Licht und Hupe helfen wirklich

Wildwechsel: Warnschilder ebenso wie indirekte Hinweise berücksichtigen

Jetzt im Herbst kommt es vermehrt zu Wildunfällen: Wildtiere sind aktuell besonders aktiv und machen bei ihrer Futtersuche auch vor vielbefahrenen Straßen nicht Halt. Meist sind sie im Schutz der Dunkelheit unterwegs.

06.10.2021

Fernlicht aus und Hupen, sonst bleibt das Tier geblendet stehen. Bild: Mediaparts/Fotolia/Itzehoer

Entgegen der verbreiteten Meinung bieten Wildwarnreflektoren oder am Straßenrand baumelnde CDs keinen Schutz, warnt der ACE Auto Club Europa. Deutschlands zweitgrößter Auto Club rät allen Verkehrsteilnehmenden eindringlich, Warnschilder und indirekte Hinweise auf Wildtiere zu beachten, anstatt auf die abschreckende Wirkung von Reflektoren zu vertrauen.

An kreativen Maßnahmen, um Rehe, Hirsche, Wildschweine & Co. von Straßen fernzuhalten, mangelt es nicht: CDs und Plastikflaschen werden in Bäume gehängt, Stämme mit Stanniolpapier und Leitpfosten mit Reflektoren versehen.

Dahinter steckt die Absicht, bei Dunkelheit das Scheinwerferlicht vorbeifahrender Fahrzeuge in Richtung des Wilds zu reflektieren und es so von der Straße abzuhalten. Leider verfehlen die Reflexionen ihren Zweck: Studien legen nahe, dass Wildwarnreflektoren die Zahl der Wildunfälle nicht verringern können. Der ACE rät, diese lediglich als zusätzliche Warnung vor Wildwechsel zu verstehen, sich aber keinesfalls auf deren Schutzfunktion zu verlassen.

Gerade in Waldgebieten und am Rande von Wiesen und Feldern ist Achtsamkeit geboten. Häufig verweisen hier Schilder auf möglichen Wildwechsel. Diskretere Hinweise sind jedoch ebenfalls zu beachten: Sichtbare Hochsitze sowie besagte reflektierende Wildwarner sind Anzeichen dafür, dass das Gebiet vermehrt von Wildtieren besiedelt ist, die jederzeit die Fahrbahn überqueren können.

Der ACE rät eindringlich dazu, für all diese Faktoren gleichermaßen empfänglich zu sein und Warnsignale nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Gerade bei eingeschränkter Sicht und in der Dämmerung sollte die Geschwindigkeit ohne scharfes Abbremsen reduziert und besonders achtsam – den Fahrbahnrand aber auch den Nachfolgeverkehr immer im Blick – gefahren werden. Es gilt, die eventuelle Notwendigkeit einer plötzlichen Vollbremsung bewusst einzukalkulieren.

Sobald am Straßenrand oder in Fahrbahnnähe Tiere zu erkennen sind, sollte die Geschwindigkeit möglichst ohne scharfes Abbremsen reduziert werden. Wird ein Wildtier im Licht der Scheinwerfer sichtbar: Sofort das Fernlicht ausschalten – die Tiere bleiben sonst im Lichtkegel stehen.

Abblenden und kurzes Hupen führen in der Regel dazu, dass die Tiere weglaufen. Bei plötzlich auftauchendem Wild hilft nur: Lenkrad festhalten, keine Ausweichmanöver riskieren und stark abbremsen. Achtung: Es muss immer mit mehreren Tieren aus einem Rudel gerechnet werden. Außerdem kann es Nachzügler geben, die hinterher laufen. TA

Zum Artikel

Erstellt:
6. Oktober 2021, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
6. Oktober 2021, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. Oktober 2021, 01:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.