Es gibt noch Ferienjobs

Tübinger Firmen stellen im Sommer gerne Schüler ein

In einer Woche beginnen die Sommerferien. Früher war das die Zeit, in denen Schülerinnen und Schüler zuhauf als Ferienjobber Geld verdienen konnten und so großen Firmen über das Belegschaftsloch in der Urlaubszeit hinweghalfen. Gibt es so was heute noch?

Tübinger Firmen stellen im Sommer gerne Schüler ein

So war’s früher: 1998 rollte eine Ferienarbeiterin auf Inlineskates durch einen Tübinger Baumarkt. Archivbild: Anne Faden

Kreis Tübingen. „Also, ich würd‘ gefühlt noch 20 nehmen“, sagt Tanja Kremer sofort auf Nachfrage des TAGBLATT ANZEIGERs, ob ihre Firma Ferienjobber suche. Kremer ist Assistentin der Geschäftsleitung bei UDO, der Dienstleistungsorganisation des Tübinger Uniklinikums und sie zählt auch gleich den dringendsten Bedarf auf: Küchenhilfe, Spülhilfe, Gebäudereiniger werden gerade einige benötigt. „Wir sind der komplette Dienstleister für den nicht-medizinischen Bereich der Tübinger Uniklinik und wir suchen definitiv immer“, erklärt Kremer. Und im Moment verstärkt, weil UDO viele südländische Mitarbeiter habe, die in den Ferien gerne für mehrere Wochen in Urlaub fahren. Die Dienstleistungsorganisation stellt auch gerne Studierende ein, denn für manche der Tätigkeiten ist es besser, wenn man schon volljährig ist. „Wir portionieren am Band, das finden Eltern meist nicht so toll“, erzählt Kremer, „aber wir nehmen auch 17-Jährige.“

Auch die Tübinger Firma Erbe Elektromedizin stellt Ferienjobber ein. Vornehmlich über einen internen Aufruf am Schwarzen Brett wurden junge Leute – ab 16 Jahren – für die Zeit von Juli bis Ende September in der Produktion gesucht, erklärt Thomas Hämmerle, Pressesprecher von Erbe, am Telefon. So werden vor allem Kinder von Mitarbeitern, Angehörigen und Bekannten angesprochen.

Bei der Tübinger Paul-Horn-GmbH werden nur noch „auf geringem Niveau“ Ferienjobber gebraucht, wie der Pressesprecher Christian Thiele erklärt, „in der Produktion, in der Logistik und bei der Instandhaltung.“ Insgesamt 22 Aushilfskräfte werden dort in diesen Sommerferien mitarbeiten und die „haben wir bereits eingestellt“, sagt Thiele. Der Bedarf an unqualifizierten Kräften, die problemlos von Ferienjobbern vertreten werden könnten, sei bei Horn einfach nicht mehr sehr hoch. „Wir haben aber oft Praktikanten im Haus, zum Beispiel jetzt gerade hier im Marketing. Die sind dann für fünf, sechs Monate hier.“ Angelika Brieschke


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21.07.2021, 01:00 Uhr