mehr verderben. Der Volksmund sprach deshalb auch vom Schlachtmonat. Für die Witterung war St. Gallus ein wichtiger Lostag, der auch als Winteranfang gilt: „St. Gallen lässt den Schnee fallen.“ Zum Gallentag sollte die Obsternte beendet sein. Äpfel und Birnen, die jetzt noch an den Bäumen hingen, gehörte der Dorfjugend und man durfte sie „gallen“ (nachlesen).

Das kirchliche Erntedankfest wird in Deutschland am 1. Sonntag nach Michaelis (29. September) gefeiert. Die Feldfrüchte werden hierzu zu dekorativen Ernte-Altären aufgebaut und gesegnet. Seit dem 12. Oktober 1810, dem Vermählungstag von König Ludwigs I. und Prinzessin Therese von Sachsen-Hilburghausen, findet alljährlich das Münchner Oktoberfest auf der Theresienwiese statt.

Kirchweihmonat heißt der Oktober, weil am dritten Sonntag das Kirchweihfest beziehungsweise die „Allerweltskirbe“ anstand. Es ist das bekannteste und am weitesten verbreitete unter den weltlichen Festen. Die Kirchmesse (Kirmes), Kirchweihe (Kirwe, Kilbe) oder der Kirchtag (Kirta) ist ursprünglich das Erinnerungsfest der Kircheneinweihung, die zugleich auch der Festtag des Kirchenpatrons (Patrozinium) sein konnte. Da aber die weltliche Feier die kirchliche bald überwog, fasste man die vielen ausgelassenen Dorffeste auf den dritten Oktobersonntag zusammen, an dem die Bauern und das Gesinde drei Tage lang den Ausklang des Erntejahres feierten.

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04.10.2018, 01:00 Uhr
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