Stressfrei Sprachen lernen

Tandems sind nicht nur bei Studierenden sehr beliebt

Wenn sich mindestens zwei Personen gegenseitig helfen, eine Fremdsprache zu lernen, können sich auch nachhaltige Freundschaften entwickeln. Diese Tandems sind in Tübingen nicht nur bei Studierenden beliebt.

Tandems sind nicht nur bei Studierenden sehr beliebt

Vivienne Frey (rechts) mit ihrer chilenischen Tandem-Partnerin. Privatbild

Tübingen. Während Vivienne Frey im Garten des Tübinger Clubhauses bei strahlendem Sonnenschein aus ihrem Unialltag und der Kommunikation zwischen Profs und Studierenden erzählt, lernt ihre Tandem-Partnerin aus Chile eine neue deutsche Vokabel: Betreuung. Anschließend notiert sich Vivienne Frey ein spanisches Wort, das sie bisher noch nicht kannte: Asignaturas. „Das heißt Studienfächer“, sagt die 27-jährige Chilenin.

Vivienne Frey und ihre chilenische Tandem-Partnerin treffen sich fast jede Woche. Den Termin vereinbaren sie meist kurzfristig per Handy. Während Frey bei diesen Treffen ihre Spanischkenntnisse verbessert, lernt ihre Partnerin dabei viel über die deutsche Grammatik.

Bei Tandem-Partnerschaften geht es aber nicht nur um die Sprache. „Mit dem Tandem bekomme ich eine andere Perspektive auf die Welt und lerne auch viel über die spanische Kultur“, erklärt Vivienne Frey, die sich bereits seit einem Jahr mit ihrer Partnerin über den Alltag in Deutschland und Chile austauscht. Grundkenntnisse der spanischen Sprache hat sich die 20-jährige Studentin der Medienwissenschaft während eines Auslandssemesters in Paraguay angeeignet.

Im Gegensatz zu einer Sprachschule ist das Tandem kostenlos und wird von vielen Teilnehmern als stressfreie Form des Lernens geschätzt. Das große Interesse an diesen Partnerschaften spiegelt sich auch in dem Tübinger Tandem-Stammtisch, der sich seit 2017 alle zwei Wochen trifft und eine eigene Facebookseite betreibt.

„Der Stammtisch spricht eine sehr breite Zielgruppe an“, erklärt Maren, die dieses Angebot organisiert. „Es kommen nicht nur Studierende, sondern auch berufstätige Personen. Die Gruppe ist immer sehr gemischt und jedes Mal ist die Verteilung anders.“

Wer in Deutschland einen Auslandsaufenthalt macht, kann bei diesem internationalen Stammtisch eigentlich immer mit Muttersprachlern kommunizieren. „Aber auch spanische, englische und französische Muttersprachler sind bei uns regelmäßig vertreten“, betont Maren. Vivian Viacava

Tipps für das Tandem und Hilfe bei der Suche nach einem Tandem-Partner gibt es auf der Homepage der Universität.

Tübingen unter www.uni-

tuebingen.de.


Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

(c) Alle Artikel und sonstigen Inhalte der Website sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.


12.06.2019, 01:00 Uhr