Etwas Rundes für den guten Zweck

Bällesammlung für Tansania - alle Bälle, ob neu oder alt, sogar kaputte sind gefragt

Bälle für den guten Zweck zu sammeln - dieses Projekt zweier Tübinger soll dem Sport im afrikanischen Tansania zugute kommen. Vor allem Kinder werden davon profitieren.

17.06.2020

Alle Bälle werden gebraucht: Alte, neue und defekte werden geflickt. Bild: Werner Bauknecht

Alina Ellsäßer und Florian Schnabel aus Tübingen haben gemeinsam eine Ballsammelaktion für Tansania ins Leben gerufen. Dort engagieren sie sich ehrenamtlich in einem deutsch-tansanischen Entwicklungsprojekt. 2017/18 waren sie selbst für vier Monate in Tansania. Vom 1. Juni bis 10. Juli wollen sie in Tübingen und Umgebung 1000 Basketbälle, Fußbälle und Volleybälle sammeln.

Und warum gerade Bälle? In Deutschland haben viele Vereine und Privatpersonen noch gut erhaltene Bälle, die nicht mehr benutzt werden. Diese können in Tansania noch über Monate Freude schenken. Viele Mannschaften und Vereine haben dort kaum Bälle zur Verfügung, weil sie zu teuer sind. Die Tübinger wollen daher in Zusammenarbeit mit den regionalen Sportverbänden in der Region Mwanza (etwa drei Millionen. Einwohner) flächendeckend Bälle verteilen.

So bekommen mehr Kinder und Jugendliche Zugang zum Vereinssport. Zudem planen sie mit den Bällen nach Nutzung ein Upcycling/Recycling-Projekt. In Tansania ist es nicht unüblich, kaputte Bälle zu flicken oder sogar eine ganz Blase auszutauschen. Nach der Nutzung in Tansania sollen die Bälle recycelt werden und nicht im normalen Müll landen.

Ellsäßer und Schnabel sprechen jetzt Vereine und Privatpersonen an, nach ungenutzten Bällen zu schauen. Wichtig dabei: Sie nehmen jeden Ball in jedem Zustand. Abgabeorte für die Bälle: Intersport Räpple Tübingen (Friedrichstraße 6, Tübingen) und Contigo Fairtrade Shop Tübingen (Marktgasse 14, Tübingen). Und es gibt noch eine Sonderaktion: Für jeden beim Intersport Räpple Tübingen abgegeben alten Ball erhalten die Kunden beim Kauf eines neuen Balles einen Rabatt in Höhe von zehn Prozent.

Mwanza selbst liegt im Norden Tansanias am Victoriasee. In der Region Mwanza leben etwa drei Million Menschen, in der Stadt Mwanza, der zweitgrößten Stadt Tansanias, sind es rund eine Million. Das Durchschnittsalter in Tansania liegt bei 17,9 Jahren. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind Kinder und Jugendliche. Es gibt keine Vereinsstrukturen, wie man sie aus Deutschland kennt. Die Sporttreibenden sind sozusagen Einzelkämpfer, die sich treffen und kicken, Basketball spielen oder andere Teamsportarten gemeinsam betreiben.

Viele Kinder, vor allem Mädchen, haben daher gar keine Möglichkeit, Sport im Verein zu betreiben. Die beiden Tübinger haben es sich zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit der lokalen Verwaltung Sportstätten zu bauen und in Zusammenarbeit mit den regionalen Sportverbänden Vereine aufzubauen. Um möglichst viele Sportler zu erreichen, konzentrieren sie sich auf die populärsten Sportarten in Tansania: Fußball, Basketball, Volleyball und Netball. Weitere Informationen zur Sports Charity Mwanza findet man unter: scmwanza.org. Mehr Informationen zur Sports Charity Mwanza und zur Ballsammelaktion sind zudem im Podcast „Sportlerfrühstück“ von Tom Anhorn und Moritz Liss zu hören.

Wer steht hinter der Sports Charity Mwanza? Die Sports Charity Mwanza ist ein Projekt des Mwanza e.V., bestehend aus Studierenden und jungen Berufstätigen. Sie haben unterschiedliche Hintergründe, teilen aber die Leidenschaft für Sport, Gemeinschaftssinn und soziales Engagement. Sie arbeiten zu 100 Prozent ehrenamtlich und kommen für ihre Reise- und Aufenthaltskosten selbst auf. Jede/r von ihnen hat schon Zeit in Tansania verbracht, kennt also die Verhältnisse vor aus eigener Anschauung. „Das ist natürlich immer ein großer Vorteil“, so Elssäßer, „wenn man die Strukturen und die Menschen aus eigener Anschauung kennt.“ In Tansania gibt es ein großes lokales Team, das eng mit der Stadt Mwanza und den regionalen Sportverbänden zusammenarbeitet.

Corona hat die Arbeit der Charity mit beeinflusst: Eigentlich wollten sie dieses Jahr 80 000 Euro für den Bau eines weiteren Sport- und Gemeinschaftszentrums sammeln. Das würde den Gemeinschaftssinn gerade über den Sport vermittelt natürlich enorm stärken. Da viele Gelder aktuell aber für Gesundheitsprojekte gebraucht werden, kam jetzt die große Sachspendenaktion anstelle der Neubauten. Werner Bauknecht

E-Mail der Ansprechpartner:

tuebingensammeltbaelle @

gmx. de

Zum Artikel

Erstellt:
17. Juni 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
17. Juni 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. Juni 2020, 01:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.