Schlechter Schlaf macht krank

Vor allem im Süden und Westen liegen Teenager nachts häufig wach

Immer mehr Teenager in Deutschland schlafen schlecht.

02.09.2020

Nachts wach, bei wenig Schlaf tagsüber müde: Bei vielen jungen Leuten ist es so. Bild: detailblick-foto - stock.adobe.com

Das geht aus einer aktuellen Analyse der Barmer hervor. Während Ärztinnen und Ärzte im Jahr 2005 bei 9167 Personen im Alter von 15 bis 19 Jahre eine Schlafstörung diagnostizierten, waren 2018 bereits 25 116 junge Leute betroffen. Das entspricht einer Steigerung von 174 Prozent. Ein massives Plus um 168 Prozent von 17 042 auf 45 597 Betroffene gab es auch bei jungen Erwachsenen zwischen dem 20. und 24. Lebensjahr. Erst ab dem 40. Lebensjahr flacht dieser Trend leicht ab.

„Auch jüngere Menschen dürfen anhaltende Schlafstörungen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie sind unangenehm und machen krank. Dabei wird nicht nur die Leistungsfähigkeit im Beruf und beim Sport eingeschränkt, sondern sie können auch erste Hinweise auf psychische Erkrankungen sein“, erklärt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer. Daher sollten Schlafstörungen beim nächsten Arztbesuch angesprochen werden.

Vielleicht psychisch

erkrankt

Wie aus der Barmer-Analyse weiter hervorgeht, wurden im Jahr 2018 bundesweit bei etwa 1,76 Millionen Menschen Schlafprobleme diagnostiziert. Dabei gibt es große regionale Unterschiede. Vor allem im Westen und Süden liegen die Menschen nachts wach. In Nordrhein-Westfalen gab es beispielsweise knapp 430 000 Betroffene, gefolgt von Bayern mit knapp 325 000 und Baden-Württemberg mit rund 219 000 Personen. Gemessen an der Einwohnerzahl sind die häufigsten Schlafstörungen im Saarland, in Bayern und in Rheinland-Pfalz zu beobachten. In diesen drei Bundesländern waren 29,8 beziehungsweise 24,7 und 24,5 Menschen je 1.000 Einwohner von unruhigem oder fehlendem Schlaf betroffen.

Ruhigere Nächte hatte man hingegen in Sachsen-Anhalt, wo nur 14,9 von 1000 Einwohner nachweislich Schlafprobleme hatten. „Zwischen den Bundesländern gibt es massive regionale Unterschiede bei der Anzahl der Personen, die Schlafstörungen haben. Diese Ergebnisse sind rein medizinisch nicht erklärbar. Hier sind weitere Untersuchungen erforderlich“, sagt Marschall. TA

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Erstellt:
2. September 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
2. September 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. September 2020, 01:00 Uhr

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