Was der Stuhlgang über die Gesundheit verrät

Niemand befasst sich gerne mit seinen Ausscheidungen - ein kurzer Blick in die Toilette kann jedoch sehr aufschlussreich sein und so manches über den eigenen Gesundheitszustand offenbaren. Farbe, Form, Geruch und Konsistenz des Stuhlgangs sind Indikatoren dafür, wie es beispielsweise um die Qualität der Ernährung bestellt ist oder ob etwa eine Krankheit vorliegt. Was sagen die jeweiligen Eigenschaften des Stuhlgangs aus, wann besteht Handlungsbedarf und wie oft ist Stuhlgang eigentlich normal?

16.07.2020

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Stuhlgang: Wie oft ist normal?

Die Häufigkeit des Stuhlgangs kann Aufschluss über die Gesundheit des menschlichen Organismus geben. Doch wie oft ist es normal, Stuhlgang zu haben? Auch hier kann keine zwingend allgemeingültige Aussage getroffen werden. Experten gehen allerdings davon aus, dass eine Zeitspanne von dreimal täglich bis dreimal wöchentlich als Orientierung für eine gesunde Verdauung betrachtet werden kann. Kommt es deutlich häufiger oder seltener zum Stuhlgang, können entweder Durchfall oder Verstopfung vorliegen.

Wie sieht normaler Stuhlgang aus?

Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich das Erscheinungsbild unserer Hinterlassenschaften von Tag zu Tag ein wenig verändert - daher ist es nur schwer möglich, einen normalen und gesunden Stuhl zu definieren. Das Spektrum dessen, was als normal beziehungsweise gesund angesehen wird, ist nämlich recht groß.

Grundsätzlich gilt jedoch: Je gleichförmiger, geschmeidiger, brauner und geformter der Kot ist, desto besser. Auch ein mäßiger Geruch sollte vorhanden sein. Kommt es zu längerfristigen Veränderungen dieser Eigenschaften, ist Vorsicht geboten. Besteht beispielsweise ein schmieriger Stuhlgang mit glänzend-gelblicher Färbung, gepaart mit einem intensiveren, säuerlichen Geruch, kann ein Fettstuhl

vorliegen. Hierbei werden die Nahrungsfette vom Körper nicht vollständig aufgenommen und er scheidet sie stattdessen aus. Oftmals liegt dabei eine Krankheit, wie etwa eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse zugrunde.

Einfluss auf das Aussehen haben unter anderem weiterhin die individuelle Lebensweise und die Art der Ernährung. Wer zum Beispiel oft rote Beete, Spinat oder Karotten isst, wird häufig eine rote, grüne oder gelbliche Färbung des Stuhls feststellen. Auch die Menge der aufgenommenen Flüssigkeiten und Ballaststoffe verändert die Beschaffenheit des Kots. Kleinteilige, harte, nicht zusammenhängende Klumpen weisen zum Beispiel auf zu wenig Flüssigkeit im Körper hin. Im Gegensatz dazu bedeutet eine eher unförmige oder übermäßig weiche (bis hin zu flüssige) Zusammensetzung Durchfall und hohen Flüssigkeitsverlust.

Mögliche Anzeichen für Probleme beim Stuhlgang

Neben harmlosen Stuhlveränderungen - etwa eine kurzfristige Farbänderung aufgrund von verzehrter Nahrung - gibt es zudem eine Reihe von Merkmalen, die häufig einen ernsten Hintergrund haben. In der Regel machen diese den Besuch beim Arzt (zum Beispiel Gastroenterologe oder Proktologe) unumgänglich.

Als erstes ist hier der teilweise oder vollständig schwarze Stuhl zu nennen. Diese Farbgebung deutet häufig darauf hin, dass Blut im oberen Bereich der Verdauungsorgane freigesetzt und schon zu großen Teilen verdaut wurde - daher die schwarze Farbe. Oftmals ist dafür eine Blutung der Speiseröhre oder der Magenschleimhaut verantwortlich und sollte dringend von einem Mediziner begutachtet werden.

Gleiches gilt für Blut im Stuhl. Dieses tritt meist entweder als rötlich-braune Färbung des Kots oder als aufliegendes helles Blut in Erscheinung. Für gewöhnlich sind die Ursachen Fissuren (kleine Risse) in Dick- oder Enddarm, die beispielsweise durch zu harten Stuhlgang oder Analsex entstehen. Auch ein Hämorrhoidalleiden (vergrößerte Hämorrhoiden am Darmausgang) kann dafür verantwortlich sein.

Ist der Stuhl gräulich oder lehmfarben, fehlt ihm der Farbstoff Sterkobilin, der beim Abbau von Gallenflüssigkeit im Magen-Darm-Trakt entsteht und für das braune Erscheinungsbild sorgt. Leiden Betroffene zum Beispiel an einer Funktionsstörung der Galle, dient eine gräuliche Stuhlfarbe mitunter als Indikator.

Auch eine dauerhaft veränderte Stuhlform oder ein anhaltender, besonders unangenehmer (beißender oder fauliger) Geruch sind Hinweise auf mögliche gesundheitliche Probleme. Wenn die Ausscheidungen beispielsweise über einen langen Zeitraum hinweg sehr dünn und bänderartig sind, kann das etwa auf einen verengten Darmausgang - beispielsweise aufgrund von Verwachsungen oder Darmpolypen (Ausstülpungen der Darmschleimhaut) — hindeuten. Ein längerfristig intensiv riechender Kot, ist möglicherweise die Folge eines gestörten Verdauungsvorgangs, der von Erkrankungen wie Morbus Crohn (chronisch-entzündliche Darmkrankheit), Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) oder Mukoviszidose (Stoffwechselerkrankung) beeinträchtigt sein kann.

Letzten Endes ist es also von Vorteil, darauf Acht zu geben, ob der eigene Stuhlgang normal aussieht und wie oft es zum Toilettengang kommt, um etwaige Veränderungen rechtzeitig zu bemerken. Sobald sich Häufigkeit, Form, Farbe oder Geruch über mehrere Tage hinweg stark verändern, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann die genaue Ursache bestimmen und gegebenenfalls eine entsprechende Behandlung einleiten.

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Erstellt:
16. Juli 2020, 15:13 Uhr
Aktualisiert:
16. Juli 2020, 15:13 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2020, 15:13 Uhr

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