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Der Kommentar

Wenn’s maielet

16.05.2018
  • Martina Fischer

Der Mai ist der fünfte Monat des Kalenderjahres. Sein Name ist entlehnt aus dem Lateinischen mensis Maius = der Monat des Gottes Maius, des Beschützers des Wachstums und der Vegetation. Wegen der zunehmenden Wärme und der zuverlässig scheinenden Sonne bürgerten sich im deutschen Sprachraum die Namen „Lenzmond“ und „Wonnemonat“ ein. Das Wetter wird endlich milder, Bäume und Sträucher stehen in voller Blüte und man sagt dazu auch „es maielet“. Endlich kann man die Tiere wieder auf die Weide treiben, weshalb der Mai auch „Weidemonat“ genannt wird.

Unser Jahresfünfter ist der Heiligen Mutter Gottes geweiht und ist der „Marienmonat“ schlechthin. Fast täglich werden jetzt Maiandachten abgehalten. Bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war es in Deutschland üblich, dass jede Familie im Mai zu Hause vor dem Standbild der Muttergottes einen „Maialtar“ aufbaute und täglich mit frischen „Maiblumen“ schmückte. Volkstümlich steht diese Bezeichnung für viele Frühlingsblumen, wie Löwenzahn, Sumpfdotterblume, Gänseblümchen und vor allem das Maiglöckchen, von dem man früher glaubte, dass es aus den Tränen entsprungen sei, die Maria am Kreuz vergossen hat.

Der Mai wird festlich begrüßt, eingeblasen oder eingesungen und gerne übt man den Brauch des „Mailaufens“ (Frühlingsausflug) aus. „Frische Maien“ sind vorwiegend Birkenbäumchen oder Birkenzweige, die die Burschen den jungen Mädchen als Ausdruck ihrer Liebe vors Haus oder auf das Dach stecken. Sie sollten aussagen „ich bin dir grün“ und waren häufig sogar Heiratsanträge der Liebhaber. Ein „Maibad“ zu nehmen galt in früherer Zeit als besonders gesundheitsfördernd. Mädchen sollten das Gesicht vor Sonnenaufgang in „Maitau“ baden, das brachte Schönheit und half gegen „Rossmucka“ (Sommersprossen). „Mairegen“ hat eine besondere Heilkraft und wird wie Märzenschnee gesammelt und vor allem bei Augenleiden eingesetzt.

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16.05.2018, 01:00 Uhr
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