Alle Art von Notfällen

Was die Tierrettung Neckar Alb macht

Was die Tierrettung Neckar Alb macht

Die Katze jammert vom Baumwipfel, der Hund zittert und kollabiert – Szenarien, die manchen Tierbesitzer in eine regelrechte Panik treiben. Viele wissen nicht, dass sie mit einem einfachen Telefonanruf Hilfe bekommen. Auch an Wochenenden oder wenn gerade kein Tierarzt greifbar ist. Die „Tierrettung Neckar Alb“ leistet vielfache Unterstützung. Leiterin ist Petra Schukalski aus Dettenhausen.

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In welchen Fällen kann die Tierrettung helfen?

Petra Schukalski: Unsere Dienstleistung reicht von Tipps, was zu tun ist, bis zur Erstversorgung von erkrankten, verletzten oder verunfallten Haustieren. Wir retten und bergen bei Unfällen oder Wohnungsbrand, versorgen Fundtiere, fangen entlaufene Tiere wieder ein oder transportieren sie mit speziell ausgestatteten Krankenwagen zum Tierarzt oder zur Tierklinik.

Wer nimmt Sie vorwiegend in Anspruch?

Es sind zu 50 Prozent Senioren, die beispielsweise mit dem Transport eines großen schweren Hundes zum Tierarzt überfordert sind. Solche Fahrten werden dann wie bei einem Taxi angemeldet. Werden wir zu einem Notfall gerufen, können wir bei der Ersteinschätzung auch beraten, ob man einen Tierarzt braucht, der ein Ultraschallgerät besetzt oder ob das Tier am besten gleich in die Klinik gebracht werden sollte.

Was machen Sie, wenn Sie zu einem Notfall gerufen werden?

Wir machen wie bei einem Menschen eine Anamnese und untersuchen beispielsweise die Vitalwerte. Es geht aber auch meist darum, erst mal den Tierbesitzer zu beruhigen. Die Leute lieben ihre Tiere, es sind vielfach Familienmitglieder. Da ist es verständlich, wenn sie sich große Sorgen machen und oft völlig handlungsunfähig werden.

Einmal ist mir eine alte Dame sogar um den Hals gefallen. Sie hatte ihren Hund vom Tierschutzverein Silberpfoten, der ältere, ruhigere Tiere an Senioren vermittelt. Der Pudel der Dame hatte einen verdorbenen Magen, was wir durch Medikamente bessern konnten.

Muss ein Tier eingeschläfert werden, bleiben wir auch noch eine Zeitlang beim Besitzer und leisten Beistand.

Welche Ausbildung müssen Sie mitbringen?

Ich bin vom Verband geprüfte Tierheilpraktikerin und habe an der Paracelsusschule in Tübingen studiert. Dann gibt es noch Tierrettungssanitäter, die zusammen mit einem Tierarzt geprüft werden. Von den vier Helfern, die zu unserer Tierrettung gehören, bin nur ich hauptberuflich tätig.

Wie oft werden Sie gebraucht?

Das reicht von einem Anruf am Tag bis zu einem in der Woche. Zurzeit gibt es vier bis fünf Notfälle in der Woche. Es ist ein seit Jahren bekanntes Phänomen, dass von April bis zu den Sommerferien besonders viel von allen Arten an Notfällen passiert.

Gibt es Kooperationen?

Ja, wir arbeiten seit Jahren sehr gut und vertrauensvoll mit den Tierärzten der Umgebung zusammen. Eine Kooperation gibt es auch mit den Feuerwehren. Da wir kein Boot besitzen, haben wir neulich die Kameraden um Hilfe gebeten, als wir auf dem Neckar einen Schwan von einem Angelhaken befreien mussten. Umgekehrt haben wir bei einer Feuerwehrübung demonstriert, wie man einen verletzten Hund (Wirbelsäulentrauma) aus einem verunfallten Auto rettet.

Wie hoch sind die Kosten?

Die Tierbesitzer bezahlen die Medikamente, das Verbandsmaterial und eine Kilometerpauschale von 1,50 Euro, in der unsere Dienstleistung bereits enthalten ist. Gleichwohl hatten wir im Januar 2017 große finanzielle Probleme, weil wir gerade einen neuen Rettungswagen gekauft hatten und die Spenden nicht so flossen wie geplant. Doch durch einen Aufruf über Facebook sieht es momentan ganz gut aus.

Sind Sie auf Spenden angewiesen?

Grundsätzlich immer, da wir keine staatliche Förderung bekommen. Wir retten auch Wildtiere wie Igel, Greifvögel, Wasser- und Singvögel oder stellen bedürftigen Tierbesitzern den Einsatz kostenfrei. Wir helfen immer, soweit uns das möglich ist, weil uns die Tiere am Herzen liegen. Aber die Spenden können da schnell aufgebraucht sein. Gabriele Böhm

www.tierrettung-neckar-alb.de


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25.04.2018, 01:00 Uhr