Freude am Gehen

Von der Begeisterung der Senioren für das Zufußgehen

In einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wurden die psychologischen Aspekte untersucht, die mit dem Zufußgehen älterer Menschen verbunden sind. Dabei lag der Fokus auf den persönlichen Erfahrungen, den wahrgenommenen Problemen, den unterschiedlichen Erwartungen und den Gewohnheiten.

10.11.2021

Die Bundesanstalt für Straßenwesen erforschte das Zufußgehen älterer Menschen: darunter ihre Motivation, Gefährdungsfaktoren und Geschlechterunterschiede. Archivbild: Anne Faden

Ziel der „Seniorwalk“-Studie ist es, den Kenntnisstand über die in der Forschung bislang vernachlässigte Zielgruppe älterer Fußgänger und Fußgängerinnen zu erweitern. Dabei knüpft diese Studie inhaltlich und methodisch an die „Seniorlife“-Studie der BASt an, die sich mit älteren Autofahrern befasst hatte. Mithilfe dieses Ansatzes ist eine geeignete Grundlage gegeben, Empfehlungen zur Umsetzung von Maßnahmen sowohl für die Gesamtgruppe der älteren Fußgänger als auch für unterschiedliche Lebensstilgruppen abzuleiten.

Einer der wichtigsten Gründe, warum ältere Menschen häufiger zu Fuß unterwegs sind, ist die Freude am Zufußgehen. Die Überzeugung, dass das Zufußgehen einen wichtigen Beitrag zur eigenen Gesundheit und zur Umwelt leistet, oder ein schlechtes Gewissen bei zu wenigen Fußwegen sind keine besonders starken Gründe, häufiger zu Fuß unterwegs zu sein.

Ein Gesamtwert für positive und negative Erfahrungen steht nicht im Zusammenhang mit dem Alter. Frauen berichten stärker negative Erfahrungen mit dem Zufußgehen als Männer. Die Prüfung theoretischer Modelle zur Häufigkeit des Zufußgehens und zum Queren einer Straße bestätigt die Bedeutung des Einflusses einer Reihe psychologischer, mobilitätsrelevanter Merkmale wie Einstellungen und Erwartungen.

Auch die Lebensstile älterer Fußgänger und Fußgängerinnen weisen deutliche Bezüge zu diesen Merkmalen auf. Die Unfallbeteiligung als Fußgänger variiert in den Lebensstilgruppen zwischen 2,1 und 4,9 Prozent. Dieser Unterschied ist jedoch nicht signifikant. Tendenziell hat der häusliche Typ den größten Anteil unfallbeteiligter Fußgänger. Ein starker Impuls, zu Fuß unterwegs zu sein, geht von der Begeisterung für das Zufußgehen aus. Ausschließlich sachliche Argumente für das Zufußgehen werden in vielen Fällen daher nicht genügen, älteren Menschen das Zufußgehen schmackhaft zu machen. Es muss vor allem auch Spaß machen, Wege zu Fuß zurückzulegen – alleine oder mit anderen. Die Freude an der Sache entwickelt sich nicht allein von innen heraus. Er wird auch gefördert durch eine sichere, rücksichtsvolle und attraktive Verkehrsumwelt.

Die vorliegenden Ergebnisse bieten eine umfangreiche Dokumentation der Probleme, Motive, Erwartungen und Einstellungen, die mit dem Zufußgehen verbunden sind. Damit besteht eine wichtige Grundlage für die Planung kommunikativer Maßnahmen sowie – in einem gewissen Umfang – auch für infrastrukturelle Veränderungen. TA

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Erstellt:
10. November 2021, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
10. November 2021, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. November 2021, 01:00 Uhr

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