Der Kommentar

Weihnachten in der Mailbox

28.07.2021

Weihnachten steht vor der Tür. Wirklich.

Zugegeben, der Blick aus dem Fenster lässt anderes vermuten: Da sieht man Menschen mit Sandalen an den Füßen und lecker Eis in der Hand und Bäume und Sträucher in vollem Sommer-Ornat, die um die Wette grünen. Die Sonne scheint vom Himmel herab und verbreitet eine Temperatur, die Minimum 30 Grad zu warm ist für irgendwelche weihnachtlichen Gefühle – und das zwölf Stunden am Tag oder mehr.

Aber ein Blick in die Redaktions-Mailbox verrät: Der Schein trügt – Weihnachten ist schneller da, als wir denken. Nämlich gleich. Schon vor einer Woche landete dort die Mail eines Verlages, der vor allem Bücher im DIY-Segment veröffentlicht. Also im Bereich: „Mach es selbst“. Da wurden neue Bücher angekündigt mit folgenden Sätzen: „Die kreativen Projekte in diesem Buch machen das Weihnachtsfest mit den Liebsten perfekt.“ Und: „Das ultimative Buch der Weihnachtssterne“.

Ein Einzelfall, dachte ich. Es könnte ja sein, dass dieser Verlag mehrjährige Studien durchgeführt hat und sicher weiß, dass die meisten von uns leider keine Bastel-Virtousen sind und deswegen ein fünfmonatiger Vorlauf durchaus angesagt.

Dann aber trudelte nur wenige Stunden später – am 21. Juli(!) – die Nachricht eines Hobbybäcker-Kommunikationsunternehmens ins Mailfach und behauptete unmissverständlich: „Jetzt schlägt die Stunde der Plätzchen, aber auch Stollen und Weihnachtstorten haben ihren großen Auftritt.“

Also wirklich. Dass bereits im September Spekulatius und Lebkuchenherzchen in sämtlichen Supermärkten in den Verkaufsregalen liegen – das kann man gerade noch so hinnehmen. Vor allem aber deswegen, weil man Spekulatius und Lebkuchen mag und das durchaus ganzjährig essen würde. Aber Weihnachtstorten Mitten im Hochsommer Ende Juli? Bitte nicht!

Angelika Brieschke

Bild: Jürgen Fälchle / fotolia

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Erstellt:
28. Juli 2021, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
28. Juli 2021, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. Juli 2021, 01:00 Uhr

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