Lieber pünktlich statt unverschämt

Täglich arbeiten viele Menschen an den Tübinger Corona-Teststationen. Sie sorgen dafür, dass wir all

Dennis Duddekärgert sichüber dieUndankbarkeitan den Test-stationen

Täglich arbeiten viele Menschen an den Tübinger Corona-Teststationen. Sie sorgen dafür, dass wir alle in Ruhe shoppen gehen oder uns ins Restaurant setzen können – ohne sie wäre unser jetziger Alltag nicht denkbar. Der Dank für diese Menschen, die sich bewusst einer Gefahr aussetzen, kommt viel zu kurz.

Wie mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Stationen teilweise umgegangen wird, ist unter aller Würde. Grobe Beleidigungen wie „Arschloch“, „Depp“, „Mach doch deinen Scheiß-Job“, „Du kannst gar nichts entscheiden, teste einfach“ sind für viele Mitarbeiter mittlerweile schon trauriger Alltag geworden.

Für solche Unverschämtheiten fehlt mir jegliches Verständnis: Menschen, die zehn Stunden am Tag arbeiten, abends kurz nach oder vor der Teststation-Schließung noch anzumotzen, ihnen mangelnde Flexibilität vorzuwerfen und wie selbstverständlich zu erwarten, noch einen Test zu bekommen, ist mehr als dreist. Und dann auch noch auszurasten, wenn der Tester das Anliegen nach einem anstrengendem Tag mit einem höflichen „Nein, tut mir leid“ ablehnt – das geht einfach gar nicht. Sich über die Öffnungszeiten der Teststationen zu informieren und dann pünktlich vor Ort zu sein, wäre auch eine Idee.

Jeder sollte sich fragen, was er selbst in einer solchen Situation an der Stelle der Testerinnen und Tester machen würde. Warum fällt es vielen Menschen an den Teststationen so schwer, ein kleines „Danke“ über die Lippen zu bekommen? Und warum fällt es vielen Menschen offenbar viel leichter, anderen übelste Beleidigungen an den Kopf zu werfen? Darüber sollten wir alle einmal nachdenken!


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09.06.2021, 01:00 Uhr