Eingängige, urbane Rockmusik

Tobias Karrer startet mit „Rockenfeld“ ein vielversprechendes Soloprojekt

Er ist Sänger, Improvisationsschauspieler und Musikmanager: Der ehemalige Lingua-Loca-Sänger Tobias Karrer bastelt gerade an seinem neuen Soloprojekt „Rockenfeld“. Dafür hat er zwei deutschsprachige Songs veröffentlicht, denen nach und nach weitere folgen sollen.

Tobias Karrer startet mit „Rockenfeld“ ein vielversprechendes Soloprojekt

Tobias Karrer ist nicht nur Musiker, sondern auch Improvisationsschauspieler. Bild: Jürgen Spieß

„Mein momentanes Leben ist nicht darauf angelegt, als Musiker voll durchzustarten oder mit meiner Musik Geld zu verdienen.“ – Das sagt einer, der die Mechanismen im Musikbusiness von der Pike auf kennt und selbst schon an der Schwelle zum Profimusiker stand. Der heute 33-jährige Tobias Karrer war zehn Jahre lang Sänger und Frontmann der auch überregional bekannten Formation Lingua Loca, die mit ihrer heißen Mixtur aus Rap, Soul, Funk und Hip-Hop-Grooves lange als die großen Hoffnungsträger in der Region galten. Vor sechs Jahren löste sich die Tübinger Band auch deshalb auf, weil die elf Bandmitglieder „ihre unterschiedlichen Erwartungshaltungen“ einfach nicht mehr unter einen Hut bringen konnten. Manche wollten noch höher hinaus, andere sahen in der Band nur eine amüsante Nebenbeschäftigung.

Auch Tobias Karrer war damals schon mehrgleisig unterwegs: Nach dem Abitur am Carlo-Schmid-Gymnasium studierte der gebürtige Tübinger an der Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim und arbeitete von 2011 bis 2015 als selbstständiger Musikmanager für das Metzinger Unternehmen ELF-Entertainment. Nach einem Zwischenstopp bei der Firma Advanced UniByte GmbH landete er 2018 wieder als Geschäftsführer und Abteilungsleiter Marketing bei dem Metzinger IT-Systemhaus. Mit musikalischen Auftritten hat er sich seit der Auflösung von Lingua Loca eher zurückgehalten, sang zwar hin und wieder bei einer vierköpfigen Improvisationsband, wollte aber ansonsten erst einmal herausfinden, „ob ich mich überhaupt noch als Musiker sehe“, so Karrer, der seit 2014 auch beim Theatersport des Tübinger Harlekin-Theaters als Impro-Schauspieler auf der Bühne steht.

Nun also das Soloprojekt „Rockenfeld“. Mit dem Gedanken, selber Musik mit deutschen Texten zu schreiben, hat er schon lange geliebäugelt. Zunächst holte sich der Sänger mit Joe Styppa einen kompetenten Profimusiker und Musikproduzenten mit ins Boot. In dessen Allgäuer Studio wurden dann die beiden ersten Songs eingespielt und mit Bläsern, Streichern und einem von Styppa gespielten Schlagzeug angereichert: Herausgekommen sind die beiden Eigenkompositionen „Wir“ und „Erinnerung“, urbane Popmusik mit deutschen Texten sowie dezenten Hip-Hop- und Soul-Elementen: „Die Texte und 80 Prozent der Musik stammen von mir“, erzählt Tobias Karrer, „den Rest hat Joe Styppa beigesteuert“.

Dafür, dass Karrer nie gelernt hat, Musik zu schreiben, sind zwei überaus eingängige und professionell klingende Nummern entstanden, bei denen auch seine Lingua-Loca-Wurzeln hin und wieder durch scheinen. Ein viel versprechender Anfang ist damit gemacht und in Zukunft sollen noch weitere Songs folgen. Der Tübinger Sänger plant aber nicht, in nächster Zeit ein Album zu veröffentlichen, denn „ich sehe mich nach wie vor als Livemusiker, der auf die Bühne will“ und überhaupt habe ein Album im Streamingzeitalter nicht mehr dieselbe Wertigkeit wie früher. So kümmert er sich gerade darum, die beiden Songs im Radio zu platzieren, denn radiotauglich sind sie und haben sogar das Potential für eine Chartplatzierung.

Und was hat es mit dem Projektnamen „Rockenfeld“ auf sich? Mit der Familie Rockefeller hat er jedenfalls genauso wenig zu tun wie mit einer 1965 aufgelösten deutschen Gemeinde, die diesen Namen trug. Die Erklärung ist viel einfacher: Rockenfeld hat Tobias Karrer gewählt, weil seine Lebenspartnerin und sein einjähriger Sohn diesen Nachnamen tragen. Jürgen Spieß

Die beiden Songs „Wir“ und „Erinnerung“ gibt es unter rockenfeld-music.de und auf allen gängigen Streaming-Plattformen zu hören.


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28.04.2021, 01:00 Uhr