Endlich ein fast normaler Volkslauf

Der 30. Forstsportlauf in Bebenhausen hatte beinahe 200 Teilnehmer

Die regionalen Volksläufe, also Klassiker wie der Spitzberglauf oder der Hanneslelauf, fanden letztmals 2019 statt – seitdem nahm Corona seinen Lauf und sorgte für Absagen in Serie. Der Forstsportlauf in Bebenhausen ging nach der Pause wieder an den Start.

20.10.2021

Organisator Matthias Allgäuer (mit Mikro) im Kloster vor dem Start. Bild: Fabian Knisel

Zum insgesamt 30. Mal führte der Forstsportlauf am Sonntag fast 200 Teilnehmer/innen durch den Schönbuch. 200: Das war die Obergrenze für die Veranstaltung. Dies und der Maskenzwang am Start waren die einzigen coronabedingten Einschränkungen. Auch Zuschauer konnten am Wegesrand stehen oder die Sportler/innen auf ihrem Weg in den Klosterhof oder beim dortigen Start begleiten.

Mit der 3G-Variante konnte sozusagen jede/r teilnehmen, der oder die wollte. Am Ende kamen 64 Frauen und exakt 100 Männer tatsächlich ins Ziel. Matthias Allgäuer, der Geschäftsführer des Naturparks und Cheforganisator des Laufs, wollte, dass der Lauf dieses Jahr auf jeden Fall stattfindet. „Im letzten Jahr war es nicht möglich, und wir bekamen so viel Aufmunterung von Läufern und Läuferinnen, dass wir sie nicht enttäuschen wollten“, sagte er vor dem Start.

So trafen sich die Teilnehmer im Klosterhof, meldeten sich an, liefen sich ein und warteten auf den Startschuss. Die meisten konnten es kaum erwarten, denn bei perfektem Sonnenwetter durch einen Naturpark zu laufen – was kann man Schöneres erleben.

„Das war mein erster Wettkampf nach zwei Jahren Pause“, sagte einer der Teilnehmer, „und ich habe jede Sekunde genossen.“ Damit sich in den engen und verwinkelten Gassen und auf den Pflastersteinen Bebenhausens nicht schon frühzeitig gefährliche Positionskämpfe entwickelten, führten die beiden Guides Gerold Knisel, Nikolauslauf-Cheforganisator, und Martin Strittmatter von der Landesforstverwaltung, die Läufer/innen zunächst geordnet durch den Flecken. Mit ihren hellgelben Ordner-Westen führten sie den Tross an. Nach etwa 300 Metern, in Höhe des örtlichen Bolzplatzes, gaben die beiden den Weg dann frei und die Hatz konnte beginnen.

Viele der Läufer waren Wiederholungstäter, kannten den Lauf noch von 2019. Damals fand er erstmals in Bebenhausen statt, die Jahre zuvor organisierte die Hochschule für Forst in Rottenburg (HFR) den Lauf, der am Schadenweiler startete und durch den Rammert führte. In Bebenhausen rannten die Teilnehmer entlang des Goldersbachs in den Schönbuch hinein Richtung Herrenberg/Soldatengrab. Eine absolut flache Piste, auf der man Gas geben konnte. Nach vier Kilometern gab es eine Kehrtwende und die Strecke führte zurück in den Klosterhof, parallel zum Hinweg. Doch am Ende der insgesamt 8,2 Kilometer wartete noch eine gehörige Steigung in die Höhen um Bebenhausen, ehe es dann bergab ins Kloster und dort noch einen kleinen Anstieg hoch in den Hof ging.

Von Beginn an lag Pascal Scheub der LAV Stadtwerke Tübingen in Führung, gemeinsam mit Clemens Fox aus Freiburg. Am Ende siegte Scheub in 29:42 Minuten vor dem neun Sekunden zurückliegenden Fox. Jan Haller von der Schreinerei Uwe Jansen lag dann als Dritter schon um die eineinhalb Minuten dahinter, Marius Knisel wurde Vierter.

Bei den Frauen wurde Seriensiegerin Anita Bauknecht dieses Jahr von der stark laufen Katrin Kommer (LAV Stadtwerke Tübingen) abgelöst. Kommer siegte klar in starken 35:28 Minuten vor Bauknecht (LAV Stadtwerke Tübingen). Damit gewannen die Gesamtsieger je einen Frischling oder ein Reh aus heimischer Jagd. Unter allen Teilnehmern wurde noch ein Festmeter Holz verlost. „Ich habe gerade einen Ofen ins neue Haus eingebaut, da würde der Festmeter passen“, sagte Lars Riethmüller (Post SV Tübingen). Leider hatte er kein Glück. Den Team-Wettbewerb gewann der Post SV Tübingen vor der LAV Stadtwerke Tübingen. Viele Läufer/innen kamen aus der Forstverwaltung, von der HFR oder waren Studenten dort. Mit Stefan Ruge nahm auch ein Professor der Hochschule am Lauf teil.

Allgäuer jedenfalls war zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. Die war übrigens bestens organisiert, auch unterstützt vom Post SV Tübingen. An jeder Abzweigung im Wald befanden sich Streckenposten, jede neuralgische Stelle war besetzt und auch die reibungslose Startnummernvergabe und die Verpflegung nach dem Lauf begeisterte die Teilnehmer. „Endlich wieder ein Lauf“, war der allgemeine Tenor, „und dann unter solchen Bedingungen – traumhaft.“ So langsam können sich die ambitionierten Läufer jetzt mit der Vorbereitung auf den Nikolauslauf Anfang Dezember beschäftigen. Werner Bauknecht

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Erstellt:
20. Oktober 2021, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
20. Oktober 2021, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2021, 01:00 Uhr

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